Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen aus südlichen Richtungen spürbar an, so dass bis zum Sonntag verbreitet +14/+18 Grad, örtlich auch bis +20 Grad möglich sein können. Lediglich über dem Nordosten kann es mit +11/+15 Grad etwas kühler bleiben. Mit wie viel Sonnenschein zu rechnen ist, wird maßgeblich auch davon abhängen, wie schnell sich die morgendlichen Nebelfelder auflösen können. Mit etwas Niederschlag ist vor allem am Samstag zu rechnen, sonst ist die Niederschlagserwartung eher als gering zu bezeichnen. Zum Start in die neue Woche dreht der Wind auf westliche Richtungen und sorgt im Verlauf vom Montag und Dienstag für eine zunehmende Niederschlagsneigung bei leicht zurückgehenden Temperaturen (s. Wetter Oktober 2016).

Das amerikanische Wettermodell simuliert zum Start in die neue Woche eine Abschwächung des bis dahin Wetterdominanten Hochdrucksystems über dem skandinavischen Raum, so dass Tiefdrucksysteme aus westlichen Richtungen mehr und mehr das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen können. Im Zeitraum vom 18./20. Oktober gelingt es einem Tiefdrucksystem sich über Deutschland zu positionieren und im weiteren Verlauf sich weiter nach Südosten bis über die Mittelmeerregion zu verlagern. Nach Abzug des tiefen Luftdrucks gelingt es einem Hochdruckkeil des Azorenhochs kurzweilig eine Hochdruckverbindung zum Hochdrucksystem über dem westlichen Russland aufzubauen, so dass die Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 21./23. Oktober abklingen kann. Im weiteren Verlauf gelingt es den Hochdrucksystemen im Zeitraum vom 23./28. Oktober nicht, die Hochdruckbrücke über Deutschland aufrecht zu erhalten. So bleibt das Hoch über dem westlichen Russland nahezu Ortsfest, während das Azorenhoch sich auf dem Atlantik steil nach Norden in Richtung Grönland aufstellen kann. Somit blockiert das Azorenhoch die atlantische Frontalzone, bzw. unterbindet den sog. Westdrift. In Folge dessen meridionalisiert das Zirkulationsmuster zunehmend, so dass ein Tiefdrucksystem über dem europäischen Nordmeer über Mitteleuropa nach Süden "abtropfen" kann und deine Trogwetterlage herbeiführen kann. Neben zahlreichen Schauern wäre im Zeitraum vom 24./28. Oktober mit einer spürbaren Abkühlung zu rechnen. Wie kalt kann es werden? Simuliert werden bspw. Am 28. Oktober Tageshöchstwerte, welche im Bereich zwischen +1/+10 Grad liegen können. Schneeschauer wären nach diesen Berechnungen über mittlere Lagen bis teils in tiefere Lagen nicht auszuschließen

Das europäische Wettermodell simuliert zunächst eine ganz ähnliche Entwicklung wie das amerikanische Wettermodell, jedoch verlagert sich das Azorenhoch nicht als blockierendes Wetterelement weiter nach Westen auf den Atlantik, sondern positioniert sich zum 21. Oktober mit seinem Kerngebiet zunächst über England und zum 23. Oktober zwischen Skandinavien, England und Island/Grönland. Im Ergebnis aus dieser Wetterentwicklung hat die atlantische Frontalzone ebenfalls kaum Chancen, sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen. Stattdessen meridionalisiert auch nach dieser Simulation das Zirkulationsmuster zunehmend, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es über Deutschland, Österreich und der Schweiz kühler werden kann.

Rein statistisch betrachtet kommen Schneefälle im Zeitraum zwischen dem 25./31. Oktober öfters vor, sind jedoch bedingt durch den relativ hohen Sonnenstand noch nicht mit einem "Wintereinbruch" gleichzusetzen. Und dennoch sollte man sich langsam Gedanken darüber machen, wann man die Winterreifen auf sein Auto aufziehen möchte - ein guter Zeitpunkt wäre das kommende Wochenende.

Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich einen mäßiges Temperaturniveau im Zeitraum vom 19./28. Oktober. So liegt das Temperaturspektrum am 21. Oktober zwischen +6/+15 Grad (Mittelwert: +10/+12 Grad) und am 28. Oktober zwischen +4/+15 Grad (+8/+10 Grad). Mit anderen Worten könnten am kommenden Wochenende die Temperaturen zum letzten Mal in diesem Jahr die +20 Grad Marke überschreiten, wobei die +20 Grad auch schon in den Wintermonaten überschritten wurden.

Etwas deutlicher zeigt sich ein im Trend normales bis leicht zu kühles Temperaturniveau im letzten Oktober-Drittel anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+9) / normal (+10/+16) / zu warm (>+17), welche am 23. Oktober bei 40/55/5 und am 28. Oktober bei 55/40/5 liegen. Für die Jahreszeit zu warme Temperaturen sind im letzten Oktober-Drittel zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich.

Das Langfristmodell bleibt seiner Linie der letzten Wochen unverändert treu. So wird der November mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als leicht zu mild prognostiziert , während die Wintermonate von Dezember, Januar und Februar mit einer Abweichung von +1/+2 Grad im zu warmen Bereich liegen können. Das Langfristmodell der NASA berechnet für den November eine leicht zu warme Tendenz, während die Monate von Dezember bis Februar normal bis auch leicht zu kalt ausfallen könnten. Geht es nach den Berechnungen des METOffice, so liegt die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Verlauf zwischen 40-60 Prozent, für einen normalen Verlauf zwischen 0-40 Prozent und einem zu kalten Verlauf des Winters bei 20-40 Prozent. Da ist also noch Spielraum vorhanden - sowohl in die eine, wie auch andere Richtung.

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