Sommerprognose - Hitze, Trockenheit und monsunartiger Regen liegen dicht beieinander
Eine schwüle und instabil geschichtete Luftmasse drückt sich im Moment nach Deutschland und lässt es heute richtig krachen. Insbesondere über der Südhälfte sind unwetterartige Wetterereignisse zu erwarten. Im Zeitraum bis Pfingsten hält der Zustrom instabiler Luftmassen an, was teils zu kräftigem und länger andauerndem Niederschlag und einem hohen Unwetterpotential führen kann, bevor über Pfingsten das Wetter in eine andere Richtung kippen kann.
Schwüle und instabile Luftmassen sorgen heute verbreitet für kräftige Schauer und Gewitter. Die Ausbildung von Superzellen ist wahrscheinlich, was neben Platzregen, Sturzfluten, Überflutungen, Blitz- und Hagelschlag auch zu stürmischen und orkanartigen Windböen führen kann. Lokal ist das Auftreten von Tornados nicht auszuschließen (Warnlagenbericht || Gewitterradar). Der Schwerpunkt der Unwetterfront ist südlich einer Linie vom Saarland bis Berlin zu erwarten. Bevor die Quellwolken hochschießen, ist noch mit Sonnenschein zu rechnen, was die Temperaturen auf +22 bis +26 Grad und örtlich bis auf +29 Grad ansteigen lässt. Mit den Gewittern kühlt es auf +17 bis +22 Grad ab.
Weitere Unwetter
Die Großwetterlage ist gradientenschwach und wird von einem quasistationären Tiefdruckwirbel zwischen Island und England getriggert, der mit seinen Ausläufern das Wetter der kommenden Tage über Deutschland mit einer anhaltend schwül-warmen Witterung beeinflussen kann. So sind im Wochenverlauf immer wieder kräftige Schauer und Gewitter zu erwarten, deren Intensität zwischen Mittwoch und Freitag besonders hoch sein kann und insbesondere über der Südhälfte für weitere Unwetter sorgen kann. Die Temperaturen erreichen +20 bis +25 Grad. In sonnigen Momenten können bis zu +27 Grad und bei länger andauerndem Niederschlag bis zu +16 Grad möglich sein. Wer es genauer wissen möchte – Wetter Juni.

Das Wetter kippt an Pfingsten
Die obenstehenden Wetterkarten bestätigen den Wettertrend der vergangenen Tage, welche sich bereits seit dem 20. Mai – zumindest in den Kontrollläufen – exakt so abzeichnete. In der Verifizierung jedoch wurden die Störimpulse deutlich schwächer berechnet. Tatsächlich ist es so, dass beide Vorhersagemodelle bis Pfingsten und einschließlich der Feiertage einen weiterhin wechselhaften Wettercharakter mit einer mäßigen bis hohen Niederschlagsaktivität berechnen.
Noch eine Unwetterfront
Unmittelbar vor Pfingsten rauscht ein weiterer Störimpuls über Deutschland hinweg und kann am Freitag und Samstag noch für länger andauernden und ergiebigen Niederschlag sorgen – örtlich auch unwetterartig ausfallend. Die Sonne zeigt sich nur selten, und die Temperaturen erreichen bei mäßigen Winden aus südwestlichen Richtungen +15 bis +20 Grad. Regnet es länger andauernd, sinken die Werte auf bis +12 Grad. Kein Sommerwetter zum Start in die Pfingstferien.
Mehr Sonnenschein und ansteigende Temperaturen
Für den Pfingstsonntag unterscheiden sich die Vorhersagemodelle in ihren Berechnungen noch. Während die einen noch anhaltenden und ergiebigen Regen simulieren, berechnen andere eine zunehmende Hochdruckaktivität mit nachlassenden Niederschlägen. Im Trend jedoch sind sich die Vorhersagemodelle bis Pfingstmontag einig, dass die Niederschlagstätigkeit weiter nachlässt und die Sonnenscheindauer zunimmt. Die Temperaturen erreichen am Pfingstsonntag +17 bis +23 Grad (bei Dauerregen +14 Grad), und am Pfingstmontag können +18 bis +24 Grad möglich sein. Mit anderen Worten formuliert, kündigt sich mit einer nachrückenden Hochdruckzone über Pfingsten ein Kippen der Großwetterlage an.

