Die atlantische Frontalzone gewinnt langsam, aber dennoch stetig mehr Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa. So zeigen sich heute über dem Westen schon die ersten Wolken, welche heute Abend und in der Nacht auf Sonntag geringfügigen Niederschlag mit sich führen können. Die erste Front löst sich aber relativ rasch auf und erst die nachfolgende bringt am Montag vermehrt Niederschlag - meist in Form von Regen, über dem Osten örtlich noch aber als Schnee. Die Milderung schreitet ebenfalls nur langsam voran, kann sich aber über den westlichen Landesteilen mit +1/+7 Grad bis Ende Januar schon spürbar bemerkbar machen. Erst in den ersten Februar-Tagen greift die Milderung auch über die östlichen Landesteile über, was am 3./4. Februar zu Temperaturen zwischen +3/+8 Grad führen kann, wobei über dem Westen und Südwesten auch Werte von +6/+12 Grad möglich sein können.

Der Januar ist zu kalt

Mild geht der Januar zu Ende und mild startet das Wetter in den Februar. Und dabei steht heute schon fest: der Januar 2017 wird definitiv zu kalt ausfallen. Daran ändern auch die nun folgenden milden Tage nichts mehr. So beträgt zum heutigen Stand die durchschnittliche Abweichung -1,7 Grad und könnte Ende Januar noch -1,4/-1,2 Grad betragen. Man sieht aber auf der Temperaturmittelwertkarte, dass es zwischen Nord- und Süddeutschland zu unterscheiden gilt. Ein maßgeblichen Anteil daran, dass der Januar wohl zu kalt ausfallen wird, hatte der Süden mit seiner Schneedecke und seinen teils sehr tiefen Temperaturwerten - vor allem in den Nächten.

Wie gesichert ist die Milderung Anfang Februar?

Zwischenzeitlich gibt es über Westdeutschland kaum noch Varianten, welche andere Werte als positive Temperaturwerte zulassen, etwas anders sieht es über Ostdeutschland aus, wo die Werte nur sehr zögerlich ansteigen, aber auch hier werden im Schnitt Anfang Februar leicht positive Werte berechnet. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums der Kontrollläufe am 1. Februar über dem Westen bei +4 Grad, über dem Norden und Süden bei +2 Grad und über dem Osten bei 0 Grad und am 4. Februar bei +9 Grad über dem Westen und +4 Grad über dem Osten.

Wie geht der Winter weiter - bleibt es so mild?

In den letzten Tagen sprach vieles dafür, dass sich daran bis zum Ende des ersten Februar-Drittels und darüber hinaus wenig verändern würde. Daran ändert sich auch in den heutigen Simulationen grundsätzlich einmal nichts. Der Temperaturtrend bleibt mild. Besonders gut sieht man den milden Trend anhand der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe in den Kontrollläufen. So bewegt sich der Mittelwert in dieser Höhe mit -1/+3 Grad etwa um +3/+5 Grad über dem langjährigen Mittelwert - wobei der langjährige Mittelwert mit -2/-3 Grad keineswegs winterlich, sondern in tieferen Lagen allenfalls als nasskalt zu bezeichnen ist (+1/+5 Grad). Deutlicher unterstreichen die nachhaltige Milderung die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 7. Februar bei 0/5/95 und am 12. Februar bei 0/20/80 liegen. Gegenüber den letzten Tagen kaum Veränderungen.

Keine Chancen auf Winter bis Mitte Februar - wirklich?

Das Wetter ändert sich stetig - unmöglich ist also nichts. Doch die Simulationen sind sehr einheitlich und auch deutlich. Selbst die kältesten Varianten der Kontrollläufe erreichen in 1.500 Meter Höhe gerade einmal die -5 Grad Marke und könnten somit ab den mittleren Lagen für etwas Schneefall sorgen, das sind aber nur ein paar wenige Varianten. Viel interessanter werden aber die Ansätze, welche in den letzten Tagen immer wieder einmal beobachtet werden konnten. Das bis zum 8. Feburar fast schon gewaltig große Hochdrucksystem über Sibirien initiiert mit einem Hochdruckkeil ein Hochdrucksystem über Grönland. Im weiteren Verlauf kann der Polarwirbel "mäandrieren". Der aktive Teil des Polarwirbels bleibt dabei über dem östlichen Kanada / Grönland, wird aber von den Hochdrucksystemen über Kanada und Grönland abgeschnitten und kann somit seine Durchsetzungskraft nicht mehr unter Beweis stellen. Rückseitig könnte sich zum Beginn des zweiten Februar-Drittels das Zirkulationsmuster meridionalisieren, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zumindest ab den mittleren Lagen wieder so etwas wie winterliche Optionen bieten könnte. Das ist aber lediglich als ein erstes - frühes Indiz - für eine Veränderung und keinesfalls als Aussage über eine baldige Rückkehr des Winters zu verstehen.

Was macht das Warming in Stratosphärenhöhe

Das Warming hat bereits mit +10 Grad seinen Höhepunkt erreicht und wird in den kommenden Tagen mehrmals ein kräftiges Minor-Warming nach sich ziehen. Die aktuelle Windgeschwindigkeit entlang des 65 Breitengrades beträgt rund +65 km/h (vor ein paar Tagen noch bei 210 km/h) und sinkt Anfang Februar auf etwa -10 km/h ab. Kurz darauf nimmt die Windgeschwindigkeit wieder zu und erreicht noch im ersten Februar-Drittel Windgeschwindigkeiten von +126 km/h. Ein nachhaltiges Major-Warming sieht anders aus. Nichtsdestotrotz könnten an diesem Wochenende vor allem über Norddeutschland die Auswirkungen des Warmings in Stratosphärenhöhe mit der untergehenden Sonne zu sehen sein. Achten Sie einmal auf die Färbung des Sonnenunterganges. Denn durch die Verlagerung des Stratosphärischen Polarwirbels über Nordeuropa sinkt über Norddeutschland in knapp 20 km Höhe die Temperaturen auf -80 Grad ab. Dadurch können sich sog. Polare Stratosphärenwolken bilden, welche den Himmel purpurfarben erstrahlen lassen könnte (Tolle Beispielbilder). Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen