Wetter Februar 2021 Wettervorhersage vom 20.01.2021 - Erst Sturm, dann Polarwirbelsplit?

Winterliche Wetterverhältnisse sind im Februar nicht auszuschließen
Winterliche Wetterverhältnisse sind im Februar nicht auszuschließen

Ein Sturmtief nimmt Kurs auf Deutschland und gestaltet das Wetter bis zum Ende des Monats wechselhaft mit einem Auf und Ab der Temperaturen. Anfang Februar wird der Polarwirbel instabiler und präsentiert sich in manchen Wetterprognosen in einem völlig desolaten Zustand. Was bedeutet das für den Winter?

Stürmisches Wetter ist in den kommenden 72 Stunden über dem Norden von Deutschland zu erwarten. Der Sturm erreicht voraussichtlich zum Donnerstagnachmittag mit orkanartigen Windböen seinen Höhepunkt (Windprognose). Südlich der Linie von Köln und Berlin bekommt man von dem Getöse nicht allzu viel mit.

Erst mild, dann winterlich

Der Wind führt mit +7 bis +12 Grad sehr milde Luftmassen nach Deutschland, die über Regionen mit einer vorhandenen Schneedecke mit +2 bis +6 Grad zunächst noch kühler ausfallen können. Hin und wieder ziehen ein paar Schauer vorüber, mit großartigen Niederschlagsmengen ist vorerst nicht zu rechnen. Zum Wochenende dreht der Wind auf nördliche Richtungen und die Temperaturen gehen bis zum Montag auf -2 bis +4 Grad zurück. Oberhalb etwa 400 bis 600 Meter stellt sich Dauerfrost ein und die Schauer können bis auf tiefere Lagen herab als Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer niedergehen. Oberhalb etwa 300 bis 500 Meter kann der Schnee auch liegen bleiben. Mehr dazu: Wetter Januar 2021.

Erst stürmisch und mild, zum Wochenende wieder winterlicher
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: erst stürmisch und mild, zum Wochenende wieder winterlicher
© www.meteociel.fr

Wie wird das Wetter im Februar?

Der Hochdruckkeil auf dem Atlantik ist zu schwach und wird im Verlauf der kommenden Woche nach Osten abkippen und einem weiteren Tief auf dem Atlantik den Weg nach Mitteleuropa frei machen.

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Stürmisch, turbulent und abwechslungsreich

So wirklich nachhaltig wird sich eine Wetterlage nicht durchsetzen können. Auszuschließen sind bis Anfang Februar stabile Hochdruckwetterlagen und winterliche Wetterverhältnisse bis auf tiefere Lagen herab. Dafür ist die Tiefdruckaktivität über dem Atlantik einfach zu hoch und so schnell wird diese nicht zur Ruhe kommen.

Und so berechnen beide Vorhersage-Modelle bis zum 1. Februar eine windige - teils stürmische - und abwechslungsreiche Wetterlage, bei der auch - endlich - ergiebige und länger andauernde Niederschläge möglich sein können. Der Wind führt nach dem 27. Januar mildere Luftmassen nach Deutschland, die voraussichtlich zum 30. Januar mit +7 bis +13 Grad ihren Höhepunkt erreichen können.

Regionale Überflutungen

Das Tauwetter setzt sich bis auf die höheren Lagen durch und sorgt für ein kräftiges Abschmelzen der Schneedecke. Anders, wie jetzt wird der Wind im Zusammenspiel mit dem Regen das Abtauen beschleunigen. In Kombination von Schmelz- und Regenwasser werden über manchen Regionen die Flüsse und Bäche über die Ufer treten können.

Erhöhtes Unwetterpotential

Starkwindereignisse mit kräftigen bis schweren Sturmböen werden für den Zeitraum vom 29. bis 31. Januar im Schwerpunkt über dem Norden und Nordwesten simuliert.

Bis Februar - abwechslungsreiches, stürmisches und phasenweise turbulentes Wetter
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Bis Februar - abwechslungsreiches, stürmisches und phasenweise turbulentes Wetter
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Der Winter im Februar?

Ob das Wetter im Februar wieder winterlich oder gar tiefwinterlich werden kann, hängt u.a. auch davon ab, was der Polarwirbel macht und ob die Tiefdruckrinne auf dem Atlantik unterbunden oder gestört werden kann.

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Ansätze hierfür gab es in den Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle in den letzten Stunden, die heute fortgeführt und einen Polarwirbelsplit oder ein sog. Displacement (Verschiebung) ins Spiel bringen. Aus einer grauen Theorie wurde zwischenzeitlich ein ernst zu nehmender Ansatz.

