Das Zirkulationsmuster rund um die Polarfront beschreibt in diesem Jahr einen mustergültigen Verlauf. Teils goldener Oktober, dann durch große Temperaturgegensätze auf dem Atlantik teils kräftige Stürme und ein intakter Westdrift und nun - nachdem sich der Atlantik "aus getobt" hat - scheint es ganz danach auszusehen, als ob sich die Zirkulation über Mitteleuropa nach dem 15. November auf ein meridionales Muster umstellen wird. Der Grund hierfür sind sog. Wellenbewegungen entlang der Polarfront, die nach der Monatsmitte Mitteleuropa erreichen werden. Das Azorenhoch wölbt sich zunächst zum 14./16. November zwischen den Azoren und England auf, weicht im weiteren Verlauf aber erneut nach Süden aus. Auf der Westflanke des Hochs kann sich ein Tiefdrucksystem weit nach Süden "eingraben" und provoziert somit eine erneute Aufwölbung des Azorenhochs - diesmal in Richtung Grönland, so dass zum 18./20. November auf dem Atlantik eine Hochdruckblockade entsteht. Da beide Wettermodelle mehr oder minder diese Atlantikblockade simulieren, ist ein Übergang von typischen Herbstwetter hin zu nasskalten November-Wetter mit winterlichen Optionen in höheren Lagen durchaus mit 45 Prozent eine wahrscheinlichste Variante (Umstellung zonal auf meridional). Anders ausgedrückt dreht das Ströumungsmuster über Mitteleuropa von Südwest bis West auf Nordwest bis Nord. Der Jetstream in der Stratosphäre hat zum 17. November nur wenig Struktur, was eben auf die verstärkte Wellenbewegung hindeutet. Auch die Kontrollläufe stützen mehrheitlich einen leicht zu kalten Verlauf nach dem 15. November, wobei das nicht mit einem Wintereinbruch gleichzusetzen ist, vielmehr bedeutet das eine Bestätigung eines nasskalten Wettertrends. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 20. November zwischen -2/+7 Grad und einem Mittelwert von +4 Grad.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!