Freunde des Winterwetters sollten die Woche noch bis einschließlich Samstag genießen. Es bleibt tagsüber eisig und in den Nächten gibt es mit -9/-4 Grad teils strengen Nachtfrost. Seit Tagen zeigen die Wettermodelle eine Umstellung der Großwetterlage - zunächst noch auf sehr unsicheren Beinen wird zwischenzeitlich mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% das Winterwetter ab Sonntag/Montag sein Ende in Deutschland finden. Der Grund hierfür liegt in dem massiven Kaltluftausbruch über Neufundland bis in den Atlantik hinein, wo diese Temperaturgegensätze gigantische Tiefdrucksysteme entstehen lassen. So wird z.B. zum 26. Januar zwischen Island und England ein Tiefdrucksystem simuliert, dessen Kerndruck stetig sinkt und zwischenzeitlich bei 930 hpa liegt. Dieses Tiefdrucksystem wird die Frontalzone - und damit nasskaltes Wetter - in Zyklen nach Deutschland bringen. Wo ein starkes Tiefdruckgebiet ist, ist auch ein entsprechendes Hochdrucksystem - und das befindet sich noch bei den Azoren, geht aber im weitern Verlauf vermutlich eine Hochdruckverbindung mit dem Kontinentalhoch ein. Dadurch entsteht zum 29. Januar eine milde Südwestwetterlage über Mitteleuropa. Die Schneefallgrenze steigt bei strammen Winden rasch auf über 1.000 Meter und die Tageswerte steigen ebenso rasch auf 0/+4 Grad, im Westen auch bis +6 Grad an. Gibt es noch winterliche Varianten? Ja, die gibt es, auch wenn diese immer unwahrscheinlicher werden - wenn dann aber in Form der Hochdruckverbindung zwischen dem Azoren- und dem Kontinentalhoch und auch nur dann, wenn diese Brücke weit westlich verläuft könnte es in Deutschland ruhiges und relativ kaltes Hochdruckwetter geben. Was macht der Polarwirbel? Der bleibt gestört, auch wenn das major warming von Anfang Januar nun allmählich nachlässt. Der AO-Index geht für Anfang Februar wieder deutlicher in den negativen Bereich, was im wesentlichen dem Polarhoch zu verdanken ist, dessen Druckgradienten teilweise bis 1060 hpa ansteigen. Anfang Februar gibt es erneute Tendenzen zu einem Polarwirbelsplit, wenn das kanadische Hoch mit dem sibirischen Hochdrucksysteme eine Verbindung über die Polarregion eingehen sollte. Das entspricht im wesentlichen auch der heutigen Annahme, dass die Milderung nur von kurzer Dauer sein könnte, da die Wellenbewegung weiterhin erhalten bleibt und in Mitteleuropa Anfang Februar rasch wieder eine Troglage einsetzen könnte. Zudem liegt die Kaltachse des Polarsystems Anfang Februar in einer Position, die eher für winterliche Verhältnisse spricht. Was zeigen die Kontrollläufe? Auch hier ist die Milderung deutlich und einheitlich erkennbar. Zum Monatswechsel nehmen die Unsicherheiten erneut zu, wobei das Mittel mit 0/+5 Grad im nasskalten Bereich liegt - zum 2. Februar gibt es vermehrt kältere Varianten. Das Langfristmodell simuliert das Wetter im Februar etwas milder als in den vergangenen Tagen, wobei das Wetter im Norden weiterhin zu kalt, im Süden normal bis leicht zu kalt bleibt. Im Norden soll demnach etwas weniger Niederschlag als im Süden fallen. Grundsätzlich zeigt diese Simulation ein Skandinavienhoch mit kontinentaler Komponente. Im Laufe des Abends geben wir eine Aktualisierung dieser Wetterprognose heraus.
Update:
Auch tagsüber hat sich nur geringfügig etwas an den Simulationen verändert und es bleibt dabei: um den 28./29. Januar wird es in Deutschland mit 0/+4 Grad zunehmend nasskalt und wechselhaft. Wie Perlen an einer Schnur reihen sich die Tiefdrucksysteme aneinander auf und überqueren im raschen Ablauf Mitteleuropa. Zum 30. Januar kann sich das Azorenhoch evtl. über Mitteleuropa aufwölben und für trockenes, aber dennoch mildes Wetter sorgen. Spielraum für einen Fortbestand des winterlichen Szenarios sind mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% nur noch als sehr gering einzustufen.

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