April-typisches Wetter ist in den kommenden Tagen zu erwarten. So steigen die Temperaturen am heutigen Freitag und Samstag von Süd nach Nord auf frühlingshafte Werte zwischen +7/+12 Grad, bzw. +12/+16 Grad, örtlich auch bis +18 Grad, bevor ab Sonntag die Temperaturen kontinuierlich wieder zurückgehen können. Der Grund hierfür ist der Wind, der anfangs noch aus südlichen Richtungen kommt, aber zum Start in die neue Woche auf nördliche Richtungen drehen kann, so dass die zahlreichen Schauer wieder bis in tiefere Lagen in Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer übergehen können (Details s. Wetter März).

Bleibt das Wetter kühl, oder hat der Frühling seine Chancen?

Schaut man sich die Entwicklung der Großwetterlage vom 3./8. März genauer an, so wird nach den Simulationen beider Wettermodelle der Aufbau eines Hochdrucksystems über dem westlichen Europa zwischen England, Frankreich, Spanien und Portugal berechnet. Dieses Hochdrucksystem strebt in Richtung Nordosten um mit dem Kontinentalhoch eine Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa aufbauen. Atlantische Tiefdrucksysteme sorgen aber schon im Verbindungsprozess für eine Unterbrechung, sodass zum 5./6. März sich ein Tiefdrucksystem bis über das östliche Europa durchsetzen kann. Im Verbund zwischen der labilen Hochdruckbrücke und dem Tief über dem östlichen Europa können kalte Luftmassen nach Deutschland geführt werden, was die Tageswerte über dem Norden und Osten von Deutschland nahe an die 0 Grad Grenze führen kann. Berechnet werden am Dienstag und Mittwoch Werte zwischen +0/+4 Grad. Das sollte für Schneeschauer bis in tiefere Lagen ausreichend sein.

Im Zeitraum vom 7./10. März kann sich die instabile Hochdruckbrücke nicht lange gegen die in Richtung Mitteleuropa anrennenden Tiefdrucksystemen erwehren, so dass das Hochdrucksystem über dem westlichen Russland weiter nach Osten verdrängt wird und das Hochdrucksystem über dem westlichen Europa nach Süden ausweicht. So ist in diesem Zeitraum mit einer vorderseiteigen Anströmung der Luftmassen zu rechnen, was die Temperaturen mit Wind aus südwestlichen bis westlichen Richtungen wieder in Richtung der +10 Grad Marke ansteigen lassen kann - über Süddeutschland, Österreich und der Schweiz voraussichtlich auch darüber.

Winterliche Bedingungen im zweiten März-Drittel

Schaut man sich die Entwicklung der Simulationen von gestern und heute an, so zeigt sich eine Bestätigung des Wettertrends der letzten Tage. Im Zeitraum vom 8./12. März berechnen die Wettermodelle die Ausbildung eines kräftigen Hochdrucksystems über dem grönländischen Raum, welches im Verbund mit der Tiefdruckaktivität über Skandinavien kalte Luftmassen über das europäische Nordmeer nach Süden führen kann. Das Hochdrucksystem über dem westlichen Europa, bzw. den Azoren, weicht nach den Berechnungen nach Westen aus und stellt seine Hochdruckachse auf dem Atlantik von den Azoren in Richtung Grönland auf und kann damit die atlantische Frontalzone blockieren. Gleichzeitig aber meridionalisiert das Strömungsmuster, was die kalten Luftmassen arktischen Ursprungs im Zeitraum vom 11./19. März nach Deutschland, Österreich und die Schweiz frühen könnte.

Sollte diese Wetterentwicklung tatsächlich wie von den Wettermodellen berechnet auch eintreten, so wäre das eine klassisch winterliche Trogwetterlage, welche im März mit höheren Sonnenstand meist zu nasskalten Tageswerten und Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen führen kann. Bei Temperaturen von -0/+5 Grad wäre die Ausbildung einer Schneedecke bis auf mittlere Lagen und in den Nächten bis in tiefere Lagen hinab nicht unwahrscheinlich (400-800 Meter).

Die Wahrscheinlichkeiten für nasskalte bis winterliche Wetterlagen im zweiten März-Drittel nehmen zu

Die Frage aber wie immer ist: wie realistisch sind die Simulationen der Wettermodelle - wie ist das Ganze einzuschätzen? Schaut man sich die Kontrollläufe an, so ist der Trend eines zu kalten zweiten März-Drittels deutlich erkennbar. Lag der Mittelwert des Temperaturspektrums in den letzten Tagen noch meist im Bereich der Jahreszeit-typischen Werte, so rutscht dieser heute deutlich in den zu kalten Bereich ab. Das Temperaturspektrum liegt am 12. März zwischen -1/+9 Grad (Mittelwert: +4/+6 Grad) und am 18. März zwischen -1/+17 Grad (Mittelwert: +5/+7 Grad). Noch deutlicher zeigt sich die zu kalte Temperaturentwicklung, wenn man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (< +3) / normal (+4/+9) / zu warm (>+10) gegenüber gestern vergleicht. So liegen diese am 12. März bei 55/40/5 (gestern: 20/45/35) und am 17. März bei 35/40/25 (gestern: 15/55/30). Das unterstreicht die höhere Wahrscheinlichkeit für einen normalen bis zu kalten Temperaturtrend im zweiten März-Drittel.

Langfristmodell berechnet weiterhin einen zu milden Temperaturen im März

Das Langfristmodell berechnet mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad weiterhin eine zu warme Temperaturentwicklung im März. Das ist nicht weiter verwunderlich, da das erste März-Drittel durchaus um +1/+2 Grad zu warm ausfallen könnte. Sollte nun das zweite März-Drittel zu kalt ausfallen, so würde sich der Mittelwert normalisieren können. Entscheidend darüber, ob der März insgesamt zu warm, normal oder zu kalt ausfallen könnte, wäre das letzte März-Drittel. Und statistisch gesehen folgt nach einer kälteren Phase im März häufiger eine wärmere Phase nach. So sind die Berechnungen des Langfristmodells durchaus (noch) plausibel, es wäre aber auch gut möglich, dass in den kommenden Tagen eine Korrektur vorgenommen wird.

Frühling leicht zu warm, Sommer normal

Und über den März hinaus? Für die Frühlingsmonate von März bis Mai berechnet das Langfristmodell zum heutigen Stand im Mittel eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5/+1 Grad im leicht zu milden Bereich. Für das Wetter im Sommer 2017 (Juni, Juli und August) liegt die Abweichung mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich das Wetter im Frühling tendenziell positiv (zu nass), was vor allem am Mai liegen könnte, welcher bereits seit Wochen gegenüber dem Sollwert zu nass berechnet wird. Für den Sommer zeigen sich keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert. So könnte der Juni tendenziell zu trocken, der Juli etwas zu nass und der August normal ausfallen.

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