Im Verlauf der zweiten Juliwoche sorgt die atlantische Frontalzone mit ihrer dazugehörigen Tiefdruckrinne für einen abwechslungsreichen, windigen und auch spürbar kühleren Wettercharakter. So können die Temperaturen bis zum kommenden Wochenende zum Vergleich mit dem vorherigen, um 8 bis 12 Grad auf Werte zwischen +17 bis +23 Grad zurückgehen, wobei es mit länger andauerndem Regen auch noch etwas kühler werden kann.

Temperaturtrend geht in Richtung Sommer

Bereits seit einigen Tagen berechnen beide Wettermodelle ab dem 15., bzw. 16. Juli den Aufbau von hohem Luftdruck über dem östlichen Europa, Skandinavien und westlichen Russland, während sich zur gleichen Zeit ein Hochdruckkeil des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa ausdehnen kann. Folglich sind drei Wetterentwicklungen zum heutigen Stand zum Beginn des letzten Julidrittels in Betracht zu ziehen.

  • In der ersten Variante gelingt der Aufbau von hohem Luftdruck über Mitteleuropa, was die Temperaturen mit Hilfe des Sommerhochs rasch Werte ansteigen lassen kann. Der Wettercharakter selbst wäre bei dieser Variante als sommerlich stabil zu bezeichnen.
  • In der zweiten Entwicklung bleibt eine Lücke zwischen dem Azorenhoch und dem Hoch über dem westlichen Russland bestehen, in welche die Tiefdrucksysteme von Nordwesten her auf Deutschland, Österreich und die Schweiz übergreifen können. Sommerwetter hätte bei dieser Variante wenig Chancen sich durchzusetzen. Vielmehr wäre ein zu kühler und auch zu nasser Wetterabschnitt zu erwarten.
  • In der dritten Entwicklungsmöglichkeit schwächt sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa ab und lässt sich von den Tiefdrucksystemen nach Südosten abdrängen. Die Wetterlage was daraus entstehen kann, ist der aktuellen sehr ähnlich, bei der mit Hilfe der Tiefdruckvorderseite sommerlich warme, aber auch feuchte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Das Auf und Ab der Temperaturen, sowie der wechselhafte Wettercharakter würde auch im letzten Julidrittel so seine Fortsetzung finden können.

Sommerwetter oder…?

Die Kontrollläufe bestätigen einen nach dem 16. Juli ansteigenden Temperaturtrend in Richtung von Werten, welche für den Sommer typisch sind. Darüber hinaus zeigen sich vermehrt Schwankungen um den langjährigen Mittelwert herum und weisen ab dem 20. Juli einen positiven Trend aus bei einer leicht erhöhten bis mäßigen Niederschlagsberechnung. Mit anderen Worten formuliert bleibt das Sommerwetter mit hoher Wahrscheinlichkeit wechselhaft, wobei die Temperaturen in den sommerlich warmen Bereich ansteigen können.

Diagramm Temperaturen im Juli 2017 vom 10.07.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Juli 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Sommer 2017 wird zu warm

Nach den aktuellen Wettervorhersagen des Langfristmodells für die verbleibenden Sommermonate Juli und August wird zum heutigen Stand eine Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich berechnet, wobei der Juli über dem Westen und Südwesten mit einer Abweichung bis +1 Grad leicht zu warm und mit -1 Grad über dem Norden und Nordosten auch leicht zu kühl ausfallen kann, während der August 2017 mit einer Abweichung von +1 Grad generell eine leicht zu warme Tendenz aufweist. Zusammen mit dem Juni ergibt sich zum heutigen Stand eine Gesamtabweichung im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert von rund +0,8 Grad.
Im Niederschlagsverhalten wird der Juli vom Langfristmodell deutlich zu trocken berechnet, was aber mit den Niederschlägen dieser Woche noch in Frage gestellt werden kann. Der August 2017 wird leicht zu trocken simuliert.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 10.07.2017

Blickt man auf Europa, so wird der Juli über dem nördlichen und östlichen Europa mit einer Abweichung von -0,5 bis -2 Grad zu kühl und leicht zu nass berechnet, während das westliche Europa über Portugal, Spanien und Frankreich mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad zu warm und etwas zu trocken simuliert wird. Im August treten sowohl bei den Temperaturen, als auch beim Niederschlag keine Besonderheiten gegenüber dem Sollwert zum Vorschein, lediglich die Gebiete rund um Griechenland und der Türkei werden leicht zu kühl und etwas zu nass simuliert.

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