Das Hoch über England, welches sich bis zum Freitag voll entwickelt haben sollte, hat weiterhin Bestrebungen sich in Richtung Norden auszubreiten. Dabei "rutscht" am Wochenende an der Ostseite über Finnland nach Polen ein Tiefdrucksystem ab, welches zum heutigen Stand evtl. den äußersten Osten von Deutschland streifen könnte. Damit steht mit einer Wahrscheinlichkeit von 58 Prozent fest, dass das sommerliche Wetter weiterhin anhalten wird. Dieses Hochdrucksystem verhält sich autark und wird sowohl östlich als auch westlich von Tiefdrucksystemen gestützt, somit wird eine theoretische Omegawetterlage zunehmend konkreter. Die aktuellen Simulationen des amerikanischen Wettermodells zeigen dessen Aufbau bis zum Monatsende hin, bei der sich das Hoch über Skandinavien positioniert - allerdings ist die Hochdruckverbindung zum Mittelmeer nicht stabil genug, so dass über Mitteleuropa auf einer südlichen Bahn die Tiefdrucksysteme Einfluss nehmen können (mögliche Vb-Wetterlagen). Das europäische Wettermodell sieht die Hochdruckentwicklung ähnlich, jedoch verbleibt das Hoch zwischen England und Skandinavien an Ort und Stelle, so dass in Deutschland die nördliche Strömungskomponente mit Temperaturen zwischen +20/+27 Grad erhalten bleibt. Die Kontrollläufe stützen diesen Wettertrend mehrheitlich, was sich am Temperaturspektrum mit Werten am 26. Juli zwischen +20/+27 Grad und einem Mittelwert von +24 Grad sehr gut ableiten lässt. Auch die Niederschlagsprognose ist mit 1-3 l/m² bis zum 26. Juli als äußerst schwach zu bezeichnen.

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Die Wetterentwicklung ab der Wochenmitte war in den letzten Tagen noch mit Unsicherheiten behaftet, doch zwischenzeitlich simulieren die Wettermodelle weiterhin sommerliches Wetter bis zum Wochenende und mit zunehmender Wahrscheinlichkeit auch darüber hinaus. Was ist im Gegensatz zu den vergangenen Simulationen passiert? Im Grunde bleibt die Umstellung der Großwetterlage wie gehabt. Das Hoch konzentriert seinen Schwerpunkt zur Wochenmitte erneut über England und strebt zum Wochenende über die Grönlandsee und "verbündet" sich dort mit einem Hochdrucksystem welches sich von der Barentssee (nördliches Skandinavien) bis nach Sibirien erstreckt. Somit setzt sich zunehmend die Variante der gestern angedeuteten statistischen Variante durch, bei der ein Hoch bei England meist mit einem Hoch über Skandinavien endet. Das aktive Westwindwetter spielt - zumindest heute - im letzten Juli-Drittel kaum mehr eine Rolle. Die Kontrollläufe stützen das Hochdruckwetter mehrheitlich bis zum 22./25. Juli. Was ist mit den anderen Varianten? Die sind auch weiterhin möglich - lediglich die Wahrscheinlichkeiten haben sich heute zugunsten der Hochdruckoption verschoben. Anders ausgedrückt hat die Hochdruckvariante eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 43 Prozent, die aktive Westwetterlage (atlantische Frontalzone) von 19 Prozent und eine kühle Troglage von 24 Prozent. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, wie das Hoch seine Position in den Norden hin ausbauen wird. Mehr dazu gegen 15:00 Uhr in einem aktualisierten Wettertrend zum August.
