Bis einschließlich dem kommenden Wochenende bleibt es vielfach unbeständig und für die Jahreszeit zu mild, wobei sich die Milderung nur zögerlich bis über dem Osten durchsetzen kann, es letztlich aber mit Werten zwischen +2/+6 Grad bis zum Wochenende dann doch schafft. Der Wind kann am Samstag stark bis mäßig auffrischen, sonst ist mit einem weitgehend ruhigen, aber eben wechselhaften Wettercharakter zu rechnen. Die simulierten Niederschlagssummen betragen bis einschließlich Sonntagabend verbreitet 4-10 l/m² und können über dem Westen und entlang der Alpen mit 10-20 l/m² auch darüber liegen (Details s. Wettervorhersage Februar).

Amerikanisches Wettermodell: ab dem 6. Februar alles möglich

Die Simulationen des amerikanischen Wettermodells von heute Nacht zeigten ab dem 5. Februar eine markante Ausdehnung des kontinentalen Hochdrucksystems über Skandinavien mit der Zufuhr sehr kalter Luftmassen arktischen Ursprungs bis nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im weiteren Verlauf verlagerte sich das Hochdrucksystem im zweiten Februar-Drittel in Richtung Atlantik/Island und hätte im Verbund mit tiefem Luftdruck über Skandinavien den Winter bis weit in das zweite Februar-Drittel hinein verlängert. Der Blick auf die Kontrollläufe zeigte jedoch erneut, dass der Hauptlauf weiterhin als kalter "Ausreißer" zu bewerten war.

Eine gewisse Skepsis bleibt also erhalten, ob der Winter ab dem 6. Februar zurückkehren kann, denn nur allzu oft werden solche Hochdrucksysteme von der Frontalzone nach Osten abgedrängt und der Kaltluftzustrom über das östliche Europa abgelenkt. Die Simulationen des amerikanischen Wettermodells von heute Morgen berechneten erneut die Ausdehnung des Hochdrucksystems nach Skandinavien, allerdings mit veränderter Hochdruckachse. Damit die kalte Luft nach Mitteleuropa gelangen kann, müsste die Hochdruckachse von Nordost nach Südwest ausgerichtet sein, in den Simulationen von heute Morgen ist diese aber von Ost nach West ausgerichtet, was die ganz kalte Luft über Russland an ihrem Vorankommen nach Süden blockiert und letztlich nicht weiter nach Mitteleuropa geführt werden kann. Im Zeitraum vom 8./10. Februar kippt die Hochdruckachse über Skandinavien von Nordwest nach Südost und kann über Mitteleuropa für eine südöstliche Anströmung der Luftmassen sorgen. In Folge daraus wäre mit einem überwiegend nasskalten Temperaturcharakter zu rechnen, welcher über dem östlichen Landesteilen auch für Dauerfrost sorgen könnte. Schneefall wäre demnach weniger wahrscheinlich. Im Zeitraum bis zum 15. Februar würde nach diesen Berechnungen das Hochdrucksystem über Skandinavien bestand haben, könnte aber von der Frontalzone an seinen südlichen Gradienten "unterwandert" werden, was die Temperaturen langsam wieder ansteigen lassen könnte. In Summe heute Nacht eine winterliche und heute Morgen eine eher nasskalte Variante.

Europäisches Wettermodell neigt tendenziell zu einer Grenzwetterlage

Auch das europäische Wettermodell berechnet bis zum 5./6. Februar die Ausdehnung des Kontinentalhochs bis über Skandinavien. Zunächst in einer von Nordost nach Südwest verlaufenden Hochdruckachse, was die Luftmassen arktischen Ursprungs bis zum 8./9. Februar nach Deutschland führen kann, allerdings drückt sich die Frontalzone von Süden her unter das Hochdrucksystem und "unterwandert" dies zum 8./9. Februar in Form eines Mittelmeertief. Sollte diese Berechnung eintreten, so wären die Bedingungen für eine Grenzwetterlage erfüllt, bei der es über dem Süden bei milden Temperaturen häufig Regen und etwa ab den Mittelgebirgen zu teils kräftigen Schneefällen kommen kann. Grenzwetterlagen sind aktiv-dynamisch und im Detail schwer vorherzusagen, so dass man diese Variante heute zur Kenntnis nehmen kann, die Entwicklung aber abwarten muss.

