Die Schauer- und Gewitteraktivität bleibt in den kommenden Tagen - insbesondere im Westen und Süden - weitestgehend erhalten, wobei die Temperaturen bis zum Dienstag kommender Woche einen durchaus positiven Verlauf haben können. Die Großwetterlage ist im Zeitraum zwischen dem 12./15. Juli bestimmt durch ein Zentraltief über Island und einem Hochdrucksystem über den Azoren und über dem westlichen Russland. Zwischen den Hochdrucksystemen besteht noch bis zum 15. Juli eine "Lücke", so dass das Zentraltief - vereinfacht ausgedrückt - immer wieder feuchte Luftmassenpakete in Richtung Mitteleuropa entsenden kann. Allerdings steckt in dieser Konstellation auch die Möglichkeit einer Umstellung des Zirkulationsmusters, dazu aber später mehr. Sollte diese Konstellation tatsächlich so eintreten, so ist im Zeitraum zwischen dem 15./20. Juli mit sommerlichen Temperaturen zwischen +25/+30 Grad, örtlich auch bis +33 Grad zu rechnen. Denn die Strömungskomponenten führen mit tiefen Luftdruck über dem Atlantik und hohen Luftdruck über dem östlichen Europa warme Luftmassen von Süd nach Nord. Diese Wetterlage ist zunächst noch als labil zu bezeichnen, so dass im Tagesverlauf zumeist lokale, bzw. regional begrenzte Schauer und Gewitter nicht auszuschließen sind. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so können die Hochdruckgebiete zwischen den Azoren und westl. Russland/Skandinavien im Zeitraum vom 15./20. Juli über Mitteleuropa eine Hochdruckbrücke aufbauen. Die atlantische Frontalzone hätte es im Gegenzug schwerer, ihren Einfluss wieder über Mitteleuropa auszuweiten. In Folge daraus würde eine klassische Südwestwetterlage entstehen, welche im Südosten grundsätzlich wärmeres und trockeneres Wetter zur Folge hätte, als das im Nordwesten der Fall sein kann. Das europäische Wettermodell verfolgt einen ähnlichen Ansatz, jedoch ist hier das Zirkulationsmuster weiterhin überwiegend meridional dominiert. Vereinfacht ausgedrückt kann sich im Zeitraum zwischen dem 15./20. Juli eine Hochdruckgebilde über Mitteleuropa aufbauen, verlagert seinen Kern weiter nach Skandinavien (16./18 Juli) und kann aber zunächst noch in einer Süd-Nord Achse die Verbindung zum Mittelmeer aufrecht halten. Nachfolgend positioniert sich das Islandtief zum 20. Juli weiter nach Osten über England, so dass im Zusammenspiel beider Systeme es zu einem erneut heißen Vorderseitenwetter kommen kann, bevor nachfolgend das Hoch über Skandinavien "unterwandert" wird und sich wechselhaftes und mäßig warmes bis kühles Rückseitenwetter über Mitteleuropa einstellen kann. Zwei unterschiedliche Ansätze und immer wieder sind sommerlich-stabile Konstellationen in den Simulationen zu beobachten, welche das meridionale Zirkulationsmuster der vergangenen Wochen durchaus verändern können. Wie hoch liegt die Wahrscheinlichkeit hierfür? Geht es nach den Kontrollläufen, so zeigt der Temperaturtrend nach der Monatsmitte deutlich nach oben - sowohl im Norden als auch im Süden. Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 15. Juli zwischen +17/+26 Grad bei einem Mittelwert von +21 Grad im Norden und +24 Grad im Süden. Am 20. Juli liegt das Spektrum zwischen +17/+30 Grad bei einem Mittelwert von +22 Grad im Norden und +25 Grad im Süden. Die Niederschlagserwartung ist im Norden niedriger ausgeprägt, als das im Süden der Fall ist - darüber hinaus ist ein normalisierender Temperaturtrend zu beobachten. Insofern spricht auch heute eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Erhalt des bisherigen Zirkulationsmusters (Erhaltungsneigung) mit einem stetigen Auf und Ab bei den Temperaturen. Das Langfristmodell ändert seine Prognose für Juli und August auch heute nicht - so fällt der Temperaturverlauf in den verbleibenden Sommermonaten weitgehend normal aus. In der Niederschlagserwartung ist der Juli deutlich positiv besetzt, während der August leicht zu trocken ausfallen kann.

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