Beide Wettermodelle berechnen zum Start in die neue Woche eine sich von Norden her langsam durchsetzende Milderung, welche mit zeitweiligen Niederschlägen einhergehen kann. Die Niederschläge sind bis kommenden Dienstag über dem Nordwesten meist in Form von Regen, teils auch als Schneeregen zu erwarten, während in Richtung Südosten die Niederschläge zumeist als Schnee, teils aber auch als Schneeregen, gefr. Regen oder Eisregen niedergehen können. Überwiegend Dauerfrost ist über den südlichen Regionen ab den mittleren Lagen zwischen 400-600 Meter zu rechnen, darunter können die Tageswerte in den leicht positiven Bereich ansteigen, während es über dem Nordwesten mit +2/+6 Grad zum Dienstag spürbar milder werden kann (Details s. Wettervorhersage Januar 2017).

Wie geht das Wetter im Winter weiter, bzw. wie lange wird die Milderung andauern? Das amerikanische Wettermodell berechnet die Großwetterlage am Dienstag mit einem Tiefdrucksystem vor Skandinavien und einem Hochdrucksystem, welches sich von Neufundland über die Azoren und Mitteleuropa bis über das westliche Russland erstrecken kann. Daraus ergibt sich zunächst ein von West nach Ost orientiertes Zirkulationsmuster, was mit Wind aus westlichen, teils auch nordwestlichen Richtungen die milderen Luftmassen heranführen kann. Der voraussichtliche Höhepunkt der Milderung wird nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zum 12./13. Januar erreicht werden können, wo über dem Norden +5/+10 Grad und über dem Süden +1/+7 Grad in Aussicht gestellt werden. Mit der Milderung erfolgt zum 12./13. Januar auch eine Windzunahme, was für eine entsprechende Durchmischung der Luftmassen sorgen kann. Was bedeutet Durchmischung? Kalte Luft sammelt sich unter gradientenschwachen Bedingungen gerne am Boden an und bleibt dort bestehen. Wenn nun wärmere Luftschichten in der Höhe herangeführt werden, kann es mit einer fehlenden Durchmischung sein, dass es in tieferen Lagen kalt bleibt. Mit einer entsprechenden Durchmischung setzt sich die Milderung aber auch bis in tiefere Lagen durch. Entsprechend hoch ist auch die Niederschlagserwartung, was die Schneefallgrenze kurzzeitig auf bis 800-1.800 Meter ansteigen lassen kann. Nach dem 13. Januar kippt die Grundströmung auf Nordwest und zum 15. Januar auf Nord, was wieder kältere Luftmassen heranführen und für Schneefall bis in tiefere Lagen sorgen kann. Anders formuliert - die Milderung ist nach dem amerikanischen Wettermodell prägnant, aber nur von kurzer Dauer.

Das europäische Wettermodell berechnet die Milderung ebenfalls, jedoch nicht so stark wie das amerikanische Wettermodell. Und für den Zeitraum nach dem 13. Januar berechnet das europäische Wettermodell mit einer nordwestlichen Grundströmung eine eher nasskalte Wetterlage, bei der es in tiefere Lagen Schnee-, Schneeregen-, Graupel- und auch Regenschauer geben kann, welche aber oberhalb etwa 400-500 Meter in Schnee übergehen können.

In tieferen Lagen wird eine möglicherweise vorhandene Schneedecke im Verlauf der kommenden Woche abgetaut sein. Ab den mittleren Lagen ist die Wettervorhersage aber nicht so einfach zu treffen. Warum? Die Kontrollläufe zeigen, dass der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells weiterhin die wärmste Variante darstellt. So liegen die Höchstwerte nach dem Hauptlauf bspw. am 13. Januar über dem Süden bei +4 Grad und über dem Norden bei +7 Grad - der Mittelwert der Kontrollläufe liegt aber über dem Süden bei +0 Grad und über dem Norden bei +3 Grad. Das kann für den Verbleib oder gar einem weiteren Anwachsen der Schneedecke südlich der Mittelgebirge entscheidend sein.

Wie wahrscheinlich ist es, dass sich der Winter im zweiten Januar-Drittel wieder über Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsetzen kann? Hierzu betrachten wir noch einmal die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) und unterscheiden diese von Nord nach Süd. So liegen diese am 16. Januar über dem Norden bei 30/50/20 und über dem Süden bei 65/25/10 und am 21. Januar über dem Norden bei 35/40/25 und über dem Süden bei 40/50/10. Nasskalt bis kalt hat im zweiten Januar-Drittel eine höhere Wahrscheinlichkeit als zu mild. Zumeist ein Garant für winterliche Verhältnisse ab den mittleren Lagen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle.

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