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells beginnt mit dem Polarwirbelsplit bereits Ende Januar und Anfang Februar. Entlang der Polarfront schieben sich gleich vier Hochdrucksysteme in dem Polarwirbel hinein und gehen eine Verbindung mit dem Polarhoch ein. Ob der Winter dann auch über Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Einzug halten können, hängt vom Azorenhoch ab, doch sind dessen Bestrebungen in den Polarwirbel hinein vorzudringen vielversprechend. Ein Ansatz in Richtung Winter.

Ein Polarwirbelsplit wird Anfang Februar zunehmend wahrscheinlicher
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Ein Polarwirbelsplit wird Anfang Februar zunehmend wahrscheinlicher
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Zwischen Polarwirbelsplit und Displacement

Eine zweite Variante bringt die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ins Spiel. Das Kontinentalhoch über Sibirien verbindet sich zum 1. Februar mit dem Polarhoch und baut eine Achse zu den Aleuten auf. Der zweite Hochdruckkeil reicht bis über Kanada und ein Abzweig in Richtung Grönland und Island zum Azorenhoch wird angedeutet. Im Grunde ähnlich wie die Wettervorhersage der Europäer. Der Split beginnt.

Doch anstatt sich im Februar ein vollständiger Polarwirbelsplit ausbilden kann, gewinnt das Kontinentalhoch immer mehr an Intensität und kann sich behaupten. Das Hoch wird mit einem Kerndruck von bis zu 1055 hPa so stark berechnet, das es den Polarwirbel weit in Richtung der Aleuten und Kanada drückt. Das heizt - nach einer kurzen winterlichen Phase zum 3. Februar - die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik an, doch anders als jetzt werden die Tiefdrucksysteme vom Kontinentalhoch blockiert, was eine stringent verlaufende Zonalisierung infrage stellt. Möglich wäre bspw. auch ein durch die Blockade ausgelöstes Abtropfverhalten, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz entweder zu einer sehr milden oder nasskalten Wetterlage führen kann. Nach der aktuellen Wettervorhersage ist vom 1. bis 4. Februar mit einem nasskalten Wettercharakter zu rechnen, der den Winter bis auf die mittleren Lagen absinken lassen kann.

Der Polarwirbelsplit wird angetäuscht und wandelt sich in ein Displacement
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Polarwirbelsplit wird angetäuscht (li.) und wandelt sich in ein Displacement (re.)
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Auf den Punkt gebracht: nasskalter Wettertrend mit einem wahrscheinlich werdenden Polarwirbelsplit

Vom - richtigen - Winter wird bis zum 30. Januar wenig zu sehen sein. Zwar sind winterliche Wetterverhältnisse zum Wochenende möglich und ab den mittleren Lagen auch wahrscheinlich, doch handelt es sich hierbei nur um eine kurze Phase.

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Anders sieht es im Februar aus. Der Polarwirbel folgt der Vierer-Feld-These der letzten Tage und betrachtet man den Mittelwert aller Kontrollläufe, so ist kein absoluter Wettertrend mehr zu erkennen. Damit kann auch die Hochdruckzone zwischen Sibirien und Kanada infrage gestellt werden, auch wenn diese - zum aktuellen Stand - noch eine wahrscheinliche Variante darstellt.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Polarwirbelsplit beträgt zwischenzeitlich 60 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für ein Displacement liegt bei 26 Prozent und ganze 14 Prozent entfallen auf einen stabilen Polarwirbel. Das alleine zeigt schon, dass die Großwetterlage bis Februar mit einem turbulenten, milden, nassen und windigen Wettercharakter gesetzt ist, im weiteren Verlauf aber im Ergebnis völlig offen ist.

Der Polarwirbel hat Anfang Februar vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten und kann unter bestimmten Voraussetzungen den Winter nach Deutschland zurückbringen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe (re.) mit einzelnen Varianten (mi, li.): Der Polarwirbel hat Anfang Februar vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten und kann unter bestimmten Voraussetzungen den Winter nach Deutschland zurückbringen
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
26. Januar -3 bis
+7 Grad
+0 bis
+4 Grad
30. Januar -4 bis
+12 Grad
+4 bis
+6 Grad
4. Februar -11 bis
+6 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2021 von zu kalt, normal, zu warm

Was sich im Verlauf des Tages verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:15 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Winter 2021.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,38 +0,87 -0,28 647 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Februar

Statistische Wetterwerte für Februar

Das Wetter zeigt sich im letzten Wintermonat abwechslungsreich. Von kräftigen Schneeschauern bis hin zu frühlingshaften Temperaturen ist alles möglich.

  • Je nachdem, ob sich das Winterhoch im Januar noch halten kann, zeigt sich der Februar ebenfalls hochwinterlich mit reichlich Schnee.
  • Troglagen sind relativ häufig anzutreffen (65%)
  • Zwischen dem 15. und 24. Februar zeigt sich sehr häufig eine Kälteperiode (70%)
  • Im Anschluss wird es häufiger wieder milder

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