Eine Tiefdruckrinne baut sich in den letzten November-Tagen zwischen Neufundland, Island und Skandinavien auf. Gleichzeitig drückt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik das Azorenhoch weiter nach Osten, so dass dieses sich im Bereich zwischen Mittelmeer und Deutschland positionieren kann. Zwischen beiden Systemen können sich somit zum Monatsausklang die Gradienten zueinander verstärken, was Starkwindereignisse zu Folge haben kann, wobei zum heutigen Stand Extremwindereignisse über exponierte Lagen nicht ausgeschlossen werden können. Der Wind kommt aus überwiegend westlichen bis südwestlichen Richtungen und sorgt am letzten November-Tag für ansteigende Temperaturen.

Das amerikanische und auch europäische Wettermodell führen diese milde Variante auch über die ersten drei Dezember-Tage fort, so dass diese mit höherer Wahrscheinlichkeit mild und mit ansteigender Tendenz von Süd nach Nord auch unbeständig ausfallen können. Wie mild? Simuliert werden heute Tageshöchstwerte - je nach Sonnenschein-, bzw. Niederschlagsintensität - bspw. am 3. Dezember zwischen +7/+13 Grad. Mit Winter hat das nichts zu tun - nicht einmal Ansatzweise.

Darüber hinaus ergeben sich in den heutigen Simulationen weitere Spielräume in der Wetterentwicklung, wobei diese sich bis zum 6. Dezember im überwiegend milden und wechselhaften Bereich abspielen können. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so erstreckt sich das Hochdrucksystem von der Mittelmeerregion über Deutschland bis nach Skandinavien hinauf, während im gleichen Zeitraum die Tiefdrucksysteme in raschen Abständen gegen das Hochdrucksystem "anrennen". Da sich Hochdrucksysteme "im" und Tiefdrucksysteme "gegen" den Uhrzeigersinn drehen, werden im Verbund beider Systeme relativ milde Luftmassen über die Alpen nach Deutschland geführt.

Etwas anders ist die Simulation des europäischen Wettermodells im Zeitraum 3./6. Dezember. Das Hoch kann sich nach dieser Berechnung nicht bis nach Skandinavien erstrecken, sondern wird durch die südlich verlagerte atlantische Frontalzone über dem skandinavischen Raum nach Süden "weggedrückt". Das Grundmuster meridionalisiert dabei nicht, so dass mit einer strammen Westwetterlage weiterhin Stark- und Extremwindereignisse bei unbeständigem Wettercharakter nicht auszuschließen sind. Aber auch diese Variante lässt allenfalls milde bis nasskalte Temperaturwerte zu.

Ist das normal? Statistisch gesehen zeigt sich im ersten Dezember-Drittel häufig eine aktive und milde Westwettervariante, welche erst zum zweiten Dezember-Drittel häufiger in eine winterliche Wetterlage kippen kann - insofern ist diese Wetterlage nicht ungewöhnlich für Anfang Dezember. Die Kontrollläufe stützen den Temperaturanstieg mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 2. Dezember zwischen +3/+12 Grad (Mittelwert: +8/+10 Grad) und am 6. Dezember zwischen +1/+10 Grad (Mittelwert: +4/+6 Grad). Die Niederschlagserwartung ist bis zum 3. Dezember als mäßig zu bezeichnen, welche im weiteren Verlauf nachlässt. Das spricht für eine zunehmende Einflussnahme von hohem Luftdruck. Auch wenn diese Aussichten die Winterfans nicht gerade vor Freude in die Luft springen lässt - interessant und spannend bleibt die Entwicklung nach dem 6. Dezember. Mehr dazu gegen 17:00 Uhr in einer Aktualisierung des Wettertrend zum Wetter Winter 2015/16.

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