Wäre jetzt Januar, so wäre die kommende Wetterentwicklungen - so wie sie aktuell von den Wettermodellen Anfang November simuliert wird - eine durchaus winterliche Wetterlage, welche einen kräftigen Wintereinbruch zur Folge hätte. Es ist nun aber nicht Januar, sondern Ende Oktober, bzw. bald Anfang November und selbst -5 Grad in ca. 1.500 Meter Höhe sorgen in tieferen Lagen allenfalls für nasskaltes Wetter, wobei in mittleren Lagen der eine oder andere Schneeschauer nicht ausgeschlossen werden kann. Nachtfröste sind Anfang November - zumindest zum heutigen Stand - ebenfalls nicht auszuschließen.

Wie stehen die Chancen auf einen winterlichen Wettercharakter Anfang November?

Auch wenn die Wettermodelle derzeit permanent eine Trogwetterlage Anfang November über Mitteleuropa berechnen, mit Winter hat das relativ wenig zu tun, vielmehr ist das Ganze im nasskalten Bereich anzusiedeln und passt ganz gut in das Schema von einem November. Anders allerdings die Situation in den höheren Lagen ab ca. 800 Meter. Hier könnte es in den ersten Novembertagen durchaus für eine Schneedecke reichen, welche oberhalb etwa 1.000 Meter auch liegen blieben könnte. Da zudem reichlich Niederschläge simuliert werden, ist ein kräftiger Neuschneezuwachs in den höheren Lagen nicht unwahrscheinlich. Unten nasskalt, oben winterlich.

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Großwetterlage typisch für den Winter - aber im November?

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so wird eine winterliche Großwetterlage im letzten Herbstmonat berechnet. Das Azorenhoch dehnt sich nach Norden in Richtung Grönland und Island aus und gleichzeitig fehlt das stützende Mittelmeerhoch. So tropfen die Tiefdrucksysteme am östlichen Hochdruckrand einfach nach Süden ab und können in Etappen kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen. Unterstützt wird diese Simulation durch die Kontrollläufe, welche im gesamten ersten Novemberdrittel eine erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit berechnen. Gleichzeitig schwanken die Höhentemperaturen mal in den kühlen und mal in den wärmeren Bereich, was auf eine hohe Tiefdruckaktivität schließen lässt (Vorderseite warm, Rückseite kühl). Im Mittelwert liegen die Temperaturen knapp unter dem, was für die Jahreszeit normal wäre. Das Temperaturspektrum liegt am 1. November (warme Vorderseite) zwischen +7 bis +15 Grad (Mittelwert: +11 bis +12 Grad) und am 9. November zwischen +2 bis +13 Grad (Mittelwert: +8 Grad).

Apropos Kontrollläufe. Hier wird eine Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost von 15 Prozent über dem Süden von Deutschland berechnet. Das unterstreicht noch einmal die erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte Wetterlage, wie auch aus dem nachfolgenden Diagramm zu erkennen ist.

Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 25.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterentwicklung Jahreszeiten typisch

Die kommende Wetterentwicklung ist nichts außergewöhnliches und lief im letzten Jahr fast zu gleichen Zeit ganz ähnlich ab. Aber man braucht sich auch nichts vor zumachen. Die Tage, an denen die +15 bis +20 Grad erreicht werden, sollten nun vorbei sein.

Langfristmodell: November leicht zu warm

Geht es nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells, so wird der letzte Herbstmonat November mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +0,5 bis +1 Grad im zu warmen Bereich. Lediglich über Süddeutschland liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Spektrum. Sollten die Simulationen der Wettermodelle eintreten, so ist in den kommenden Tagen hier noch mit einer Korrektur in den normalen Bereich zu rechnen. Im Niederschlagsverhalten wird der November über dem Norden leicht zu nass und über dem Süden weitgehend normal simuliert.

Langfristmodell: Winter 2017/18 zu warm

Die Wetterprognosen des Langfristmodelle bleiben für die Wintersaison von Dezember bis Februar "stur" und werden konsequent und beharrlich mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad deutlich zu warm berechnet. Das ist aus Modellsicht auch nicht weiter verwunderlich. Waren die letzten Winter doch teils deutlich zu warm und auch im Zuge des Klimawandels waren die letzten 20 Winter im Schnitt etwa um 1 Grad zu warm. Aber jeder Winter verhält sich anders und man darf gespannt sein, wie sich das Wetter im Winter 2017/18 tatsächlich entwickeln wird.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 25.10.2017

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