Ein Hochdrucksystem setzt sich in den kommenden Stunden über Deutschland durch und sorgt für ansteigende Temperaturen in den früh somemrlich warmen Bereich. Doch passend zum nächsten verlängerten Wochenende zeigt sich im Wettertrend eine Umstellung der Großwetterlage.

Zwar zeigt sich über dem Süden und Osten noch häufig starke Bewölkung und es sind auch noch gelegentlich leichte Niederschläge zu erwarten, doch ab Freitag nehmen auch hier die Sonnenstunden zu und die Schauer und Gewitter ziehen sich an die Alpen zurück. Der Grund hierfür ist ein Hochdruckkeil, welcher sich über Deutschland ausdehnen kann und sich zum Wochenende über Skandinavien positionieren kann. In Folge daraus dreht die Grundströmung über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf westliche Richtungen und lässt das Wetter im Mai trockener und mit Temperaturen von +20 bis +25 Grad und örtlich bis +27 Grad auch sommerlich warm werden.

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Früh sommerliches Wetter auch am Vater- und Muttertag?

Wie lange hält sich das Hochdrucksystem über Skandinavien? Wie bereits gestern in der Wetterprognose für Pfingsten schon erläutert, zeigt sich in den Berechnungen der Wettermodelle durchaus eine Variante ab, bei der auch das zweite Mai-Drittel von hohem Luftdruck dominiert werden könnte. Die höhere Wahrscheinlichkeit aber liegt bei einem Wetterwechsel - passend zum 10. Mai - Christi Himmelfahrt, oder auch Vatertag.

Abkühlung zu den Eisheiligen?

Das amerikanische Wettermodell berechnet aktuell eine Variante, bei der sich das Skandinavienhoch von der atlantischen Frontalzone nach Osten wegdrücken lässt. In Folge daraus gelingt der atlantischen Frontalzone - relativ rasch - der Durchbruch bis nach Skandinavien. Nachfolgend verläuft die Tiefdruckrinne im Zeitraum vom 10. bis 12. Mai von Neufundland über Island und England bis kurz vor Deutschland.

Der Wettercharakter kann ab diesem Zeitpunkt deutlich unbeständiger werden, aber bedingt durch die Vorderseitenanströmung bleiben die Temperaturen zunächst noch auf einem Jahreszeit typischen Niveau. Die eigentliche Umstellung auf ein anderes Strömungsmuster erfolgt zum 13. Mai (Muttertag). Die Frontalzone lässt dem Azorenhoch den Spielraum, sich auf dem Atlantik weit nach Norden aufzuwölben. In Folge dessen meridionalisiert das Strömungsmuster zum 15. Mai, was kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann.
Wie kühl kann es werden? Sollten sich die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells bewahrheiten, so wäre mit teils kräftigen Niederschlägen und Temperaturen von +7 bis +13 Grad und mit Sonnenschein bis +17 Grad zu rechnen. Das entspräche der Wettersingularität der Eisheiligen!

Polarwirbelberechnung Mai

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Kühle Nordströmung zu den Eisheiligen? © www.meteociel.fr

Warme Frühlingswetterlage

Das europäische Wettermodell zeigt, dass eine Abkühlung im Zeitraum vom 10. bis 13. Mai nicht unbedingt eintreten muss. So schwächt sich zwar auch nach diesen Berechnungen das Skandinavienhoch zum 10. Mai ab, doch der nächste Hochdruckkeil des Azorenhochs strebt schon in Richtung Mitteleuropa, was für die Jahreszeit zu warme Frühlingswetter bis zum 13. Mai erhalten könnte

Polarwirbelberechnung Mai

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Hochdruckzone bleibt erhalten © www.meteociel.fr

Wettertrend: Wetterwechsel möglich

Die Schwankungen in den Simulationen der Wettermodelle sind ein eindeutiges Signal für Veränderungen der Großwetterlage und auch die Kontrollläufe stützen dieses Signal mehrheitlich. So wird der Zeitraum vom 5. bis 10. Mai in ganz Deutschland deutlich zu warm berechnet. Zeitweilig liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert um 4 bis 7 Grad im zu warmen Bereich.

Im Zeitraum vom 10. bis 13. Mai aber zeigt sich eine deutliche Erhöhung der Niederschlagserwartung. Gleichzeitig sinkt das Temperaturniveau mit seinem Mittelwert auf ein Jahreszeit typisches Niveau ab. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells gilt dabei als kalter Ausreißer und ist zum aktuellen Stand weniger von Bedeutung.
Viel interessanter aber ist das breite Entwicklungsspektrum, welches sich in einer Höhe von rund 1.500 Meter von -4 bis +12 Grad erstreckt und eine Differenz von 16 Grad aufweist. Zum Vergleich: für eine halbwegs vernünftige Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2 bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von 2 bis 6 Grad wünschenswert.

Auf den Punkt gebracht: Eine Umstellung der Großwetterlage zum 10. Mai ist nicht unwahrscheinlich, ob daraus aber auch kalte Eisheilige werden, kann zum aktuellen Stand noch hinterfragt werden. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen Mai 2018 vom 02.05.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Gelingt also der Umbruch in der zweiten Mai-Hälfte, oder bleibt es für die Jahreszeit zu warm? Das Langfristmodell hält die Wahrscheinlichkeiten für eine Abkühlung, bzw. Normalisierung der Temperaturen im Mai offen. So liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert zwischen -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Juni 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
Juli 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal, im Trend leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 02.05.2018

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