Langsam - aber dennoch stetig - breitet sich im Verlauf der kommenden Woche die kalte Luft aus dem Nordosten nach Südwesten aus und kann bis zur Wochenmitte etwa östlich der Linie Hamburg - Dresden für Dauerfrost sorgen, während westlich davon die meiste Zeit tagsüber mit positiven Werten gerechnet werden kann. So gehen die Niederschläge ab Dienstag über dem Nordosten teils bis in tiefere Lagen in Schnee über, während über dem Süden am Donnerstag die Schneefallgrenze noch zwischen 400-600 Meter schwanken kann (Details s. Wetter Februar 2017).

Die Kälte kommt … nur zögerlich nach Süden voran

Betrachtet man die Simulationen der Wettermodelle, so wiederholen sich die Simulationen der letzten Tage. Das kontinentale Hochdrucksystem weitet sich bis über den Skandinavischen Raum aus, während zur gleichen Zeit die atlantische Frontalzone durch das Hochdrucksystem blockiert wird. In Folge dessen besteht die Neigung der Tiefdrucksysteme über England, Frankreich und Spanien nach Süden abzutropfen. Dieser Vorgang reicht aus, um die Achse des Hochdrucksystems über Skandinavien von Nordost-Südwest auf Nordwest-Südost drehen zu lassen, was die Zufuhr richtig kalter Luftmassen über der Barentssee und Karasee in Richtung Mitteleuropa blockiert. So ist das Strömungsmuster vom 7./11. Februar über Deutschland überwiegend östlich bis südöstlich orientiert, was etwa östlich der Linie Hamburg - Dresden häufig zu Dauerfrost (teils auch leichte Plusgrade) und westlich davon mit +1/+5 Grad zu nasskalten Temperaturwerten führen kann. In den Nächten ist generell mit Frost zu rechnen. Schneefälle sind über dem Norden und Nordosten möglich, viel ist jedoch zum heutigen Stand mit 0,5-5 cm nicht zu erwarten.

"Winter light" mit wenig Durchsetzungsvermögen

Sowohl das amerikanische als auch europäische Wettermodell berechnen im Zeitraum vom 12./15. Februar den Aufbau einer Hochdruckbrücke zwischen dem Azoren- und dem Skandinavienhoch über England hinweg. Somit liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz überwiegend im Bereich der Hochdruckbrücke, was die atlantische Frontalzone weiterhin blockieren kann. In Folge dessen ist vom 12/16. Februar mit einem überwiegend trockenen, teils zu Nebel und Hochnebel neigenden Wettercharakter zu rechnen. Schaut man auf die Simulation der Tageshöchstwerte, so liegen diese mit +1/+4 Grad meist im nasskalten Bereich. Kommt die Sonne durch, so könnten die Temperaturen auch auf bis +3/+7 Grad ansteigen.

Kontrollläufe bestätigen den zögerlichen Winter

Die Kontrollläufe der letzten Tage zeigten es schon und bestätigen es heute erneut. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum vom 7./11. Februar etwa um 2/5 Grad unter dem Jahreszeit-typischen Werten im zu kalten Bereich, was aber gerade einmal für Dauerfrost über den nördlichen Regionen von Deutschland reichen kann. Im Zeitraum vom 11./16. Februar steigt der Mittelwert etwa um 1/4 Grad über den Bereich des langjährigen Mittelwertes an, was zu den nasskalten Temperaturen führen kann. Erst darüber hinaus zeigt sich wieder ein sich negativ entwickelnder Temperaturtrend. Die Lage ist relativ eindeutig. Würde Schnee liegen, so könnte mit Hilfe des Hochdrucksystems die Kälte "vor Ort" produziert werden. Die Schneedecke fehlt aber, so dass tagsüber mit zunehmend höheren Sonnenstand die Werte in den nasskalten Bereich ansteigen können, während in den Nächten Frost wahrscheinlich ist.

Welche Chancen hat der Winter - mit Schnee und Dauerfrost?

Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), so liegen diese am 14. Februar bei 40/35/25 und am 19. Februar bei 25/45/30. Die Chancen auf winterliche Temperaturverhältnisse bleiben erhalten, wenngleich dem Winter sich so langsam aber sicher seinem Ende nähert. Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten im zweiten Februar-Drittel für eine Schneedecke bis in tiefere Lagen? Mit den Hochdrucksystem über Skandinavien - mal abgesehen vom Nordosten - nicht sonderlich gut, wenngleich das amerikanische Wettermodell im Zeitraum vom 16./19. Februar das Azorenhoch auf dem Atlantik in einer nach Grönland "aufkeilenden" Position auf dem Atlantik berechnet. Das könnte den hohen Luftdruck über Skandinavien abbauen und den Weg für ein Skandinavientief frei machen, was im Verbund beider Wettersysteme zu einem meridionalen Grundmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) über Mitteleuropa führen kann. In diesem Fall könnten kältere Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt werden. Da die Luftmassen relativ feucht sind, steigt die Wahrscheinlichkeit für Schneefälle bis in tiefere Lagen mit Ausbreitung einer Schneedecke an. Ob diese Berechnung aber so kommen mag, bleibt zum heutigen Stand abzuwarten. Und rein statistisch betrachtet zeigt sich im Zeitraum nach dem 6. Februar bis weit in das letzte Februar-Drittel hinein ein leicht zurückgehender Temperaturtrend. Den Winter als beendet zu erklären, ist also definitiv zu früh.

Veränderungen vom Polarwirbel her weiterhin möglich

Schaut man sich die zonalen Winde in Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades an, so stiegen diese von gestern mit -25 km/h auf aktuell +20 km/h in den positiven Bereich an und erreichen noch im Verlauf des ersten Februar-Drittel mit knapp +100 km/h den Jahreszeit-typischen Normalwert, zeigen dann aber im zweiten Februar-Drittel wieder eine deutlich negative Entwicklungstendenz. Das ist nichts außergewöhnliches, steht der Winter doch vor seinem Finale. Rein statistisch gesehen sorgt das "Finale des Polarwirbels" aber auch für Überraschungen - nicht selten in Form von Polarwirbelsplits. Aufgrund der Zunahme der zonalen Winde ist aber zumindest kurzzeitig mit einer Stabilisierung des Polarwirbels zu rechnen, was einen Polarwirbelsplit im Zeitraum vom 10./16. Februar weniger wahrscheinlich macht und erst darüber hinaus ein breiteres Entwicklungsspektrum ermöglicht.

Langfristmodell korrigiert weiter nach unten

Das Langfristmodell senkt seine Temperaturprognose für den Februar 2017 weiter ab. Lag die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert vor ein paar Tagen noch zwischen +3/+4 Grad, so liegt diese heute bei +1/+2 Grad über dem Norden und +2/+3 Grad über dem Süden im weiterhin zu warmen Bereich. In der Niederschlagsberechnung zeichnet sich - wohl Aufgrund des länger anhaltenden Hochdrucksystems über Skandinavien - ein negativer Trend ab (zu trocken). Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle mit einem neuen Wettertrend zum Winter.

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