Zwar zeigt sich am Freitag und Samstag mit nachlassenden Niederschlägen, zunehmender Sonnenscheindauer und ansteigenden Temperaturen eine Wetterbesserung, welche aber bereits am Sonntag mit dem nächsten Niederschlagsband wieder von unbeständigen Wetter und langsam zurückgehenden Temperaturen abgelöst werden kann (s. Wettervorhersage Juli 2016).

Das Auf und Ab setzt sich also bis zum Beginn der kommenden Woche fort - zeigt sich denn für das letzte Juli-Drittel eine Stabilisierung der Wetterlage? Geht es nach den Berechnungen der amerikanischen Wettermodells, so kann die Frage zum heutigen Stand mit einem Nein beantwortet werden. So zeigt sich im Zeitraum vom 19./25. Juli über dem skandinavischen Raum eine rege Tiefdruckaktivität, während über dem nördlichen Skandinavien und über den Azoren sich jeweils ein Hochdrucksystem positionieren kann. Somit nutzt die atlantische Frontalzone die Lücke zwischen beiden Tiefdrucksystemen aus, um sich direkt dazwischen zu positionieren. In Folge dessen gelangt Deutschland, Österreich und auch die Schweiz immer wieder in den Einflussbereich der Tiefdrucksysteme, so dass der Wettercharakter im Zeitraum 19./25. Juli leicht unbeständig bleiben kann. Entscheidend für den Temperaturverlauf ist jedoch die Position des Tiefdrucksystems über Skandinavien. Liegt es südlicher, so sind in ganz Deutschland mäßig warme Temperaturen zu erwarten, liegt es weiter nördlich, so können die Temperaturen von Süden her deutlich ansteigen. Geht es nach der aktuellen Simulation, so sind über dem Süden tendenziell wärmere Temperaturwerte als über dem Norden zu erwarten. Erst darüber hinaus zeigt sich vom 25./29. Juli ein Störimpuls des Azorenhochs, was die Wetterverhältnisse über Mitteleuropa langsam stabilisieren könnte. Details bleiben hierzu aber noch abzuwarten, da die daraus resultierenden Entwicklungsmöglichkeiten aktuell sehr breit gestreut sind.

Das europäische Wettermodell zeigt sich nicht so klar strukturiert wie das amerikanische Wettermodell und berechnet im Zeitraum vom 19./24. Juli eine labile Tiefdruckaktivität im Bereich zwischen Island, Skandinavien und dem westlichen Russland, dessen Einflussbereich sich nur zeitweise bis nach Deutschland ausweiten kann. Anders formuliert ist nach der Simulation des europäischen Wettermodells weniger an Niederschlag und wärmere Temperaturwerte zu erwarten.

Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum 19./23. Juli eine schwache Niederschlagserwartung mehrheitlich, welche darüber hinaus bis zum 28. Juli nur geringfügig ansteigt und über dem Süden und Osten dabei etwas stärker ausgeprägt sein kann. Das Temperaturspektrum liegt am 22. Juli zwischen +20/+31 Grad (Mittelwert: +23/+25 Grad) und am 28. Juli zwischen +15/+26 Grad (Mittelwert: +20/+21 Grad über dem Norden und Westen und +23 Grad über dem Süden und Osten). Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage, ob sich die Großwetterlage im letzten Juli-Drittel in Richtung Sommer stabilisieren könnte, ist zum heutigen Stand mit einem Ja und Nein zu beantworten und hängt maßgeblich davon ab, wie sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien positionieren kann, oder ob ein Hochdruckkeil den erforderlichen Störimpuls setzen kann, um die Großwetterlage zu verändern. Wie die Wahrscheinlichkeiten für einen Wetterumschwung im August stehen, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend August 2016.

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