Sommer, Hochsommer, Unwetter und Hitze
Im Zeitraum der Pfingstferien sind sich die Vorhersagemodelle weitgehend einig: Die Hochdruckzone baut sich weiter über Mitteleuropa auf und beginnt, das Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich zu dominieren. Allerdings gelingt es dem Hoch nach den aktuellen Vorhersagen nicht, zu einer Stabilisierung der Großwetterlage beizutragen. Der Grund ist ein weiteres Hochdrucksystem, das sich zwischen Kanada und Grönland ausdehnt und so zu reaktiven Störimpulsen führt.
Hitze, Trockenheit und monsunartiger Regen liegen dicht beieinander
Die Hochdruckzone etabliert sich im Zeitraum von Pfingsten bis zum 15. Juni im Bereich zwischen England, Frankreich und Deutschland. Die Hochdruckzone über Kanada und Grönland hingegen leitet polare Luftmassen nach Süden, die dort auf die warme Atlantikluft treffen und so zur Ausbildung kleinräumiger Störimpulse führen können. Von einer zonal geprägten Westwetterlage ist in der Zeit nach Pfingsten nicht auszugehen. Vielmehr gelingt es den Störungen, sich immer wieder in die Hochdruckzone einzunisten und mit ihrem quasistationären Verhalten für unwetterartige Regenmengen zu sorgen.
Ob die monsunartigen Niederschläge aber über Deutschland, der Schweiz und Österreich niedergehen werden, bleibt abzuwarten. Sollte das Hoch dominieren, so wäre von Pfingsten bis Mitte Juni mit trockenem Wetter zu rechnen, was die Temperaturen auf +24 bis +28 Grad ansteigen lassen kann. Liegt die Hochdruckzone über Mitteleuropa, so können die Temperaturen die hochsommerliche +30-Grad-Marke ohne Probleme übersteigen.
Anders sieht es aus, wenn sich ein Störimpuls über Deutschland eindreht – dann sind nur +15 bis +20 Grad zu erwarten. Den möglichen Aufbau der Hochdruckzone aber mal im Hinterkopf behalten, dazu gehen wir gleich noch näher darauf ein.

Auf den Punkt gebracht: Trend zum Sommerwetter
Wenn man einmal von den Störimpulsen absieht, bestätigen die Vorhersagemodelle heute den Aufbau einer Hochdruckzone über Mitteleuropa, was nicht nur den Wettercharakter, sondern auch die Temperaturen nachhaltig in den Bereich des Sommers verankert. Und ja, die Störimpulse können diese Entwicklung noch massiv stören.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe bestätigen den Aufbau der Hochdruckzone bis zum 11. Juni mehrheitlich und haben mit einer Anomalie im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von +2 bis +4 Grad einen deutlichen Temperatursprung nach oben zur Folge. Zuvor ist das Temperaturspektrum mit einer Anomalie von +0,5 bis +1,5 Grad verhalten.
Die Regenprognose
Für den Aufbau einer Hochdruckzone spricht auch die nachlassende Niederschlagsaktivität ab Pfingsten, die zuvor noch deutlich erhöht ist. Zusammenfassend ist bis Pfingsten eine turbulente, chaotische und in Teilen auch unwetterartige Wetterentwicklung zu erwarten, welche sich nachfolgend allmählich beruhigt und in den Sommer überleiten kann. Schaun mer mal.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 7. Juni | +12 bis +31 Grad | +19 bis +23 Grad |
| 11. Juni | +12 bis +32 Grad | +21 bis +23 Grad |
| 16. Juni | +14 bis +36 Grad | +22 bis +24 Grad |


