Tauwetter wird in den südlichen Landesteilen bis zum Samstag einsetzen und die Landschaften unterhalb etwa 500-700 Meter wieder zunehmend schneefrei machen. Insbesondere am Samstag liegt etwa entlang der Linie Köln - Nürnberg eine Luftmassengrenze, so dass südlich davon die teils kräftigen Niederschläge als Regen, sonst in Lagen zwischen 300-800 Meter schwankend in Schnee übergehen können. Starkwindpotential ist insbesondere am Samstag in den südlichen Regionen nicht ausgeschlossen. Nachfolgend macht sich ein Hochdruckkeil mit nachlassenden Niederschlägen bemerkbar. Im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über dem westl. Russland können kühlere Luftmassen über Osteuropa bis über das östliche Mittelmeer geführt werden - zum heutigen Stand streifen die kühleren Luftmassen die östlichen Landesteile von Deutschland, so dass die Schneefallgrenze allgemein auf oberhalb etwa 300-500 Meter und im Osten bis auf tiefere Lagen absinken kann (s. Wettervorhersage Januar). Im Zeitraum zwischen dem 7./12. Januar kippt nach einer Variante des amerikanischen Wettermodells der Hochdruckkeil nach Osten ab und legt sich relativ flach von den Azoren bis über das Mittelmeer. Gleichzeitig gelingt es der atlantischen Frontalzone sich mit seinen Ausläufern bis über das westl. Russland durchzusetzen. Deutschland liegt in diesem Entwicklungsprozess im gradientenstarken Bereich, so dass im Zeitraum 8./12. Januar Potential für Stark- und Extremwindereignisse vorhanden ist. Mit einer überwiegend westlichen - in Teilen auch südwestlichen Grundströmung - können die Temperaturen mit +1/+7 Grad im überwiegend nasskalten Bereich verbleiben (tendenziell im Westen wärmer als im Osten). In einer weiteren Variante des amerikanischen Wettermodells liegt die Hochdruckachse etwas nördlicher zwischen Azoren, Frankreich, den Alpen und der Mittelmeerregion, so dass Starkwindereignisse im Zeitraum 7./10. Januar weniger wahrscheinlich sind und erst nach dem 10. Januar an Potential gewinnen können. Das Temperaturgefüge bleibt aber auch in der zweiten Variante mit +1/+7 Grad im Zeitraum 7./12. Januar im überwiegend nasskalten Bereich. Das europäische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 7./10. Januar eine insgesamt gradientenschwache Wetterlage, so dass demnach Starkwindereignisse weniger wahrscheinlich sind. Mit fehlender Durchmischung sind nach dem europäischen Wettermodell mit -1/+5 Grad auch etwas kühlere Temperaturen möglich - insbesondere über den Gebieten, wo noch Schnee vorhanden ist. Betrachtet man den Polarwirbel, so konzentriert sich im Zeitraum 5./12. Januar sich nach dem europäischen Wettermodell ein Kaltluftwirbel zwischen Kanada, Grönland bis über die Karasee reichend, was über Mitteleuropa eine nasskalte West- bis Nordwestgrundströmung wahrscheinlicher macht. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so zeigt sich im Zeitraum 7./12. Januar mit dem Wirbelsplitt in Stratosphärenhöhe ebenfalls eine Konzentration des Kaltluftwirbels im Bereich Kanada, Grönland, europ. Nordmeer, so dass demnach eine nasskalte und aktivere Grunddynamik in der Wetterentwicklung enthalten ist. Blickt man etwas weiter in die Zukunft, so setzt das Warming dem Polarwirbel weiter zu und in den ersten Varianten zeigt sich im Zeitraum 11./15. Januar eine Verlagerung des Kältewirbels in Richtung Sibirien und über Grönland ist der Trend zum Aufbau von hohen Luftdruck erkennbar. Weit weg sind die winterlichen Varianten nicht und auch die folgende Milderung der kommenden Tage erreicht keine (oder nur kurzweilig) Spitzenwerte jenseits der +10 Grad und fällt in den überwiegend nasskalten Bereich. Was wenn das Warming in Stratosphärenhöhe ausreichend für ein Major-Warming ist? Im Detail kommt es dann auf die sog. Trigger an, welche zwischen der Stratosphäre und Troposphäre stattfinden. Erst wenn diese mit den tatsächlichen IST-Werten in die Berechnungen der Wettermodelle mit einfließen können (bisher handelt es sich hierbei um simulierte Werte der vorangegangenen Ereignisse), ergeben sich hieraus möglicherweise neue Erkenntnisse und Möglichkeiten. Insofern bleibt das Verhalten des Polarwirbels im ersten Januar-Drittel noch ein Unsicherheitsfaktor im Wettertrend. Was passiert im Falle eines Major-Warmings? Die Neigung zu einem Polarwirbelsplitt nimmt zu (und ist in den aktuellen Simulationen der Wettermodelle auch erkennbar), jedoch ist ein Polarwirbelsplitt nicht mit winterlichen Verhältnissen über Mitteleuropa gleichzusetzen, er erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit von Troglagen Mitteleuropa - ein Major-Warming hat zudem mit einem möglichen Final-Warming auch oftmals noch nachhaltige Einflüsse auf das Wettergeschehen. Trotz der Unsicherheiten sind sich die Kontrollläufe über den Temperaturtrend relativ einig - so liegt das Temperaturspektrum bspw. am 10. Januar zwischen -2/+8 Grad (Mittelwert: +6 Grad im Norden und Westen und +3/+4 Grad im Süden und Osten) und am 13. Januar zwischen -3/+9 Grad (Mittelwert: +4 Grad). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) betragen am 14. Januar 25/35/40. Die nächste Aktualisierung erfolgt in einem Update dieser Wetterprognose heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Der Zeitraum zwischen dem 8./12. Januar wird vom amerikanischen Wettermodell für Meteorologen äußerst interessant simuliert. Der Kaltluftwirbel zwischen Kanada und Grönland wird in diesem Zeitraum mehr und mehr nach Osten positioniert, was mit eindrucksvollen Tiefdrucksystemen von statten gehen soll. Teilweise erreichen die Tiefdrucksysteme ein Luftdruck von 945 hPa über Island. Sollte diese Simulation eintreten, so ist ein Starkwindpotential zum Wechsel in das zweite Januar-Drittel durchaus vorhanden, aber auch Extremwindereignisse sind zum aktuellen Stand nicht ausgeschlossen. Winterliche Verhältnisse in tieferen Lagen sind bei dieser abwechslungsreichen West- bis Nordwestwetterlage kaum möglich - wenn dann höchstens noch in Form von Graupel- oder Schneeschauer, welcher auf der Rückseite eines abziehenden Tiefdrucksystems niedergehen können. Die Mittelwerte der Kontrollläufe weisen ein Spektrum im Zeitraum zwischen dem 8./12. Januar zwischen +3/+6 Grad aus. Das europäische Wettermodell simuliert eine ähnlich kraftvolle Wetterentwicklung im Zeitraum 8./12. Januar, bei der mit Hilfe eines Hochdrucksystems bei Neufundland und einem Tiefdrucksystem östlich von Grönland sehr kalte Luftmassen auf den Atlantik getrieben werden. Der Energienachschub für weitere Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik scheint demnach gesichert zu sein. Erst wenn diese aktiv-dynamische Entwicklung auf dem Atlantik endet, ergibt sich auch wieder vermehrt Spielraum für winterliche Varianten für tiefere Lagen, welche aber zur Zeit nicht einmal im Ansatz der Simulationen zu finden sind. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 14. Januar bei 0/30/70.

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