Mild, nasskalt oder tiefwinterlich - was ist wahrscheinlicher?

In den letzten Tagen zeigte sich in den Kontrollläufen eine klare Mehrheit für milde bis nasskalte (Jahreszeit-typische) Temperaturwerte bis Mitte Februar. Schaut man sich heute die Kontrollläufe an, so liegt der Hauptlauf nun vom 6./10. Februar gut eingebettet im durchschnittlichen Mittelfeld und liegt darüber hinaus bis zum 15. Februar im deutlich zu milden Bereich. So liegt das Temperaturspektrum am 8. Februar zwischen -8/+11 Grad (Mittelwert: +0 Grad über dem Osten, +3 Grad über dem Norden und +5 Grad über dem Süden und Westen) und am 15. Februar zwischen -7/+12 Grad (Mittelwert: +1 Grad über dem Osten und sonst zwischen +4/+5 Grad). Noch deutlicher zeigt sich die Wahrscheinlichkeit für zu milde Temperaturen in den Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 11. Februar bei 25/25/50 und am 16. Februar bei 20/25/55 liegen. Es kommt aber nicht so sehr auf die Kontrollläufe an, sondern letztlich entscheidend wird sein, wie sich das Hochdrucksystem nach Skandinavien ausdehnen und sich dort gegenüber der weiterhin sehr aktiven Frontalzone behaupten kann. Das bedeutet, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass sich die Simulationen der Wettermodelle in den kommenden Stunden noch mehrfach in die eine oder andere Richtung verändern können.

Polarwirbel bleibt der Taktgeber

Wenn man wissen will, warum die Wettermodelle derzeit so sprunghaft sind, so muss die Aufmerksamkeit auf den Polarwirbel gelenkt werden. Bei beiden Wettermodellen wird das Kontinentalhoch sehr kräftig berechnet, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. So liegt der Schwerpunkt nach dem europäischen Wettermodell am 11. Februar über dem westlichen Russland, während das amerikanische Wettermodell den Kern des Hochdrucksystems über Zentralsibirien simuliert. Das erklärt auch, warum der Einfluss des Kontinentalhochs im Verlauf des zweiten Februar-Drittels nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells über Mitteleuropa abnimmt. Zusammenfassend zeigt es aber auch, wie unsicher die momentanen Simulationen über dem 6. Februar hinaus zu bewerten sind, denn geringe Verschiebungen im Verlauf könnten entscheidend für vor frühlingshaftes oder tief winterliches Wetter sein.

Das Warming in Stratosphärenhöhe erreicht zum 4. Februar den nächsten Höhepunkt

Das Warming in Stratosphärenhöhe bleibt bestehen und erreicht seinen nächsten Höhepunkt voraussichtlich am 4. Februar und wird darüber hinaus eher Bedeutungslos. Die zonalen Winde in der 10 hPa Fläche entlang des 56. Breitengrades erreichen heute eine Windgeschwindigkeit von rund +25 km/h (normal +180/+220 km/h) und erreicht das Minimum von -21 km/h in den ersten Februar-Tagen und steigt darüber hinaus rasch wieder in den Bereich um die +140 km/h an. Somit ein sehr kräftiges Minor-Warming, aber nicht nachhaltig genug um sich zu einem Major-Warming weiter zu entwickeln.

Langfristmodell bleibt bei einer zu warmen Einschätzung im Februar 2017

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage für Februar die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +3/+4 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Im Niederschlagsverhalten gibt es kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert, im Trend könnte der Nordwesten leicht zu nass und der Südosten leicht zu trocken ausfallen. Auch wenn das Langfristmodell derzeit den Februar deutlich zu warm berechnet, sollte das nicht überbewertet werden, denn zu viel hängt von der Hochdruckentwicklung über dem skandinavischen Raum ab. Es bleibt spannend: die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle mit einem neuen Wettertrend zum Winter.

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