Viele von Ihnen schreiben uns in den letzten Tagen vermehrt E-Mails mit der sorgenvollen Frage, ob das milde Wetter bis Weihnachten anhalten wird - der Hintergrund der Fragen ist stets der Gleiche. Viele von Ihnen sorgen sich, ob der geplante Winterurlaub zur Weihnachtszeit im grünen geplant werden muss. Ob weiße Weihnachten möglich ist, bleibt auch heute noch völlig offen und wir wollen den Fokus des heutigen Witterungstrends auf die Vorweihnachtszeit lenken - und da sieht die kommende Wetterentwicklung für mittlere und höhere Lagen in Sachen Schneefall gar nicht einmal so schlecht aus (s. Wetterprognose Winter 2015/16).

Beide Wettermodelle simulieren seit Tagen eine langsame Umstellungsphase des Strömungsmusters von Südwest auf West bis Nordwest, was die Temperaturen langsam aber stetig in den nasskalten Bereich absinken lassen kann und somit die Chancen auf Schneefall in mittleren und höheren Lagen erhöhen kann.

Der Grund für die aktuell zu warme Wetterentwicklung im ersten Dezember-Drittel ist der unentwegte Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, welches über Neufundland ein Tiefdrucksystem nach dem anderen entstehen lässt und diese entlang einer Tiefdruckrinne von Neufundland, Island bis über Skandinavien führt. Da sich das Hoch über dem Süden von den Azoren über die Mittelmeerregion bis über das östliche Europa erstreckt, kommt es im Verbund beider Wettersysteme zur milden bis warmen Südwestwetterlage. Die aktuelle Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert beträgt aktuell +6,3 Grad und wird sich bis zum 10. Dezember wohl nur unwesentlich verändern. Damit sich etwas verändern kann, muss also der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland geschwächt, bzw. gestoppt werden.

Und da tut sich so langsam was: so kann sich im Zeitraum 10./14. Dezember über dem östlichen Kanada ein Hochdrucksystem durchsetzen und versucht über die Baffin Bay und den Nordpol eine Hochdruckbrücke zum sibirischen Hochdrucksystem aufzubauen. Das gelingt nach dem amerikanischen Wettermodell nur zeitweilig und nicht vollständig, nichtsdestotrotz können sich durch die "Hochdruckstörung" entlang der Polarfront Wellenbewegungen ausbilden. Anders formuliert zeigt der bis zum 10. Dezember stabile Polarwirbel im Verlauf des zweiten Dezember-Drittels zunehmende Schwächungen, bzw. eine Instabilität auf. Selbst ein Polarwirbelsplit ist in der Vorweihnachtszeit nach den aktuellen Simulationen des amerikanischen Wettermodells bis zum 20. Dezember nicht gänzlich auszuschließen. Die sog. Indikatoren für einen Wetterumschwung sind der sog. NAO- und AO-Index. Der NAO Index wird - zum heutigen Stand - im zweiten Dezember-Drittel im positiven Bereich simuliert (Tief Island, Hoch Azoren), während der AO-Index (vereinf. Zustandsbeschreibung Polarwirbel) ab dem 14. Dezember eine neutrale und ab dem 16. Dezember leicht negative Entwicklungstendenz aufweist.

Was könnte das für weiße Weihnachten bedeuten? Wie bereits im letzten Beitrag beschrieben deutet sich in den letzten Tagen in den Simulationen der Wettermodelle eine langsame Wetterumstellung für das zweite Dezember-Drittel an, bei der die Temperaturen vielfach in den nasskalten Bereich absinken könnten. Sollte das passieren, so ergeben sich für Weihnachten, bzw. in der Vorweihnachtszeit zwei Optionen. In der ersten Variante stellt sich die nasskalte Witterungsphase nur als vorübergehende Erscheinung dar und nachfolgend dominiert wieder eine West- bis Südwestwetterlage und in der zweiten Variante festigt sich die nasskalte Witterungslage mit einer weiterer Abkühlung, was weiße Weihnachten durchaus in den Bereich des Möglichen rücken könnte. Blickt man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 20. Dezember bei 25/35/40 in einem noch breiten Entwicklungsspektrum an Möglichkeiten für eine grüne oder weiße Weihnachten. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 21:00 Uhr mit einem kurzen Update der Winterprognose.

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