Die Simulationen der Wettermodelle der letzten Tage zeigten eines sehr deutlich - das Grundschema der Wetterkonstellation bekommt zunehmend eine dynamische Entwicklung. Dabei "ruhen" aktuell die Systeme zueineander in einer "gestörten Zirkulation", was das außergewöhnlich warme Wetter in den kommenden Tagen ermöglicht. Tiefdrucksysteme kennen nördlich der Halbkugel im wesentlichen nur eine Zugrichtung: von West nach Ost - sofern diese nicht von Hochdrucksystemen abgelenkt werden. So zieht das aktuelle Tief bei England in der kommenden Woche entweder in Richtung Skandinavien (nördliche Ablenkung) oder es gewinnt an Energie und kann sich gegen das Hoch im Osten behaupten (West-Ost Zugbahn). Je nachdem welche Zugrichtung es einschlagen wird ändert sich die Großwetterlage grundlegend oder es bleibt im zweiten September-Drittel beim spät sommerlichen Wetter. Sehr schön zeigen das heute die Wettermodelle. Recht forsch ist dabei das amerikanische Wettermodell, welches das Tief in seiner Position von England zunächst über die Nordsee, später über der Ostsee simuliert. Dabei wird das Hoch über Skandinavien nach Osten hin abgedrängt, so dass der Weg von Westen her für weitere Tiefdrucksysteme frei wird. In Etappen schafft es die atlantische Frontalzone im weiteren Verlauf ihren Einfluss bis nach Mitteleuropa durchzusetzen. Das europäische Wettermodell simuliert das Tief bei England deutlich schwächer - das geht sogar so weit, dass es sich zum Start in die neue Woche schon nahezu aufgelöst hat. Somit ist es für das Azoren- und Skandinavienhoch ein leichtes "Spiel" eine erneute Hochdruckbrücke über Mitteleuropa aufzubauen. Bis diese allerdings Zustande kommt, gelangt Deutschland in eine nördliche Strömungskomponente - die sehr heißen Temperaturen sind dann erst einmal "vom Tisch" und sich normalisierende Temperaturwerte zwischen +16/+24 Grad sind zu erwarten. Im gleichen Zuge wird sich die Wetterdynamik zwischen Neufundland und Island weiter aktiv entwickeln, da im Zeitraum zwischen dem 12./19. September über Grönland sich höhenkalte Luft festsetzen kann. Erfahrungsgemäß setzt sich ca. 7 Tage später das dynamische Wetter in Richtung Osten hin fort. Zusammenfassend bleibt die hoch sommerliche Wetterlage bis 9./11. September erhalten. Im weiteren Verlauf ist eine kühlere (+16/+21 Grad) und teils wechselhafte Wetterlage wahrscheinlich, bevor sich ab Monatsmitte auch Tiefdruck durchsetzen könnte. Die Kontrollläufe stützen - wie bereits gestern schon simuliert - mehrheitlich einen normalisierenden Wettertrend ab dem 12./14. September. Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 15. September zwischen +10/+21 Grad und im Mittelwert bei +17 Grad, was ein typischer Wert für Mitte September ist. Das Langfristmodell zeigt für das Wetter im September weiterhin normale Werte, wobei der Süden etwas zu trocken ausfallen könnte. Im Oktober geht der aktuelle Wettertrend zu deutlich zu trockenem Wetter (goldener Oktober?), der aber normal von den Temperaturen her simuliert wird. Der November zeigt ebenfalls eine Tendenz für zu trockenes Wetter, wobei auch hier die Temperaturen normal simuliert sind.

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