Mit Temperaturen zwischen +9/+14 Grad, meist starker bis wechselnder Bewölkung und etwas Niederschlag ist der Wettercharakter bis zum kommenden Montag als typisch herbstlich zu bezeichnen. Die Temperaturen bewegen sich mit einer negativen Abweichung von 5 bis 8 Grad in dem für die Jahreszeit zu kalten Bereich. Der Grund hierfür ist ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum, welches im Verbund mit einem Tief über dem östlichen Europa kühlere Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führen kann (s. Wettervorhersage Oktober).

Ist denn auch Schnee möglich? Insbesondere in den Nächten können die Temperaturen bei Aufklaren in Richtung der 0 Grad Marke absinken, dass ist aber nur der Fall, wenn es gleichzeitig trocken ist. So ist zwar frühmorgendlicher Reif nicht auszuschließen, von Schneefall bis in tiefere oder mittlere Lagen hinab kann zum heutigen Stand nicht ausgegangen werden. Vielmehr schwankt die Schneefallgrenze tagsüber zwischen 1.300 - 1.800 Meter.

Wie lange bleibt es noch so "kalt"? Unter dem Aspekt, dass die Temperaturen in den letzten Monaten grundsätzlich gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm waren, so darf es sicherlich auch mal eine längere Zeit kühler bleiben. Im Zeitraum vom 9./15. Oktober berechnet das amerikanische Wettermodell das Hochdrucksystem weiterhin über Skandinavien. An seinen südlichen Gradienten entwickelt sich über der Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem, so dass die kühle und auch unbeständige Wetterlage bis zum 15. Oktober anhalten könnte. Darüber hinaus zeigt sich im Zeitraum vom 16./19. Oktober ein langsamer Abbau des Skandinavienhochs, während vom Atlantik her die Tiefdrucksysteme bis nach Mitteleuropa vordringen können. Gleichzeitig kann sich das Azorenhoch nach Norden in Richtung Grönland aufwölben, so dass ein erneut meridionales Nord-Süd Strömungsmuster über Deutschland, Österreich und der Schweiz entstehen kann. Mit anderen Worten: zwar verändert sich nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells die Großwetterlage im Zeitraum vom 15./20. Oktober, jedoch mit einem unbeständigen und mäßig warmen Wettercharakter zeigen sich nur wenig Veränderungen auf das Wetter über Deutschland.

Etwas anders - und interessanter - sind die möglichen Wetterentwicklungen nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells. Bei dieser Variante - welche in den Wintermonaten häufiger zu beobachten ist - weicht das Skandinavienhoch nicht nach Osten aus, sondern verlagert seinen Schwerpunkt in Richtung Island und Grönland. In Folge daraus wird die atlantische Frontalzone bis zum 14. Oktober auf dem Atlantik blockiert, so dass dessen Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa nicht gegeben ist. Stattdessen sorgt ein Tiefdrucksystem über dem Bereich der Barentssee im Verbund mit dem Hoch für einen "Kaltluftausbruch" nach Süden über das östliche Europa, wobei die kalten Luftmassen über Umwege auch nach Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen könnten.

Um die oben aufgestellte Frage nach dem Schnee noch einmal zu erneuern, könnten nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells die Tageswerte im Zeitraum vom 11./13. Oktober auf nasskalte Werte zwischen +3/+8 Grad absinken, so dass die eine oder andere Schneeflocke über den mittleren Lagen (500-800 Meter) nicht gänzlich auszuschließen wäre.

Bleibt es kalt, oder wird es wärmer, was ist wahrscheinlicher? Hochdrucksysteme über dem skandinavischen Raum sind meist keine vorübergehende Erscheinung, sondern halten sich für längere Zeit - insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten. Da die für Mitteleuropa normale Zirkulationsstruktur von West nach Ost durch so ein Hochdrucksystem gestört wird, spricht man auch von einer gestörten Zirkulation. Hält sich das Hoch längere Zeit, so werden die Veränderungen im Strömungsmuster auch nachhaltiger. Insofern zeigt sich durchaus eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen leicht zu kalten Verlauf des zweiten Oktober-Drittels.

Die Kontrollläufe bestätigen diesen Trend. Zwar zeigt sich im Zeitraum vom 13./19. Oktober eine leicht positive Temperaturentwicklung, diese liegt jedoch mit ihrem Mittelwert leicht unter, bzw. im normalen Bereich. So liegt das Temperaturspektrum am 14. Oktober zwischen +5/+14 Grad (Mittelwert: +10/+11 Grad) und am 20. Oktober zwischen +4/+16 Grad (Mittelwert: +9/+11 Grad).

Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+12) / normal (+13/+19) / zu warm (>+20), liegen am 15. Oktober bei 60/35/5 und am 20. Oktober bei 60/25/15 und bestätigen den mit höherer Wahrscheinlichkeit zu kühlen Temperaturverlauf im zweiten Oktober-Drittel. Mit anderen Worten: der Herbst ist da und bleibt erstmal.

Sollten sich die länger anhaltende zu kühle Temperaturperiode tatsächlich bewahrheiten, so könnte der Mittelwert bis zum 20. Oktober gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt ausfallen. Betrachtet man den aktuellen Wettertrend des Langfristmodells, so liegt die Abweichung mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Gut möglich also, dass sich im letzten Oktober-Drittel etwas in Richtung wärmere Temperaturen verändern kann. Für November und Dezember liegt die Abweichung mit -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden und für Januar und Februar 2017 mit +1/+2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Insofern hat sich am Wettertrend Winter 2016/17 wenig verändert und wird nach den Langfristmodell als zu warm berechnet.

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