Wetter Februar 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Februar 2020

  • M. Hoffmann

Setzt sich der Hochwinter ab der zweiten Januar-Hälfte durch, so ist oftmals auch noch der Februar davon betroffen. Ist der Hochwinter stattdessen mild, so ist auch im Februar häufig kein richtiger Wintereinbruch mehr zu erwarten. Beeindruckende Großwetterlagen ergeben sich aber im letzten Wintermonat oftmals durch erhebliche Turbulenzen vom Polarwirbel ausgehend.

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Interessant ist die Tatsache, dass die Februar-Monate in den letzten 20 Jahren häufiger auch mal zu kalt waren und gemäß der Statistik noch eine weitere Auffälligkeit aufweisen. In den letzten 10 Jahren war das Wetter im Februar mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent zu kalt, 30 Prozent zu warm und 30 Prozent normal. Erstaunlich und durchaus signifikant. Eine markante Bauernregel hierzu ist um Mariä Lichtmess (Anfang Februar, bzw. 40 Tage nach Weihnachten) die besagt:

Ist es zu Lichtmess mild und rein, wird es ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.Bauernregel zum Februar-Wetter

Es wird zunehmend heller

Merkt man es im Januar noch nicht so sehr, so werden die Tage im Februar spürbar heller. Dank des höheren Sonnenstandes verlängern sich die Tage mit 9 Stunden und 17 Minuten bis zum Ende auf 10 Stunden und 55 Minuten um satte 1 Stunde und 30 Minuten. Das reicht aus, um die Hasel und die Schneeglöckchen zum Blühen zu bringen (phänologische Jahreszeit im Mittel zwischen dem 22. bzw. 24. Februar).

Typisches Wetter im Februar
Typisches Februarwetter - längere Sonnenscheindauer, ein wenig Schnee und kalte Temperaturen

Der Februar ist ein trockener Winter-Monat

Die kalte Jahreszeit hat das so an sich. Kalte Luft kann Feuchtigkeit nicht so gut speichern und wenn dann noch Hochdruckwetterlagen das Wetter bestimmen, kommt kein Niederschlag zustande. Was im Februar häufiger für etwas Niederschlag sorgt, sind die Trogwetterlagen, oder die, die einen Wetterwechsel herbeiführen. Grundsätzlich aber herrscht weitestgehend Stillstand in der Wetterentwicklung. Land- und Wassermassen haben sich nahezu angeglichen und Turbulenzen sind weniger zu erwarten. Kommt der Polarwirbel aber in Turbulenzen, so sieht die ganze Sache wieder anders aus.

Arctic Outbreak

Wo wir gerade bei Turbulenzen im Polarwirbel sind. Im Jahre 2018 ist der Februarmonat letztmalig zu kalt ausgefallen. Die 4 Jahre zuvor war der letzte Wintermonat jeweils zu warm. Verantwortlich war 2018 ein Phänomen, was sich Major-Warming, oder die plötzliche Stratosphärenerwärmung nennt. Kommt das zustande, so kippt binnen Tagen das Wetter häufiger in Richtung Winter mit allen Turbulenzen, die dazugehören.

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Ebenfalls begünstigend für einen Wintereinbruch ist eine negative QBO Phase. Was das ist? Alle 2,2 Jahre dreht sich die quasi-zweijährige-Schwingung von West-Ost auf Ost-West um. Geschieht das, so kommt es häufiger zu Schwingungen entlang der Polarfront (Trogwetterlagen), oder zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Hochdrucksystemen über Skandinavien und Island (Gestörte Zirkulation). Sind beide Randfaktoren nicht in Sicht, so fällt der Februar häufiger milder aus.

Der QBO Ost ist aber im Winter 2020 nicht zu erwarten und auch ein Major-Warming war im Februar und Dezember 2018 zu beobachten. Die Wahrscheinlichkeiten für beide Phänomene sind als gering einzustufen. Dafür kann die schwache Sonnenaktivität für Abwechslung sorgen.

Wie wird das Wetter im Februar 2020?

Ganz klar, der letzte Wintermonat ist ein Monat der Gegensätze. Vom Monatsbeginn bis zur Mitte zeigt sich noch häufig der Winter, während im letzten Februar-Drittel schon mehrfach die +10 Grad Marke und seltener mal die +15 Grad Marke erreicht werden kann.

