Nach den Weihnachtsfeiertagen tut sich was - zwar nur Vage - aber immer wieder taucht in den Simulationen der Wettermodelle das sog. Minor-, bzw. Major-Warming auf, bei der die Temperaturen am Polarwirbelrand Aufgrund von hohen Geopotential in Stratosphärenhöhe rasch ansteigen. In den aktuellen Simulationen ist das in Richtung Jahreswechsel noch unausgeprägt der Fall - hierbei können die Temperaturen von -72 Grad bis auf -28 Grad ansteigen. Sollte das in den kommenden Tagen in Richtung -10 oder gar 0 Grad gehen, spricht man vom Major Warming. Und tatsächlich zeigt der Polarwirbel in den höheren Luftschichten eine Verlagerung seiner Achse zwischen Sibirien und Kanada anzudeuten. Was hat das für Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland? Angenommen dieses Szenario würde sich tatsächlich so durchsetzen, so ist ein Polarwirbelsplitt im Bereich des Möglichen, was den Wettermotor zwischen Grönland, Kanada und Neufundland außer Kraft setzen kann. Eine gradientenschwache Wetterlage wäre über Deutschland dann die wahrscheinlichste Variante, bei der die Temperaturen stetig zurück gehen und in Folge daraus könnte man durchaus von Winterwetter sprechen. Betrachtet man jedoch die Simulationen der Wettermodelle, so ist diese Entwicklung mit 34 Prozent zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich, als mit 43 Prozent ein Fortbestand der wechselhaften, teils nasskalten, teils aber auch milden und windigen West- bis Südwestwetterlage. Ein Indikator für den Erhalt der turbulenten und dynamischen Wetterlage bis zum Jahreswechsel ist und bleibt der positive NAO-Index und AO-Index Wert, welche beide den Zustand das Polarwirbels und den Luftdruckgegensätze zwischen Island und den Azoren beschreiben. Für einen Polarwirbelsplitt müsste zunächst der AO-Index negativ werden und im weiteren Verlauf unter Trogeinfluss (ggfs. gestörte Zirkulation) der NAO-Index. Insofern kann für Freunde des Winterwetters die aktuellen Simulationen bestenfalls als "Silberstreif am Horizont" bezeichnet werden.

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