Der Kaltlufttropfen wird das Wetter in Deutschland noch bis Anfang kommender Woche beeinflussen. Im weiteren Verlauf kristallisiert sich zwischen dem 15./20. Oktober in den Simulationen der Wettermodelle eine Zwischenlösung, bzw. Übergangslösung heraus. Das Hochdrucksystem liegt im Kern quer zwischen Deutschland und Grönland, gleichzeitig manifestiert sich auf dem Atlantik ein langwelliges, recht großes Tiefdrucksystem, dessen Ausläufer von Neufundland über die Azoren bis nach Frankreich hin reichen. Über dem nördlichen Skandinavien bleibt der Kältepol mit einem ebenfalls kräftigen Tiefdrucksystem über der Karassee erhalten. Diese Wetterlage ist als äußert komplex zu bezeichnen, da das Hoch in der Mitte der Systeme mit seiner Position eine entscheidende Rolle spielt. Weicht es nach Westen, bzw. in Richtung Grönland aus, kommt es über Deutschland zu einer herbstlich frischen Nordströmung, ähnlich wie das in den kommenden Tagen der Fall sein wird. Bleibt das Hoch im Kern zwischen England und Deutschland bestehen, so entsteht eine "Pattsitiation", bei der das Wetter Umgangssprachlich als "weder Fisch noch Fleisch" bezeichnet werden kann. Was ist im Zeitraum zwischen dem 15./20. Oktober wahrscheinlicher? Das Tief auf dem Atlantik wird mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Versuch starten, sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen, scheitert aber letztlich am hohen Luftdruck und "gräbt" sich vor Mitteleuropa ein, was - zumindest im Süden - eine relativ warme Luftströmung aus südlichen Richtungen bedeutet. Im Norden wird mit dem Tief über der Karasse und dem Hoch bei England kühle Luft nach Süden transportiert, was sich auch im Temperaturspektrum bspw. für den 19. Oktober widerspiegelt: in Hamburg liegt die Spanne zwischen +6/+15 Grad (im Mittel +12 Grad), während im Süden +12/+18 Grad (im Mittel +16 Grad) möglich sind. Anders ausgedrückt verhält sich das Wetter zwischen dem 15./20. Oktober mit höherer Wahrscheinlichkeit Oktober-typisch, im Norden etwas kühler, im Süden etwas wärmer und verbreitet wechselhaft. In den letzten Tagen wurden wir vermehrt gefragt, ob denn der Winter Einzug halten wird. Das lässt sich zum heutigen Stand klar verneinen. Zwar gibt es unter günstigen Bedingungen die Möglichkeit, dass in höheren Lagen der eine oder andere Schneeschauer niedergehen kann - als Wintereinbruch ist das aber noch nicht zu bezeichnen. Und wie sieht die weitere Entwicklung im Bezug auf den Winter aus? Das wird sich in den kommenden Tagen entscheiden - schafft es die atlantische Frontalzone sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass das Tiefdrucksystem "aufräumen" wird und es mit der "gestörten Zirkulation" zu Ende geht, was wiederum bedeutet, dass im weiteren Verlauf erst einmal dynamisches Westwetter wetterbestimmend sein wird (Ende Oktober, Mitte November; Ausgleichsverhalten). Setzt sich hingegen das Hochdrucksystem mit seiner gestörten Zirkulation (Erhaltungsneigung) durch, so sind im November die ersten Schneeflocken nicht unwahrscheinlich.

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