Schuld an den hohen Temperaturgegensätzen ist der rasch ansteigende Sonnenstand und die Natur bereitet sich zur Mitte des Monats mit den ersten Pollen schon auf den Frühling vor. Mit den steigenden Sonnenstand nehmen auch die Temperaturunterschiede zwischen Land- und Wassermassen wieder zu, was im Laufe des Monats die Wetteraktivität wieder ansteigen lässt. Nicht selten gibt es im Februar teils kräftige Schauer, welche die Landschaft - bei entsprechenden Temperaturen vorausgesetzt - binnen Minuten weiß werden lässt.

Verläuft der Wintermonat normal, so liegen die Temperaturen zum Beginn häufig um den Gefrierpunkt, sinken zum zweiten Drittel nochmals in den Frostbereich ab und steigen in der letzten Dekade wieder in den positiven Bereich an.

Mit entscheidend für den Wetterverlauf im Februar 2020 wird sein, wie sich der Hochwinter im Januar wird entwickeln können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Verhalten des Polarwirbels und ob die meridional geprägten Großwetterlagen aus dem Jahre 2019 noch über den Winter anhalten können. Ein mit unterstützender Faktor für einen zu kalten Februar-Verlauf könnte aber auch die wenig aktive Sonne sein.

Der durchschnittliche Februar

Nach dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 hat der letzte Wintermonat eine durchschnittliche Temperatur von +0,4 Grad. Im Vergleich dazu hat die Referenzperiode von 1981-2010 eine durchschnittliche Temperaturen von +1 Grad. Durchschnittlich sind im Februar Niederschlagssummen von 49 l/m² zu erwarten. Die Sonnenscheindauer beträgt im Schnitt 73 Stunden. Das ist nicht viel.

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Schnee im Spätwinter

Gerade die Arctic Outbreaks können es im Februar ganz schön in sich haben und nicht selten führt das über den Norden von Deutschland zu katastrophalen Bedingungen. Warum? Die eisigen Luftmassen polaren Ursprungs ziehen über die relativ warme Nord- und Ostsee nach Süden und sorgen mit kräftigen Schneefällen für einen sog. Lake Effect. Weiter über dem Landesinneren lassen die Niederschläge rasch nach. Vielen von Ihnen ist vielleicht noch der Februar-Monat 1979 in Erinnerung?

Schneekatastrophe von 1979

Wettertrend:

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Vorhersagen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Wettertrend Februar nach dem Langfristmodell CFSv2: deutlich zu warm

Geht es nach der Langfristprognose des CFSv2 Modells, so soll der Februar 2020 mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert deutlich zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose wird der letzte Wintermonat weitgehend unauffällig und im Trend etwas zu nass berechnet. Wie seit Wochen zuvor berechnet das CFSv2 Modell eine anhaltende Westwindzirkulation, welches es dem Winter schwer macht, sich durchzusetzen.

Wetterprognose nach der NASA: Der Februar-Monat soll zu warm ausfallen

Wenig winterlich sieht die Februar-Prognose nach dem Modell der NASA aus. Die Temperaturabweichung beträgt gegenüber dem vieljährigen Mittelwert verbreitet +1 bis +2 Grad und kann örtlich bis +3 Grad betragen. Die Niederschlagsprognose ist leicht positiv zu bewerten (etwas zu nass). Eine West-bis Südwestwetterlage ist nach dieser Vorhersage eine wahrscheinliche Wetterentwicklung.

Wettertrend europäisches Langfristmodell: Spätwinter im Februar wenig wahrscheinlich

Mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad berechnet auch das europäische Langfristprognose den Februar deutlich zu warm. Die Niederschlagsprognose ist deutlich erhöht, was den Rückschluss auf eine länger andauernde Westwindphase zulässt.

Der Februar, so der Winter

Betrachtet man die letzten 56 Jahre, so zeigt sich wie der dritte Wintermonat den Verlauf des Winters noch nachhaltig beeinflussen kann. War der Februar zu warm, so war auch der Winter in 41 Prozent der Fälle zu warm. War er jedoch zu kalt, so zeigten sich die Winter häufiger zu kalt.

