Für die Wetterentwicklung Anfang Oktober gibt es noch Spielräume, wobei ein normaler Temperaturcharakter bei einer leicht ansteigenden Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 1.-3. November nach den Berechnungen der Wettermodelle aktuell die wahrscheinlichste Variante darstellt (s. Wetter November).

Dabei stehen sich generell zwei Wetterentwicklungen gegenüber, welche maßgeblich das Wetter im ersten November-Drittel gestalten, bzw. beeinflussen könnten. So berechnet das amerikanische Wettermodell in seiner Simulation zum 3. November ein Tiefdruckzentrum im Bereich über Skandinavien. Gleichzeitig sammelt sich im Bereich zwischen Grönland, dem europäischen Nordmeer und der Karasee Kaltluftmassen an. Nun verhindert das Tiefdrucksystem zunächst noch den Ausbruch der arktischen Luftmassen nach Süden, allerdings strebt zum 5. November hoher Luftdruck auf dem Atlantik nach Norden in Richtung Grönland auf, so dass im Verbund beider Wettersysteme kalte Luft aus nördlichen Richtungen nach Süden geführt werden können. Im Zeitraum vom 5./9. November könnte das Hochdrucksystem seinen Schwerpunkt sogar über das europäische Nordmeer verlagern, während das Tiefdrucksystem über dem östlichen Europa sich positionieren kann.

Nun kommt ein Hochdrucksystem in dieser Position nicht all zu oft vor und es bleibt abzuwarten, ob diese Variante in den kommenden Stunden nicht wieder verworfen wird. Sollte die Variante jedoch tatsächlich so eintreten, so könnten die Tageswerte im Zeitraum vom 5./10. November in einigen Gebieten von Deutschland, Österreich und der Schweiz nahe der 0 Grad Grenze absinken und Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer ab mittleren Lagen ermöglichen.

Eine Abwandlung der Variante wäre ein Tiefdrucksystem über Skandinavien, welches seine Position dort auch halten kann. In Folge dessen wäre über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit klassischen Westwindwetter zu rechnen, welches neben einem windigen und unbeständigen Wettercharakter für normale bis zu warme Temperaturwerte sorgen kann.
br /> In der dritten Variante, welches das europäische Wettermodell berechnet, passiert gar nicht viel. So "toben" sich die Tiefdrucksysteme über dem nördlichen Europa in der Kaltluft aus und können das Wetter über Mitteleuropa nicht direkt mit beeinflussen. Stattdessen kommt es über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu schwachen Luftdruckgegensätzen, was eher einem ruhigen, teils neblig-trüben und mäßig milden bis milden Temperaturcharakter bis zum 5. November entspräche. Allerdings zeigt sich auch hier ein Hochdruckkeil des Azorenhochs, welcher sich in Richtung Norden (England/Island) auszudehnen vermag. Im Kombination mit dem tiefen Luftdruck über dem nördlichen Europa könnte darüber hinaus durchaus die kalte Luft nach Süden geführt werden.

So bestätigt sich auch heute die komplexe Wetterentwicklung im ersten November-Drittel, welche den Spielraum für eine nasskalte, milde oder gar windige Großwetterlage offen lässt. Die Kontrollläufe stützen im übrigen mehrheitlich einen Temperaturtrend, welcher gegenüber dem langjährigen Mittelwert im normalen bis leicht zu kühlen Bereich liegen kann. Betrachtet man den Mittelwert des Temperaturspektrums, so liegt dieser am 5. November zwischen +7/+9 Grad und am 9. November zwischen +6/+7 Grad. So liegt das Verhältnis der Kontrollläufe von zu kalt (<+6) / normal (+7/+12) / zu warm (>+13) am 5. November bei 30/55/15 und am 10. November bei 70/25/5 und betrachtet man die Wahrscheinlichkeiten der deutlich zu kalten Varianten (<+3 Grad), so liegt die Wahrscheinlichkeit am 10. November bei 20 Prozent.

Zusammenfassend geht der Trend in Richtung eines unbeständigen Wettercharakters bei normalen Temperaturwerten, welche in der Tendenz auch leicht zu kühl ausfallen können.

Und die Winterprognose? Das Langfristmodell CFSv2 bestätigt in seiner heutigen Winterprognose eine Temperaturabweichung im November von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im weitgehend normalen Bereich. Für die Monate von Dezember 2016 bis Februar 2017 liegt die Abweichung im Bereich zwischen +1/+3 Grad, so dass nach diesen Berechnungen der Winter 2016/17 zu warm ausfallen könnte. Geht es nach dem Langfristmodell der NASA, so fällt der Dezember 2016 normal bis leicht zu kühl aus, der Januar 2017 leicht zu mild und der Februar 2017 leicht zu kalt - im Schnitt also normal. Das sog. IRI Modell schwankt zwischen einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von leicht zu mild bis normal und das METOffice berechnet in seiner Winterprognose den Winter mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit zu mild auszufallen. Fasst man alle Langfristmodelle zusammen, so zeigt sich der Trend eines leicht zu milden bis zu milden Wetter im Winter 2016/17 - nur ein Modell weist normale und im Trend leicht zu kühle Bedingungen auf. Aber die Berechnungen der Langfristmodelle sind mit einer gewissen Skepsis zu betrachten, zumal die Randfaktoren dieses Jahr durchaus auch andere Optionen nicht ausschließen. Aufgrund der spannenden Entwicklung erfolgt heute Abend gegen 20:45 an dieser Stelle ein Update der Wetterprognose Winter.

In eigener Sache: wir sind die letzten Tage des Öfteren gefragt worden, wann und ob man Winterreifen montieren sollte. Da die Anzahl der Anfragen nicht nachlässt, haben wir uns dazu entschlossen, einen Beitrag hierzu zu verfassen: Winterreifen - wann montieren?.
Update Wetterprognose Wetter Herbst Winter 2016/17
Das amerikanische Wettermodell berechnet bis zum 1. November einen weitgehend stabilen, trockenen und milden Wettercharakter. Allerdings verlagert das Hochdrucksystem seine Position bis zum 3. November weiter nach Westen, so dass zum 2./3. November im Verbund mit dem Tiefdrucksystem über Skandinavien der Zustrom kühlerer Luftmassen bis nach Deutschland gelingen könnte. In Folge daraus wechselhaft, unbeständig, teils windig bei Temperaturen knapp unter +10 Grad. Darüber hinaus kann sich nach diesen Berechnungen das Tiefdrucksystem über Skandinavien behaupten, während sich das Hochdrucksystem im Bereich zwischen England und Island positionieren kann. In Folge dessen werden weiter Kaltluftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt, was Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer vom 5./8. November - zum aktuellen Stand - bis auf mittlere Lagen hinab nicht unwahrscheinlich macht.

Allerdings "ziehen" die Kontrollläufe nicht mit und relativieren den simulierten Kaltluftausbruch nach dem amerikanischen Wettermodell rasch wieder (in der Tendenz Jahreszeit-typische temperaturwerte zwischen +6/+10 Grad). Nichtsdestotrotz wird der trogansatz mit Kaltluftausbruch gen Süden zum wiederholten Male simuliert.

Für einen instabilen Polarwirbel mit Schwankungen entlang der Polarfront spricht im ersten November-Drittel ein negativer AO-Index und für ein Hochdrucksystem bei Island spricht ein ebenso negativer NAO-Index Wert. Beide Werte erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine kühlere (Trog)Wetterlage im Verlauf des ersten November-Drittels. Soweit der Stand.

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen