Beide Wettermodelle simulieren bis zum Dienstag kommender Woche einen langsamen aber stetigen Temperaturrückgang auf überwiegend nasskalte Werte, welche in tieferen Lagen zumeist +0/+4 Grad und in mittleren Lagen -2/+1 Grad betragen können. Dementsprechend sinkt die Schneefallgrenze am Wochenende auf mittlere Lagen zwischen 400-600 Meter und bis zum Dienstag bei nachlassender Niederschlagsaktivität in Form von Schauern auch bis auf tiefere Lagen hin ab. Flächendeckender Niederschlag und damit entsprechender "Neuschneezuwachs" ist - mit Ausnahme der Alpen - in Deutschland voraussichtlich nicht zu erwarten. In der zweiten Wochenhälfte simuliert das amerikanische Wettermodell ein schwachgradientiges Mittelmeertief mit einer auf dem Atlantik kippenden Hochdruckachse in Richtung Mitteleuropa. In Folge daraus können die Luftmassen in tieferen Lagen weiter auskühlen und die Temperaturen pendeln mit -2/+2 Grad vielfach um den Gefrierpunkt. Das gesamte Konstrukt ist aber schwachgradientig ausgeprägt, so dass die Niederschlagserwartung bis zum 23. Januar gering ausgeprägt ist. Im Zeitraum 23./26. Januar kann aus nordöstlichen Richtungen etwas mehr Kaltluft advehiert werden und das Mittelmeertief positioniert sich vom Mittelmeer über den Südosten von Deutschland bis zum 26. Januar langsam über das östliche Europa. Somit ist nach dieser Simulation im Süden, Südosten und auch Osten im Zeitraum zwischen dem 23./26. Januar eine höhere Niederschlagsneigung zu erwarten, welche zum aktuellen Stand bei Temperaturen von leicht unter 0 Grad bis in tiefere Lagen als Schnee niedergehen können. Nach dem europäischen Wettermodell verhält sich das Grundmuster mit Mittelmeertief bis zum 23. Januar ähnlich der des amerikanischen Wettermodells. Im Zeitraum 23./26. Januar entwickeln sich jedoch das Mittelmeertief nicht entsprechend, so dass die "Trogachse" über Deutschland eine schwachgradientige und nordwestliche Ausgangslage hat. Die Zufuhr der direkten Kaltluftmassen aus Nord- bis Nordost wäre mit dieser Achslage unterbunden, so dass die Kälte im windarmen Umfeld selbst "produziert" wird, aber bei weiten nicht so ausgeprägt ist, wie beim amerikanischen Wettermodell. In Folge daraus bleibt der Witterungscharakter in tieferen Lagen bei nasskalten Werten zwischen -0/+3 Grad und erst ab den mittleren Lagen macht sich mit Werten zwischen +1/-2 Grad der Dauerfrost bemerkbar. Aufgrund der noch täglichen Veränderungen bleibt im Detail weiter abzuwarten, wie sich der "Trog" Mitteleuropa entwickeln wird. Im Wesentlichen ändert sich am grundlegend nasskalten Witterungscharakter in tieferen Lagen bis zum 25. Januar gegenüber den vergangenen Tagen nur wenig und auch die Kontrollläufe stützen den nasskalten Grundcharakter im Zeitraum 20./25. Januar weitgehend. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 20. Januar zwischen -3/+4 Grad (Mittelwert: +0/+2 Grad) und am 25. Januar zwischen -6/+5 Grad (Mittelwert: +0/+2 Grad). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 23. Januar bei 15/75/10 und am 29. Januar bei 35/40/25. Untersucht man die Simulationen auf Hinweise über eine hochwinterliche Wetterlage - wie sie im zweiten und letzten Januar Drittel statistisch häufiger vorkommt - so wird diese nicht einmal im Ansatz von den Wettermodellen simuliert. Woran liegt das? Zwar zeigen die Simulationen des Polarwirbels ein "Polarhoch" mit Kerndruck von bis zu 1040 hPa (23./25. Januar), jedoch gelingt es dem Hoch nicht seine Achsen entsprechend zu stabilisieren, so dass ein Polarwirbelsplitt daraus erfolgen könnte. Somit bleibt der Kaltluftwirbel über Kanada/Grönland existent, was die Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte Witterung über Mitteleuropa erhöht, da sich weder das Azorenhoch noch der Trog Mitteleuropa entsprechend Zeit findet sich (nachhaltig) entwickeln zu können. Ist somit der Hochwinter im letzten Januar-Drittel unmöglich? "Überraschungen" sind weiterhin möglich und liegen in der Achsverteilung des Polarhochs begründet, wahrscheinlicher ist jedoch der nasskalte Trend in tieferen Lagen und der leicht winterliche ab den mittleren Lagen. Die nächste Aktualisierung erfolgt in einem Update dieser Wetterprognose heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Weiterhin kaum Veränderungen für den Zeitraum 20./25. Januar in den Simulationen der Wettermodelle. Trogähnlicher Ansatz mit Nordwest-Südost Ausrichtung und Zugbahn einer sog. schwachgradientigen Vb-Variante. In der Höhe werden - typischerweise - Warmluftmassen advehiert, welche die Berechnung der tatsächlichen Schneefallgrenze komplex machen und zum aktuellen Stand zwischen 200-800 Meter schwanken können. Grundsätzlich ist bei solchen Wetterlagen im Norden und Nordwesten weniger Niederschlag zu erwarten, als im Süden und Osten. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so bleibt in der Höhe die kalte Luft beständiger, so dass die Schneefallgrenze im Zeitraum zwischen dem 20./26. Januar zwischen 200-500 Meter liegen kann. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5), liegen am 20. Januar bei 35/65/0, am 25. Januar bei 50/35/15 und am 30 Januar bei 30/35/35. Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt am 25. Januar zwischen -8/+7 Grad bei einem Mittelwert von -1 Grad im Süden und Osten, +1 Grad im Westen und +2 Grad im Norden. Zusammenfassend durchaus winterliche Optionen ab den mittleren Lagen, darunter mit Schneefall/Schneeregen eher nasskalt, wobei die Ausbreitung einer Schneedecke im Zeitraum 20./25. Januar in Lagen unterhalb 200 Meter fraglich bleibt.

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