Beide Wettermodelle haben ihre Varianten im Tagesverlauf jeweils bestätigt und berechnen bis zum 18. Januar eine hohe Übereinstimmung, welche darüber hinaus deutliche Unterschiede aufweisen. Das bedeutet zunächst einmal bis zum 18./19. Januar verbreitet Dauerfrost bei mäßigen bis strengen Nachtfrösten. Im Zeitraum darüber hinaus berechnet das amerikanische Wettermodell die Hochdruckbrücke von England, über Deutschland bis nach Russland reichend. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen auf der südlichen Gradientenseite des Hochdrucksystems und damit in einer östlichen Anströmung der Luftmassen. Im Zeitraum vom 20./22. Januar folgt über dem Atlantik ein weiteres Hochdrucksystem nach und geht eine erneute Hochdruckverbindung mit dem Kontinentalhoch ein. Dadurch werden den Kaltluftmassen über dem Norden der Weg nach Süden versperrt, aber auch die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik können sich nicht bis zum 24./25. Januar nach Mitteleuropa durchsetzen. Mit anderen Worten wäre nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells Dauerfrost bis zum 25. Januar möglich, vor allem über den südlichen Regionen.

Das europäische Wettermodell berechnet zum 19. Januar eine südliche Verlagerung des Hochdrucksystems, welches bis zum 20. Januar zwischen England und Deutschland liegen kann. Auch diese Hochdruckposition verhindert eine Kaltluftzufuhr aus nördlichen Richtungen, allerdings zieht ein recht kräftiger Tiefdruckwirbel über der Barentssee milde Luftmassen über England bis nach Skandinavien, während sich das Hochdrucksystem über Deutschland von oben herab mit den milden Luftmassen auffüllt. Demnach könnte der Dauerfrost zum 19./21. Januar beendet werden.

Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe bestätigen erneut die Milderung in der Höhe von ca. 1.500 Meter von -10 Grad am 18. Januar auf -2 Grad am 21. Januar. Bleibt das Umfeld über Deutschland gradientenschwach (kein Wind), so bleibt aufgrund der fehlenden Durchmischung der Dauerfrost weitgehend erhalten. So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe bspw. am 25. Januar zwischen -7/+9 Grad bei einem Mittelwert zwischen +1/+2 Grad über dem Westen und Norden, +0 Grad über dem Süden und -1 Grad über dem Osten. Anders formuliert wird eine stetige Milderung - auch in tieferen Lagen nach dem 20. Januar zunehmend wahrscheinlicher, wenngleich die Lage des Hochdrucksystems entscheidend sein wird, ob der Dauerfrost sich bis zum 25. Januar halten kann.

Und nach dem 25. Januar? Da berechnet das amerikanische Wettermodell langsam aber stetig den Durchbruch der atlantischen Frontalzone bis über Skandinavien, was über kurz oder lang zu einer spürbaren Milderung bei einer erhöhten Niederschlagsneigung führen kann. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) zeigen die Entwicklung ganz gut, welche am 24. Januar bei 75/20/5 und am 30. Januar 15/30/55 liegen.

Ist die Milderung damit gesichert? Nein, denn zu groß sind die Unsicherheiten über die Entwicklung des Polarwirbels hinsichtlich des simulierten Major-Warmings dessen Maximum nach den Simulationen vom Abend im Zeitraum vom 23./29. Januar erreicht werden könnten. Entscheidend darüber, ob dieses Major-Warming Potential dazu hat, die unteren Luftschichten zu beeinflussen, zeigt sich anhand der Berechnungen der zonalen Winde in Stratosphärenhöhe. Üblicherweise ist die Strömungsrichtung im positiven Fall von West nach Ost, jedoch kann ein Major-Warming für die Umkehr der zonalen Winde in eine Ost-West Richtung sorgen - in diesem Fall wäre der Wert negativ. In der aktuellen Berechnung hat der zonale Wind entlang des 65. Breitengrades eine Geschwindigkeit von 198 km/h West-Ost. Ein Major-Warming würde nun die Windgeschwindigkeit verlangsamen und anschließend in die andere Richtung ziehen. Simuliert werden bspw. am 27. Januar von nur noch 30 km/h und am 28. Januar von 0 km/h mit Drehrichtung Ost-West. Sollte das also gelingen, so würden die Simulationen der Wettermodelle im Zeitraum vom 25./31. Januar sprunghafter werden können. Es bleibt alles offen- zunächst aber steht eine hochwinterliche Wetterphase bevor.

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