Wetter Winter 2016/2017 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst Winter 2016/2017 - Wettertrend vom 12. August

Der Sommer 2016 war im Juni und Juli von zu warmen Temperaturen geprägt. Auffällig war jedoch, dass sich keine stabile Wetterlage hatte durchsetzen können. So konnte sich zeitweilig ein Hochdrucksystem oder ein Hochdruckkeil über Mitteleuropa etablieren und brachte jeweils für ein paar Tage den Sommer nach Deutschland, Österreich und der Schweiz, bevor nachfolgend wieder Tiefdrucksysteme das Wettergeschehen dominierten. Interessant war, dass die Tiefdrucksysteme nicht nur eine leichte Abkühlung mit sich führten, sondern die kühleren Phasen gegenüber dem langjährigen Mittelwert auch als zu kalt zu definieren waren. Und dieses Auf und Ab setzt sich aller Voraussicht nach auch im August 2016 noch fort (s. Wetter Sommer).

Was hat ein gefühlt "mäßiger" Sommer für mögliche Auswirkungen auf den Herbst 2016 und Winter 2016/2017? Auffällig waren die teils signifikant kühleren Phasen, welche oftmals durch Trog- oder auch Nordwestwetterlagen hervorgerufen wurden - das ist nicht unbedingt eine typische Wetterlage im Sommer und zurückblickend auf die Sommer der letzten Jahre sicherlich auch erwähnenswert. Was lässt sich also daraus schließen? Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik war und ist in 2016 als intakt zu bezeichnen, oftmals "schläft" diese über die Sommermonate ein, so dass sich über Mitteleuropa ein Hochdrucksystem für längere Zeit etablieren kann (häufig im Zeitraum 10. Juli / 10. August) - nicht aber in 2016. Betrachtet man die Wetterlagen aus den vergangenen drei (zu warmen) Wintern, so war diese meist westlich, teils südwestlich geprägt mit einem nicht mehr enden wollenden Zustrom von Tiefdrucksystemen zwischen Neufundland, Island Mitteleuropa/Skandinavien - also der des Sommers recht ähnlich, wobei es im Sommer fast schon mehr Trogwetterlagen gab, als in den letzten Wintern.

Wer hier regelmäßig mit liest, dem werden die Begriffe der Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten sicherlich etwas sagen. Wem nicht, hier eine kurze und stark vereinfachte Erklärung: ist es längere Zeit warum und trocken (Erhaltungsneigung), so folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine längere Zeit mit zu kühlem und zu nassen Wetter nach (Ausgleichsverhalten mit Übergang zur Erhaltungsneigung). War der Winter 2015/2016 zu warm, so folgte mit einer Abweichung von +0,8 Grad ein nur leicht zu warmer Frühling nach. Der Sommer 2016 war bisweilen im Juni und Juli um knapp 1,6 Grad zu warm - der August könnte weitgehend normal ausfallen, so dass sich an dem positiven Überschuss wohl nichts mehr ändern wird. Spielt man diesen Zyklus weiter, so würde ein normaler Herbst und dann ein zu warmer Winter 2016/2017 folgen?

Betrachtet man das Langfristmodell, so findet diese These durchaus eine Bestätigung. Die Monate September, Oktober und November werden mit einer durchschnittlichen Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad weitgehend normal und der Dezember 2016 und Januar 2017 mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad als zu warm eingestuft. Im Niederschlagsverhalten wird der September normal, der Oktober zu nass, der November etwas zu trocken, der Dezember und Januar normal mit der Tendenz leicht zu trocken auszufallen. Wer sich wundert, dass der Februar 2017 fehlt, der liegt richtig, dieser wird erst Mitte August in die Berechnungen mit einbezogen und liegt zum aktuellen Stand noch nicht vor. Zusammenfassend "droht "nach den Berechnungen des Langfristmodells ein vierter zu warmer Winter in Folge.

Dagegen spricht die Statistik - einem zu warmen Winter folgt meist ein weiterer zu warmer Winter nach, bevor sich der dritte Winter wieder normalisieren kann (aber durchaus auch zu warm ausfallen kann). Man spricht dabei vom 3-Jahres Zyklus. Vor allem in der jüngsten Zeit ändert sich aber auch der 3-Jahres-Zyklus, was sicherlich dem Klimawandel zuzuschreiben ist. So gab es von 1998-2002 und 1992-1995 vier, bzw. auch bis zu fünf zu warme Winter in Folge - somit ist auch die Statistik kein sonderlicher Verlass mehr.

Apropos Zeitreihe der Temperaturen und Klimawandel - würde man einfach behaupten, dass der Winter 2016/2017 erneut zu warm ausfallen würde, läge die Wahrscheinlichkeit gar nicht einmal so schlecht. Warum? Betrachtet man die Zeitreihe der Temperaturen über den Winter verteilt, so stellt man einen fast kontinuierlichen Temperaturanstieg seit 1980 fest - kältere Winter werden zunehmend weniger wahrscheinlich.

Dennoch spricht für den kommenden Winter 2016/2017 auch einiges dafür, dass dieser - zumindest - wieder normal ausfallen könnte. Dafür spricht das wenig konstante Zirkulationsmuster von Mai bis August, die drei vergangenen zu warmen Winter (der Wahrscheinlichkeit halber) und die geringe Sonnenaktivität (Grafische Darstellung des 24. Zyklus).

Insbesondere die geringe Sonnenaktivität veranlasste im Juni 2015 Forscher der Northumbria University dazu, über eine bevorstehende "Mini-Eiszeit" zu diskutieren. Nach deren Berechnungen sollten die nächsten zwei Zyklen (Zyklus 25 mit Maximum 2022 und Zyklus 26 in der Dekade 2030-2040) besonders schwach ausfallen und unter Umständen werden die oberen Wellenbewegungen komplett kompensiert werden können. Wir wollen hier nicht zu tief in Details einsteigen (wer es dennoch gerne tun möchte: Irregular heartbeat of the Sun driven by double dynamo), eine "schwächelnde" Sonne hat über der nördlichen Hemisphäre grundsätzlich eine höhere Wahrscheinlichkeit für kühlere Winter zur Folge. Wer gerne möchte, kann die zu warmen und zu kalten Winter (s. tabellarische Übersicht) mit den Sonnenzyklen vergleichen und dabei feststellen, dass sich die zu warmen Winter häufiger in den ansteigenden Phase des Zyklus bis zum Maximum befanden und anschließend wieder kühler wurden (Warmperioden 1998-2002, 2007-2008, 2014-2016; Kaltperioden 1996-1997, 2005-2006, 2009-2011). Man wird sehen müssen, ob sich der Effekt des Klimawandels und der schwachen Sonnenaktivität letztlich kompensiert, oder ob sich eines der beiden Phänomene durchsetzen kann. Für den Winter 2016/2017 strebt die Sonnenaktivität in Richtung Ende des 24. Zyklus und lag in den Sommermonaten schon erstaunlich niedrig - ob das nun mit dem durchwachsenen Sommerwetter zusammenhängen mag, bleibt mal dahingestellt. Die Wetterprognosen für den Herbst, bzw. Winter 2016/2017 werden zunächst nach Bedarf erneuert, ab Mitte August regelmäßiger und ab September täglich aktualisiert.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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