Für Freunde des sommerlichen Wetters sieht die weitere Wetterentwicklung zunehmend schlechter aus. Wie bereits in den letzten Wetterprognosen angedeutet, kündigt sich zum Beginn des letzten Juli-Drittels ein Umbau der Großwetterlage an. Das Hoch bei England bleibt zunächst bis zum 20. Juli stabil, strebt dabei aber in Richtung Norden bis direkt über die Grönlandsee. Damit verliert das Hoch zunehmend seinen Einfluss auf das Wetter Deutschland. Das Hoch verursacht mit seinem "steilen Aufrichten" eine Blockade der atlantischen Frontalzone, jedoch können auf der Ostseite Tiefdrucksysteme entstehen und "abrutschen". Eine schauerhafte und mit +16/+21 Grad deutlich kühlere Wetterentwicklung ist die Folge daraus. Die Eintreffwahrscheinlichkeit liegt mit 49% noch im unsicheren, aber doch wahrscheinlichen Bereich, zumal ähnliche Wetterentwicklungen in den letzten Tagen simuliert wurden. Wie lange könnte die kühle Wetterphase anhalten? Sollte das Hoch sich tatsächlich nach Norden hin aufbauen, so passiert genau das was meist im Winter passiert. Die Verbindung reist ab, ein Teil zieht sich auf die Azoren zurück, der andere Teil verbleibt über der Grönland-/Barentssee wobei der atlantischen Frontalzone der Durchbruch bis nach Mitteleuropa ermöglicht wird. Tendenziell ist in diesem Fall im Norden wechselhafteres und kühleres Wetter als im Süden zu erwarten, wo meist ein Hochdruckkeil des Azorenhochs "schlimmeres" verhindert. Gibt es noch andere Varianten? Ja die gibt es - zumeist in der Form mit einem Erhalt des Hochdrucksystems zwischen den Azoren und England, wobei eine latente Verbindung zum Hochdruck über der Barentssee erhalten bleibt. Deutschland liegt aber auch hier auf der eher mäßig warmen aber trockenen Luftströmung aus nördlichen Richtungen (+18/+24 Grad). Eine weitere Variante unterliegt nicht den mathematischen Berechnungen der Wettermodelle, sondern bezieht sich auf die Wetterstatistik, bei der nach einem Hoch bei England sehr häufig eine Hochdruckwetterlage über Skandinavien entsteht, was trockenes aber ebenfalls mäßig warmes Wetter (+21/+26 Grad) zur Folge hat. Die Kontrollläufe zeigen sich uneinheitlich, dabei ist die kühlere Variante noch als "Außenseiter" zu betrachten. Das Temperaturspektrum zeigt zum 21. Juli mit Werten zwischen +14/+26 Grad und einem Mittelwert von +23 Grad was alles möglich ist.
Das Hochdruckgebiet kommt in der kommenden Woche zurück nach Deutschland, fängt aber an seine Position, bzw. seine Kernstruktur zu verändern, so dass Störungseinflüsse ab der Wochenmitte zunehmen werden. Zwar sind die Simulationen der Wettermodelle noch uneinheitlich, der Wettertrend zum Beginn des letzten Juli-Drittels geht aber zunehmend in eine kühlere und wechselhafte Wetterphase über. Das Hoch konzentriert sich zum 18./20. Juli mit einem Kerndruck von 1030 hPa über dem nördlichen England - dabei wandelt sich die breit gestreute Struktur des Hochs in einer kreisförmige und konzentrierte Struktur, so dass auf dessen Ostseite ein Höhentrogeinfluss zunehmend wahrscheinlich wird (44 Prozent). So kann ab Mittwoch die Schauer- und Gewitterneigung im Süden zunehmen, wobei die Temperaturen mit +23/+27 Grad verbreitet zunächst noch im sommerlichen Bereich verbleiben werden. Am Donnerstag und Freitag machen sich von Norden her mit +16/+20 Grad die kühleren Temperaturen bemerkbar - dabei steigt das Schauerrisiko im ganzen Land weiter an. Sollte sich dieser Höhentrog durchsetzen, so sinken die Temperaturen zum kommenden Wochenende im Norden mit +14/+19 Grad und +19/+22 Grad im Süden weiter ab. Das beschriebene Szenario ist aber nur eines von insgesamt 3 wahrscheinlichen Varianten. Eine weitere ist die "Querverlagerung" des Hochs über Mitteleuropa (Azoren - Skandinavien), so dass die Tiefdrucksysteme weiterhin von Mitteleuropa ferngehalten werden, Deutschland aber mit mäßig warmen Temperaturen (+23/+27 Grad) in der nördlichen Strömungskomponente verbleibt. Die dritte Variante ist eine Ausweitung des Hochdrucksystems über Skandinavien, was in Deutschland ebenfalls gemäßigte Temperaturen bei östlichen Winden zur Folge hat. Die Kontrollläufe zeigen ab dem 19. Juli mehrheitlich wechselhafte Wettereinflüsse, gemessen am Mittelwert der Niederschlagsprognosen bleibt der Hochdruckeinfluss aber weitgehend erhalten. Anders ausgedrückt bleibt das Wetter im letzten Juli-Drittel wie es ist, oder es wird etwas kühler, wobei die Niederschlagsaktivität leicht zunehmen wird. Ein Durchbruch der atlantischen Frontalzone ist weiterhin nicht zu erkennen und Aufgrund der aktuellen Simulationen im letzten Juli-Drittel gar ausgeschlossen.
Das europäische Wettermodell macht die weitere Wetterentwicklung zum Ende des zweiten Juli-Drittels wieder spannend, während das amerikanische Wettermodell das sommerliche Wetter bis in das letzte Juli-Drittel hinein stabil simuliert. Der wesentliche Unterschied beider Wettermodelle besteht in der Hochdruckentwicklung in der kommenden Woche. Das amerikanische Wettermodell positioniert erneut ein Hochdruckgebiet zwischen den Azoren, England, welches sich bis nach Skandinavien hin erstreckt. Ab dem 18. Juli flacht die Ostseite des Hochdruckgebiet ab, so dass Deutschland überwiegend in der nördlich gerichteten Luftströmung verbleibt. Die Folge daraus sind Temperaturen zwischen +17/+23 Grad im Norden und bis +27 Grad im Süden. Dafür steigt ab Mittwoch das Schauer- und Gewitterrisiko im Süden deutlich an. Das europäische Wettermodell sieht die Kernstruktur des Hochdruckgebietes über England deutlich "kreisförmiger", wobei in der Höhe sich das Hoch bis über die Grönlandsee erstreckt. Das hält das Westwetter von Deutschland fern, jedoch "rutschen" auf der Ostflanke kühle Luftmassen ab (Höhentrog), was etwas Regen und mit +17/+23 Grad deutlich kühleres Wetter ab dem 19. Juli zur Folge hat. Damit wird eine dritte Variante zwischen dem 19./21. Juli ins Spiel gebracht. Die erste Variante ist ein Hochdruckbrücke zwischen den Azoren und Skandinavien, was in etwa eine Fortdauer des normalen Sommerwetters in Deutschland zur Folge hat. Die zweite Variante ist ein Rückzug des Hochs auf die Azoren mit anschließender Tiefdruckplatzierung über Skandinavien, was zu ein Durchbruch der atlantischen Frontalzone mit relativ kühlem und wechselhaften Wetter im Norden führt - im Süden besteht die Möglichkeit, dass sich ein Hochdruckkeil bemerkbar macht, so dass dort das Wetter sommerlich bleiben könnte. Die dritte Variante ist eine Hochdrucksystem mit Kern bei England - Skandinavien, welches in Deutschland die nördliche Strömungskomponente erhält - mäßig warmes Wetter (+18/+24 Grad) mit ein paar Regenschauern wäre das Ergebnis dieser Variante. Was ist wahrscheinlicher? Hochdruckeinfluss ist weiterhin die wahrscheinlichste Variante, die Frage ist nur, wo sich der Kerndruck befinden wird. Am anschaulichsten ist das anhand des Temperaturspektrums der Kontrollläufe zum 20. Juli - hier liegen die Werte zwischen +15/+25 Grad, wobei das Mittel bei +23 Grad im Süden und bei +20 Grad im Norden liegt. Deutlicher werden die Signale zu einer Veränderung der Großwetterlage zum 23./25. Juli, was aber nach so einer langen Hochdruckphase - zumindest in der Simulation - nicht verwunderlich ist.