Beide Wettermodelle stützen heute einen relativ milden Start in den Februar, wobei die langsame Milderung bereits heute schon über dem Westen spürbar und sich bis zum Sonntag über fast ganz Deutschland durchgesetzt haben kann.

Winterliche Verhältnisse haben somit kaum Chancen sich bis zum 4. Februar durchzusetzen. Im Detail wird es aber darauf ankommen, inwieweit sich die atlantische Frontalzone tatsächlich über Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsetzen kann. Denn Niederschlag wird aufgrund des niedrigen Grundwassers und auch der niedrigen Flusspegel dringend benötigt. Insofern wäre ein mehr an Nass von Oben im Februar wünschenswert und die Berechnungen der Wettermodelle gehen schon einmal in diese Richtung.

Bleibt es im ersten Februar-Drittel mild, oder hat der Winter doch noch seine Chancen?

Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), so liegen diese am 5. Februar bei 0/5/95 und am 10. Februar bei 0/20/80. Das ist laut der Kontrollläufe schon einmal eine deutliche Aussage und hat sich heute nochmals in Richtung nachhaltig mild bewegt. Das unterstreicht sehr deutlich, wie ungünstig die derzeitige Konstellation hinsichtlich eines erneuten Wintereinbruchs bis in tiefer Lagen im ersten Februar-Drittel sind. Um das Beispiel von vor ein paar Tagen nochmal zu bemühen sind im ersten Februar-Drittel frühlingshafte Temperaturen wahrscheinlicher ein Werte unter der -5 Grad Marke. Betrachtet man den Mittelwert der Temperaturen, so liegt dieser permanent um 3 bis 5 Grad über dem langjährigen Mittelwert.

Was berechnet das Langfristmodell in seiner Wettervorhersage für den Februar?

Nicht verwunderlich ist es, dass das Langfristmodell diesmal eine deutliche Korrektur vornimmt, was sonst eher selten der Fall ist. Bereits seit September letzten Jahres wurde der Februar permanent mit +2/+3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als zu warm ausgewiesen, bevor dann im Januar 2017 die Wende kam und eine Korrektur mit -0,5/+0,5 Grad in den Normalbereich vorgenommen wurde. Aufgrund der für kalte Temperaturen ungünstigen Wetterlage im Februar wird die Abweichung der Temperaturen nun wieder auf +2/+3 Grad angehoben. Hätte man also die Korrektur im Januar nicht vorgenommen, so hätte man von einer "Glanzleistung" des Langfristmodells sprechen können, in diesem Fall lag es aber mit seiner Korrektur im Januar daneben. Aber auch hinsichtlich des Niederschlages gibt es eine Korrektur. Der Februar wurde bislang deutlich zu trocken berechnet, zwischenzeitlich aber fast normal mit der Tendenz leicht zu trocken.

Vieles spricht gegen einen Winter im Februar - was spricht dafür?

Wir bekommen derzeit viele Anfragen per E-Mail. Nicht nur aus den Skiregionen, sondern auch von vielen Lesern, welche in den nun bevorstehenden Winterferien, bzw. Urlaub gerne Skifahren möchten. Da kommt so eine Milderung nicht gerade zum passenden Zeitpunkt. Die Frage lautet dabei meist gleich: "kommt der Winter noch einmal im Februar zurück?". Grundsätzlich ist das Wetter im steten Fluss und aus diesem Grund erstellen Meteorologen mehrmals täglich Wetterberichte und Wettertrends und passen sich den Veränderungen des Wetters täglich an. Grundsätzlich ist beim Wetter alles möglich, aber auch das Wetter muss sich an die Physik halten. Und kommt es zu der Konstellation wie sie von den Wettermodellen berechnet wird, so sorgt die Kaltluftansammlung über Kanada/Grönland für einer höhere Wahrscheinlichkeit einer milden Südwest bis Westwetterlage über Deutschland. Die Veränderung muss also von "oben" über der Polarregion kommen. Eine Veränderung könnte das Warming in Stratosphärenhöhe bringen - das allerdings bleibt bei einem durchaus kräftigen Minor-Warming, kann sich darüber hinaus aber nicht zu einem Major-Warming weiterentwickeln und damit auch nicht nachhaltig den Polarwirbel beeinflussen. Es spricht also derzeit wirklich wenig für einen Wintereinbruch im ersten Februar-Drittel, wenngleich das zum heutigen Stand grundsätzlich nicht auszuschließen ist.

Wie entwickelt sich der Polarwirbel?

Wenn man dahinter kommen möchte, warum die Wahrscheinlichkeiten für Winterwetter derzeit so schlecht sind, findet die Ursachen im Polarwirbel in Form eines Hochdrucksystems über den Aleuten. Das Hoch legt sich Anfangs relativ flach zwischen Kanada, Alaska und den Aleuten und befördert den aktiven Teils des Polarwirbels in Richtung Kanada und Grönland. Dort strömt dann wiederum die kalte Luft auf den Atlantik und sorgt für das oben beschrieben milde Wetter über Mitteleuropa. Ab dem 4./5. Februar geht das Hochdrucksystem über den Aleuten eine Hochdruckverbindung von Kanada, Alaska, Aleuten bis nach Sibirien ein. Diese Konstellation verhindert jedwede Möglichkeit einer winterlichen Großwetterlage über Mitteleuropa. Wenn sich also hinsichtlich des Winters etwas verändern muss, dann ist es das Hochdrucksystem über den Aleuten und dessen Achsausrichtung. Ob sich da etwas heute Abend verändert hat, klären wir gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle mit einer kurzen Aktualisierung vom Wettertrend Winter.

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