In den letzten Tagen zeichnete sich insbesondere in der Simulation des amerikanischen Wettermodells eine Normalisierung des Temperaturverlaufs im letzten Februar-Drittel ab. Anders formuliert zeigen die Simulationen der Wettermodelle im zweiten Februar-Drittel eine überwiegende Hochdruckdominanz über Mitteleuropa, bei der die Temperaturen - je nach Sonnenscheindauer - mit +1/+10 Grad sich zumeist im mäßig milden Bereich bewegen können. Spannend bleibt weiterhin die Frage, wohin die neutrale Temperaturtendenz im letzten Februar-Drittel neigt - leicht zu kalt oder leicht zu warm? Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum 20./21. Februar mit einem Kerndruck von bis zu 950 hPa einen kräftigen Tiefdruckwirbel über dem skandinavischen Raum. Gleichzeitig wird das Hochdrucksystem über Mitteleuropa etwas weiter nach Westen positioniert und "keilt" in weitere Abfolge im Zeitraum 22./25. Februar nach Norden in Richtung Island auf. Im Zusammenspiel beider Systeme meridionalisiert das Zirkulationsmuster über Mitteleuropa zunehmend, so dass winterliche Optionen im letzten Februar-Drittel weiterhin nicht auszuschließen sind. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so wird ebenfalls ein kräftiges Tiefdrucksystem zum 21./22. Februar über dem skandinavischen Raum simuliert - jedoch gegenüber dem amerikanischen Wettermodell deutlich südlicher positioniert. In weiterer Abfolge würde das Hoch Mitteleuropa weiter nach Westen abrücken, sich aber nicht wie im amerikanischen Wettermodell nach Norden aufwölben, sondern bedingt durch die südlichere Position des Tiefdrucksystem Skandinavien mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Nordwestwetterlage zur Folge haben. Anders ausgedrückt wäre demnach der Wettercharakter wechselhaft, windig und nasskalt. Wie wahrscheinlich ist ein mildes, nasskaltes oder gar winterliches Szenario im letzten Februar-Drittel? Mit fortschreitender Jahreszeit und dem zunehmend höheren Sonnenstand bedarf es in der Höhe schon recht kalte Luftmassen um winterliche Szenarien bis in tiefere Lagen zu ermöglichen. In einigen Varianten der Kontrollläufe sind diese Szenarien durchaus berücksichtigt, jedoch zum heutigen Stand noch weniger wahrscheinlich, so dass im Mittelwert vieles auf einen nasskalten Wetterabschnitt in tieferen Lagen hindeutet. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 22. Februar zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad) und am 26. Februar zwischen -5/+10 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (-1/+5) / zu warm (>+5) liegen am 22. Februar bei 10/20/70 und am 26. Februar bei 30/45/25, was den Normalisierungstrend der Temperaturen im letzten Februar-Drittel noch etwas deutlicher macht. Spannend bleibt auch die Entwicklung des Polarwirbels im letzten Februar-Drittel, welcher je nach Wettermodell mehr oder minder einen Polarwirbelsplitt erfahren kann. In einigen Varianten verläuft der mögliche Polarwirbelsplitt hinsichtlich des Winters in positiver Richtung, so dass aus Sicht des Polarwirbels in den kommenden Tagen durchaus noch mit Überraschungen gerechnet werden kann. Warum? Der Grund für ein Polarwirbelsplitt ist ein "Polarhoch", welches sich zwischen dem Polarwirbel schiebt und ihn in mindestens zwei Teilwirbel aufteilt. Dieser Vorgang ist relativ komplex und eine geringfügige Verschiebung der Hochdruckachse kann frühlingshafte oder tiefwinterliche Temperaturen zur Folge haben. Das Langfristmodell korrigiert sich Aufgrund des wohl zu milden zweiten Februar-Drittels etwas und zeigt für den Februar gegenüber dem langjährigen Temperaturmittelwert im Norden eine Abweichung von +0,5/+2 Grad und im Süden eine Abweichung von -1/+0,5 Grad bei einer deutlich negativen Niederschlagserwartung in ganz Deutschland.

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