Die ersten Tage im neuen Jahr beginnen heute zunächst noch ruhig, werden aber bis einschließlich Samstag zunehmend turbulenter verlaufen. Insbesondere das bevorstehende Tauwetter im Süden wird mit teils kräftigen Niederschlägen die Flüsse voraussichtlich kräftig ansteigen lassen - auch Starkwindereignisse sind in Böen an der Küste und über exponierten Lagen zu erwarten und die Landschaft wird wohl etwa unterhalb 700-800 Meter wieder zunehmend eine grüne Farbe annehmen. Der Grund hierfür ist die auflebende Wetteraktivität auf dem Atlantik, welche in Schüben aus westlichen Richtungen mildere Luftmassen nach Deutschland führen kann. Jeweils auf der Rückseite der abziehenden Tiefdrucksystemen ist auch die Zufuhr von kühleren Luftmassen nicht ausgeschlossen, so dass es zu einem Auf und Ab der Temperaturen kommen kann - winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen hinab sind bis zum 6. Januar äußerst unwahrscheinlich und der Winter wird sich überwiegend auf höhere Lagen (> 700 Meter) zurückziehen. Im Zeitraum 5./7. Januar kann sich mit einem Hochdruckkeil über Deutschland vorübergehend eine Wetterberuhigung einstellen. In einem Zusammenspiel des Hochdrucksystems mit einem Tiefdruckwirbel über der Barentssee und Karasee können kalte Luftmassen über das östliche Europa weit nach Süden bis über das östliche Mittelmeer transportiert werden. Für Freunde des Winterwetters ist das aber keine sonderlich positive Wetterentwicklung, da mit dem Kaltluftausbruch über dem östlichen Europa das Hochdrucksystem weiter nach Osten "gezogen" werden kann. Die Wetteraktivität auf dem Atlantik bleibt in Takt, so dass nach den Simulationen des amerikanischen Wettermodells die nachfolgenden Tiefdrucksysteme die Grundströmung zunehmend auf eine südwestliche Richtung über Mitteleuropa drehen können. Im Zeitraum 7./12. Januar wäre mildes, teils windiges und wechselhaftes Wetter die wahrscheinlichste Variante daraus und winterliche Verhältnisse sind kaum zu erwarten. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so lässt sich das Hoch ebenfalls nach Osten abdrängen und im Zeitraum 7./8. Januar kann die Grundströmung kurzweilig auf eine milde Südwestströmung umschwenken, jedoch kann sich nach dieser Simulation das Azorenhoch auf dem Atlantik etwas aufwölben, so dass die Grundströmung von ursprünglich Südwest bis zum 11. Januar wieder auf nordwestliche Richtungen drehen kann. Beide Wettermodelle simulieren im Zeitraum 7./12. Januar Potential für Starkwindereignisse, teils auch für Extremwindereignisse. Die Kontrollläufe stützen das Auf und Ab der Temperaturen zwischen milden und nasskalten Werten bis zum 12. Januar mehrheitlich. Insbesondere im Zeitraum zwischen dem 4./7. Januar ist die Niederschlagserwartung in den gängigsten Simulationen als gering - im Zeitraum zuvor und danach - als hoch einzustufen. Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 10. Januar zwischen -4/+12 Grad bei einem Mittelwert der mit +3/+5 Grad im überwiegend nasskalten Bereich liegt. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) betragen am 10. Januar 10/35/55. Was macht der Polarwirbel? Über Grönland/Kanada kommt der Kaltluftwirbel bis zum 8. Januar richtig in Schwung, so dass der überwiegende Teil des Polarwirbels für Freunde des Winterwetters sich in einer "ungünstigen" Position befindet. Warum? Der "Wettermotor" auf dem Atlantik bleibt in Schwung und bekommt mit Zufuhr kalter Höhenluftmassen weitere Energie geliefert, so dass die oben beschriebene Wetterentwicklung hinsichtlich einer nasskalten bis milden Westwetterlage über Mitteleuropa gestützt werden. Etwas anders ist die Simulation des europäischen Wettermodells, welchen den Kaltluftwirbel nicht über Kanada/Grönland positioniert, sondern weiter "auseinanderzieht", so dass der Kaltluftwirbel sich im Zeitraum 7./11. Januar zwischen Kanada, Grönland und dem europäischen Nordmeer erstrecken kann. Grundsätzlich sind in solch einer Konstellation auch kühlere Varianten möglich. Was macht das Warming in Stratosphärenhöhe? Aktuell ist der Höhepunkt des Minor-Warmings überschritten und die Luftmassen kühlen sich von -12 Grad auf aktuell -24 Grad bereits wieder etwas ab, jedoch folgt bis zum 5. Januar ein Splitt des Polarwirbels in Stratosphärenhöhe. Das Warming bleibt konstant in seiner Berechnung und wird von Simulation zu Simulation etwas stärker und konsequenter berechnet, so dass ein mögliches Major-Warming wahrscheinlicher und für Winterfreunde durchaus als "Hoffnungsschimmer" angesehen werden kann. Warum? Kommt es zu einem Major-Warming, so gibt es in Folge daraus höhere Wahrscheinlichkeiten für meridionale Zirkulationsmuster über Mitteleuropa und zonale Muster wie eine Westwetterlage werden weniger Wahrscheinlich. Anders ausgedrückt werden winterliche Verhältnisse über Mitteleuropa bei einem Major-Warming wahrscheinlicher. Man wird abwarten müssen, wie die Simulationen der Wettermodelle in den kommenden Tagen darauf reagieren werden - an der der bevorstehenden Milderung ändert das zum aktuellen Stand aber nichts - es ergibt sich daraus nur eine mögliche Antwort auf die Frage, wie lange die Milderung anhalten wird. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 20:50 Uhr eine Aktualisierung dieser Wetterprognose.
Update:
Kaum Veränderungen tagsüber - die Wettermodelle bleiben ihren Simulationen überwiegend treu und zeigen eine langsame aber stetige Milderung in den Bereich der nasskalten Temperaturen (+1/+6 Grad). Dabei überqueren in rascher Abfolge Tiefdrucksysteme Deutschland von West nach Ost und können für ein abwechslungsreiches und windiges Wetter sorgen. Insbesondere vor einem Tiefdrucksystem können mildere Luftmassen (Vorderseite) und nachfolgen wieder kühlere Luftmassen (Rückseite) nach Deutschland geführt werden. So schwankt die Schneefallgrenze zumeist um die mittleren Lagen herum (400-800 Meter) und kann Vorderseitig kurzweilig darüber liegen und nachfolgend auch bis in tiefere Lagen absinken. Mit winterlichen Verhältnissen hat das wenig zu tun. Nach einem kurzen Zwischenhocheinfluss im Zeitraum 4./7. Januar kommt die atlantische Frontalzone richtig in Schwung und nach den gängigsten Simulationen verläuft die Tiefdruckrinne mit ihren südlichen Gradienten direkt über Deutschland - Starkwindereignisse mit Potential für Extremwindereignisse sind im Zeitraum 8./12. Januar gegeben. Die Temperaturen bleiben mit Werten von zumeist +2/+7 Grad weiterhin unwinterlich und haben eher nasskalten Charakter. Die Kontrollläufe stützen weiterhin eine Milderung im ersten Januar-Drittel - so liegt das Temperaturspektrum am 10. Januar zwischen -2/+10 Grad (Mittelwert: +3/+4 im Osten und Süden und +5/+6 Grad im Westen und Norden). Die Verhältnisse von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 12. Januar bei 10/35/55.

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