Nach den heißen Tagen im August deutet sich Anfang September eine Übergangswetterlage mit einem unbeständigen Wettercharakter und Jahreszeit-typischen Temperaturen an. Mit anderen Worten "normalisiert" sich das Wetter Anfang September wohl wieder (s. Wetterprognose September).

Entscheidend für die weitere Wetterentwicklung wird sein, welche Großwetterlage sich nach der Übergangsphase einstellen kann. Kann sich erneut hoher Luftdruck durchsetzen, oder dominiert die atlantische Frontalzone mit ihren Tiefdrucksystemen das Wetter über Deutschland Österreich und der Schweiz?

Das amerikanische Wettermodell ist in seinen Simulationen noch nicht eindeutig, tendiert aber im Zeitraum vom 4./8. August zu einer gemäßigten Südwestwetterlage, was den Tiefdruckeinfluss über Deutschland aus westlichen Richtungen zunehmen lässt, so dass sich demnach an dem unbeständigen und zu Schauern und Gewittern neigenden Wetter wenig ändern mag. Das Temperaturspektrum würde bei einem eintreffen dieser Berechnungen am 5. September zwischen +13/+27 Grad (Mittelwert: +18/+20 Grad) und am 7. September zwischen +12/+26 Grad (Mittelwert: +19/+20 Grad) betragen.

Welche Aussagen lassen sich bereits heute über das Wetter Herbst treffen? Der Sommer wird mit aller Wahrscheinlichkeit zu warm ausfallen, so dass ein rascher Übergang zu normalen, bzw. auch zu kühlen Temperaturwerten weniger wahrscheinlich erscheint.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose für die Herbstmonate September und Oktober mit einer Abweichung der Temperaturmittelwerte von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine normale Temperaturentwicklung. Für November zeigt sich mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad jedoch eine zu warme Entwicklung der Temperaturen. Insgesamt könnte der Herbst mit +0,5/+1 Grad leicht zu warm ausfallen. In der Niederschlagsentwicklung zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber den Sollwerten. In der Tendenz könnte der September und November leicht zu nass und der Oktober leicht zu trocken ausfallen.

Und gibt es schon einen Ausblick auf das Wetter Winter 2016/2017? Ja, den gibt es. Das Langfristmodell berechnet für die Wintermonate Dezember 2016, Januar und Februar 2017 eine fast durchweg positive Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Das legt die Vermutung zunächst einmal nahe, als dass der Winter 2016/2017 erneut zu warm ausfallen könnte. Dagegen sprechen aber andere Randfaktoren wie die schwache Sonnenaktivität, die Statistik/Zyklus und die mögliche Umkehrung des El Niño Phänomens in La Niña (nähere Details finden Sie in der Wetterprognose Herbst/Winter vom 12. August).

Das sog. El Niño Phänomen wurde in den letzten ENSO-Berichten neutral berechnet und die Wahrscheinlichkeit für La Niña in den Wintermonaten als leicht erhöht eingestuft:
La Niña is slightly favored to develop during August-October (ASO)2016, with about a 55-60% chance of La Niña during the fall and winter 2016-17.*
Frei übersetzt bedeutet diese Aussage, dass ein La Niña Phänomen mit einer Wahrscheinlichkeit von 55-60 Prozent über den Herbst und Winter sich entwickeln und anhalten kann. Der Wahrscheinlichkeit war im Juli mit knapp 75 Prozent auch schon höher eingestuft, so dass es fraglich bleibt, ob sich La Niña tatsächlich auch durchsetzen kann.

Was für einen Einfluss hätte La Niña auf das Wetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Wenig signifikant. So gab es mit La Niña auch schon zu warme Winter, so dass sich hieraus keine Ableitung für einen normalen oder zu kalten Winter herstellen lässt. Global betrachtet führt aber das La Niña Phänomen eher zu einer Abkühlung der Temperaturen (weitere Details zu La Nina).

Es ist also noch völlig offen, wie sich das Wetter Winter 2016/17 entwickeln wird - die Tendenz zeigt erneut in die zu warme Richtung, was in Zeiten des Klimawandels auch nicht überraschend sein mag (vgl. der Temperaturentwicklung der Wintermonate seit 1760).

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