Wetterprognose Sommer - Der strukturelle Umbau der Großwetterlage in Richtung Sommerwetter?

Kommt der Sommer in der zweiten Augustdekade auf Touren?

Sommerwetter ist in den kommenden Tagen nicht zu erwarten, dafür immer wieder Regen in unterschiedlichster Intensität und Dauer. Sonnige Momente sind nur vorübergehender Natur. Schlägt sich zum Beginn der zweiten Augustdekade dann der Sommer durch - wie stehen die Chancen?

Wenig sommerlich. Der August startet mit vielen Wolken und zeitweiligem Niederschlag, der meist in Form von Schauern niedergeht und regional länger andauernd ausfallen kann. Das vereinzelte Auftreten von Gewittern ist nicht auszuschließen. Zwischendurch sind auch immer wieder sonnige Abschnitte möglich.

Mäßig warm

Die Temperaturen pendeln sich bei einem schwachen bis mäßigen Wind aus westlichen Richtungen auf +18 bis +24 Grad ein und können mit starker Bewölkung und entsprechendem Niederschlag sich um die +15 Grad-Marke herumbewegen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2021.

So ist bis zum 6. August kein Sommerwetter möglich
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: So ist bis zum 6. August kein Sommerwetter möglich
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Sommer bekommt seine Chance

Gestern berechnete die Wetterprognose des europäischen Wettermodells eine gigantische Hochdruckzone, die sich von der Mittelmeerregion über Skandinavien, der Barentssee und Karasee bis nach Alaska - quer durch die Polarregion - erstreckte. Das Konstrukt gibt es auch heute wieder zu bestaunen, jedoch mit ein paar Veränderungen in den Details.

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Hoher Luftdruck über der Barentssee

Die Hochdruckzone baut sich bis zum 8. August umfassend auf und züngelt mit ihrem Ende in Richtung Alaska. Doch dieses Konstrukt kann sich in der Form nicht behaupten und zentralisiert sich zum 10. August über der Barentssee. Westlich vom Hoch tobt sich die atlantische Frontalzone aus und versucht mit allem, was zur Verfügung steht, das Hoch an seiner Positionsfindung zu stören.

Unbeständig warmes Sommerwetter

Durch das Anrennen der Tiefdruckgebiete weicht die Hochdruckachse ein wenig nach Osten aus. Nicht viel, aber es reicht aus, damit die Tiefdrucksysteme ihren Einfluss auf das Wetter über Deutschland ausdehnen können. Die Luftmassen werden aus südwestlichen Richtungen zugeführt und sind meist feucht-warmer und labiler Struktur.

Was folgt, ist eine bis zum 10. August anhaltende Neigung zu Schauern und Gewittern. Die Temperaturen aber steigen mit +22 bis +26 Grad in einen Bereich an, der für die Jahreszeit absolut typisch ist. Schaut man sich die nachfolgenden Wetterkarten genauer an, so wird man erkennen, dass sehr viel von der Positionierung abhängen wird. Anders formuliert ist in den kommenden Stunden mit Veränderungen zu rechnen - sowohl in die eine wie auch andere Richtung.

Eine gigantische Hochdruckzone (li.) versucht sich über Skandinavien (re.) zu zentralisieren
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Eine gigantische Hochdruckzone (li.) versucht sich über Skandinavien (re.) zu zentralisieren
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Schwül-warmes Gewitterwetter

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist ähnlich gestrickt, jedoch mit einem Unterschied. Das Hoch keilt früher und westlicher nach Norden auf.

Tiefdruckdominanz

Die atlantischen Tiefdrucksysteme haben das Wetter über Deutschland bis zum 8. August im Griff. Immer wieder kommt es zu Niederschlägen unterschiedlichster Intensität und Dauer. Die vielen Wolken verhindern die meiste Zeit über den Sonnenschein und die Temperaturen pendeln sich auf +17 bis +23 Grad und über den östlichen Landesteilen auf bis +25 Grad ein.

Schauer und Gewitter

Ab dem 9. August beginnt ein Hochdruckkeil des Azorenhochs seine Fühler in Richtung Europa auszustrecken und dehnt sich zum 10. August in Richtung der Polarregion nach Norden aus. Doch gelingt es dem Hoch nicht, eine Zentralisierung zu erreichen und wabert regelrecht im Bereich von Spanien bis über die Karasee herum. Die Großwetterlage ist wenig dynamisch und neigt zur Labilität, was bis zur Monatsmitte zu weiteren - teils kräftigen - Schauern und Gewittern führen kann.

Sommerlich warm

Die Temperaturen aber pendeln sich mit Beginn der zweiten Augustdekade auf sommerliche +24 bis +28 Grad ein und können phasenweise die +30 Grad-Marke anvisieren. In Verbindung mit einer hohen Luftfeuchtigkeit sind die Luftmassen als schwül-warm bis heiß zu bewerten.

Gradientenschwache und feucht-labil geschichtete Luftmassen sorgen für sommerlich warmes und unbeständiges Wetter
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Gradientenschwache und feucht-labil geschichtete Luftmassen sorgen für sommerlich warmes und unbeständiges Wetter
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Regenprognose: Wie viel Regen ist zu erwarten?

Beide Vorhersage-Modelle berechnen zwar höhere Temperaturen, doch zeigt sich nach wie vor keine Stabilität in der Entwicklung. Ja, das Potential für eine hochsommerliche Wetterlage ist vorhanden, doch fehlt der entsprechende - letzte - Impuls. Und so kommt es bis zum 10. August immer wieder zu Niederschlägen unterschiedlichster Intensität und Dauer. Zudem hängen die Niederschlagsschwerpunkte stark von der Zugbahn ab. Was sich aber seit Tagen immer wieder bestätigt ist, dass einer der Schwerpunkte über Baden-Württemberg und Bayern und dort über den Regionen südlich der Donau liegen kann. Weiter nach Norden lässt die Niederschlagsneigung nach und es können sich trockenen Regionen - vornehmlich über dem Osten - herausbilden.

Viel Regen über der Südhälfte und auch sonst ist bis zum 10. August nicht mit einem stabilen Sommerwetter zu rechnen
Regenprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Viel Regen über der Südhälfte und auch sonst ist bis zum 10. August nicht mit einem stabilen Sommerwetter zu rechnen
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Auf den Punkt gebracht: Der Sommer in der zweiten Augustdekade?

Die Großwetterlage zeigt sich bis zum 7. August eingefahren und an der Tiefdruckdominanz ändert sich zunächst einmal wenig. Im nachfolgenden Zeitraum ändert sich die Großwetterlage grundlegend. Ein Hochdrucksystem keilt nach Norden in Richtung Skandinavien und der Barentssee auf und wird die Großwetterlage ab der zweiten Augustdekade dominieren können. Ob das mit sommerlichen Temperaturen gelingt, hängt noch stark davon ab, wie sich der Hochdruckkomplex wird positionieren können.

Ein kräftiger Impuls in Richtung Sommer

Der Wettertrend der Kontrollläufe betätigt seit Tagen ein ab dem 6. August ansteigendes Temperaturniveau, dass sich bis zum 17. August fortsetzt. Über dem Süden und dem Osten liegt die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 um +1 bis +2 Grad und im Trend um bis +3 Grad im zu warmen Bereich. Über dem Westen und Norden pendelt sich die Abweichung zwischen +0 bis +1 Grad und im Trend bis +2 Grad ein.

Nachlassende Niederschlagstätigkeit

Bis zum 9. August berechnen die Kontrollläufe eine erhöhte Niederschlagsneigung, die im Verlauf der zweiten Augustdekade sichtlich nachlässt und sich in einem leicht erhöhten Bereich bewegt. Anders formuliert lässt das den Rückschluss auf eine nicht allumfassende Hochdruckdominanz zu, die man heute sehr schön im Mittelwert aller Kontrollläufe erkennen kann.

Eine Hochdruckzone über Mitteleuropa wird zunehmend wahrscheinlicher
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Eine Hochdruckzone über Mitteleuropa wird zunehmend wahrscheinliche
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
7. August +14 bis
+26 Grad
+20 bis
+22 Grad
11. August +17 bis
+30 Grad
+21 bis
+23 Grad
16. August +16 bis
+35 Grad
+24 bis
+26 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +5,0 +2,4 +1,1 208,7 l/m² - zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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