Betrachtung der einzelnen Februar-Monate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Februar warm 16 % 41 % 32 (57 %)
Februar kalt 21 % 22 % 24 (43 %)

Das Februar-Wetter in der Statistik

Blickt man auf die Vergangenheit zurück, so lässt sich in der Statistik etwas signifikantes feststellen: in den letzten 20 Jahren, war das Wetter in 20 Prozent der Fälle normal, in 35 Prozent zu kalt und in den restlichen 45 Prozent zu warm. Im Schnitt waren die Februarmonate der letzten 20 Jahre um etwa +1,0 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm.

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Der Flachlandwinter wird somit nicht nur im Januar zunehmend seltener, sondern auch im Februar schneit es in tieferen Lagen immer seltener. Warum? Eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von +1,0 Grad bedeutet, dass die Schneefallgrenze um etwa 120 bis 170 Meter ansteigt. Bei einer durchschnittlichen Temperatur von +0,4 Grad liegt die Schneefallgrenze - rein rechnerisch - zwischen 200 bis 500 Meter. Mehr zum Thema: Wann kommt Schnee?.

Die Abweichung der Temperaturen der Februar-Monate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Februar-Monate Tem­peratur Ab­weichung
2011-2019 +1,2 Grad +0,8 Grad
2001-2010 +1,4 Grad +1,0 Grad
1991-2000 +1,5 Grad +1,1 Grad
1981-1990 -0,1 Grad -0,5 Grad
1971-1980 +1,1 Grad +0,7 Grad
1961-1970 +0,1 Grad -0,3 Grad

Was fällt auf? In den letzten drei Jahrzehnten waren die Februar-Monate teils deutlich zu warm. Davor eher normal. Man braucht kein Wetterexperte zu sein, wenn man einen zu warmen Februar 2020 voraussagt. Die wärmsten Februarmonate gab es 1990, 1995, 1996, 2000, 2002, 2007, 2008, 2014 und 2019. Darunter war 1990 auch der wärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, welcher mit einer Durchschnittstemperatur von +5,74 Grad etwa um +5,3 Grad zu warm ausfiel. Der zweit wärmste Februarmonat stammte aus dem Jahre 2002 mit einer Abweichung von +4,6 Grad. Die wärmste jemals gemessene Temperatur stammt aber aus dem Jahre 1900, als über der Sternwarte in Jena +23,1 Grad gemessen wurden.

Die wärmsten Februar-Monate dieser Dekade

In Klammer die Abweichung.

Die kältesten Februar-Monate der aktuellen Dekade:

In Klammer die Abweichung zum Mittelwert.

Statistische Auffälligkeiten

  • Hochwinter im Januar führt nicht selten zu einer hochwinterlichen Wetterphase zum Monatsbeginn
  • Polarwirbel wird zunehmend instabil
  • Wenn ein Major Warming auftritt, dann häufiger im letzten Wintermonat
  • Gestörter Polarwirbel führt zu Turbulenzen
  • Kältere Trogwetterlagen zur Februarmitte wahrscheinlicher
  • Der Februar ist aus statistischer Sicht mit einer der trockensten Monate im gesamten Jahr
  • Ende des Monats steigen die Temperaturen nicht selten über die +10 Grad Marke an
  • Sonnenstand steigt weiter an und die Sonnenscheindauer erhöht sich von rund 9 auf 11 Stunden

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter Februar 2020 erfolgen in Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle ab Mitte Januar 2020.

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Das Wetter-Jahr 2019 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2019 +0,6 +1,1 +0,2 80 l/m² - zu nass
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2018 +3,8 +3,0 +2,6 105 l/m² - zu nass
Gesamtjahr 2019 +10,87 +1,95 +1,28 675 l/m²

Wetterfakten Februar

Das Wetter zeigt sich im letzten Wintermonat abwechslungsreich. Von kräftigen Schneeschauern bis hin zu frühlingshaften Temperaturen ist alles möglich.
  • Je nachdem, ob sich das Winterhoch im Januar noch halten kann, zeigt sich der Februarmonat ebenfalls hochwinterlich mit reichlich Schnee.
  • Troglagen sind relativ häufig anzutreffen (65%).
  • Zwischen dem 15. und 24. Februar zeigt sich sehr häufig eine Kälteperiode (70%)
  • Im Anschluss wird es häufiger wieder milder

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