April zu warm, Sommer zu warm? Frühling zu warm, Sommer zu kalt? Gibt es statistische Auswirkungen vom Frühling auf den Sommer und wenn ja, was hat das für den Sommer 2018 für Folgen?

Viele Fragen und Spekulationen, wie denn der kommende Sommer 2018 ausfallen könnte, drehen sich auch immer wieder um die Frühlingsmonate. Wie wird der Sommer bspw., wenn der März zu kalt war, oder droht ein besonders heißer Sommer, wenn der Frühling insgesamt zu warm war? Wir gehen dieser Frage heute mit einer statistischen Auswertung nach.

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Der Frühling 2018

Das Wetter im Frühling 2018 zeigte sich bisweilen mit einer Abweichung aus dem März um -1 Grad zu kalt und im April mit +5 Grad zu warm (Rekordmonat April!).
Mit anderen Worten: der Frühling 2018 war mit einer Abweichung von +2 Grad bisweilen zu warm. Der Mai wird also noch mit entscheiden können, jedoch müsste dieser etwa um -4 Grad zu kalt ausfallen, damit der Frühling noch normal ausfallen kann. Das ist seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nicht vorgekommen und nach der aktuellen Wettervorhersage Mai stehen jetzt auch schon wieder viel zu warme Tage an. Anschließend könnte sich bis Pfingsten eine Normalisierung der Temperaturen einstellen. Kurzum: der Frühling 2018 hat ein sehr hohes Potential zu warm auszufallen. Das Langfristmodell berechnet in seiner aktuellen Vorhersage den Mai mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal mit dem Trend zu warm auszufallen.

Wie waren die Sommer in der Vergangenheit, wenn der März zu kalt und der April zu warm waren? Diese Konstellation kam im Zeitraum 1917 bis 2016 insgesamt 21 Mal vor

März zu kalt, April zu warm
Monat Sommer kalt Sommer warm Häufig­keit
März zu kalt, April zu warm 43 % 57 % 21

Heraus kommt kein eindeutiges Ergebnis. Wer aber Wahrscheinlichkeitsrechnungen kennt, der weiß, dass hier noch ein Monat fehlt. Spielen wir es also mal durch.

März zu kalt, April zu warm, Mai zu warm/kalt
Monat Sommer kalt Sommer warm Häufig­keit
März zu kalt, April zu warm, Mai warm 34 % 66 % 12
März zu kalt, April zu warm, Mai warm 50 % 50 % 8

Man sieht schon, dass diese Konstellationen nicht allzu häufig auftreten und die Datengrundlage mehr als mager zu bezeichnen ist. Eine Signifikanz lässt sich aber erkennen. War der März zu kalt, der April und Mai aber zu warm, so gab es in 66 Prozent der Fälle einen warmen Sommer.

Frühling zu warm, Frühling zu kalt - Auswirkungen auf den Sommer

Nimmt man alle drei Frühlingsmonate zusammen, ergeben sich folgende Wahrscheinlichkeiten für die Temperaturentwicklung im Sommer.

Frühling zu warm, zu kalt - Auswirkungen auf das Sommerwetter
Frühling Sommer kalt Sommer warm Häufig­keit
Frühling zu warm 27 % 73 % 58
Frühling zu kalt 53 % 47 % 42

Diese Zahlen sind Erkenntnisreich. Ein kalter Frühling kommt statistisch seltener vor, als ein zu warmer. Ein zu kalter Frühling hat allenfalls eine gemäßigte Auswirkung auf den Sommer, während ein zu warmer Frühling in 73 Prozent der Fälle einen zu warmen Sommer zu Folge hatte. Das ist statistisch relevant!

Welche Auffälligkeiten gibt es aber hinsichtlich eines Frühlingsmonates und dem darauf folgenden Sommer?

Insgesamt gibt es 28 unterschiedliche Varianten. Betrachtet man nur die einzelnen Monate, so sieht das Ergebnis wie folgt aus.

Betrachtung der einzelnen Frühlingsmonate mit Auswirkung auf die Sommersaison
Monat Sommer kalt Sommer warm Häufig­keit
März warm 30 % 70 % 58
März kalt 45 % 55 % 42
April warm 18 % 69 % 58
April kalt 44 % 56 % 42
Mai warm 27 % 73 % 63
Mai kalt 51 % 49 % 37

Interessant ist, dass der März, April und Mai tendenziell eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, zu warm auszufallen. Der Mai hat sogar eine ausgeprägte Signifikanz wärmer auszufallen. Ein weiteres Merkmal: Waren die Monate jeweils zu warm, so gibt es eine Auffälligkeit eines zu warmen Sommers. Waren die Monate hingegen zu kalt, so ist keine eindeutige Tendenz für das Sommerwetter auszumachen.

Welche Kombination muss erfüllt sein, dass der Sommer zu kalt, bzw. normal ausfällt?

Sicherlich, es ist eine Spielerei, aber warum nicht? Los gehts.

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Sommer normal bis zu kalt - Welche statistischen Bedingungen müssen die Frühlingsmonate erfüllen?
Monat Sommer kalt Sommer warm Häufig­keit
März warm, April warm, Mai kalt 45 % 55 % 9
März kalt, April kalt, Mai kalt 55 % 45 % 9
März kalt, April warm, Mai kalt 50 % 50 % 8
März warm, April kalt, Mai kalt 55 % 45 % 9
Mai kalt 51 % 49 % 35
März kalt, Mai kalt 53 % 47 % 17
März warm, Mai kalt 50 % 50 % 17
April kalt, Mai kalt 56 % 44 % 18
April warm, Mai kalt 47 % 53 % 17

Wenn das Verhältnis nahe der 50 zu 50 liegt, was fällt auf? Richtig, immer spielt ein zu kalter Mai die Hauptrolle. Das ist eine Signifikanz. Stellen wir die Frage andersherum.

Welche Kombination muss erfüllt sein, dass der Sommer zu warm, bzw. normal ausfällt?

Sommer normal bis zu warm - Welche statistischen Bedingungen müssen die Frühlingsmonate erfüllen?
Monat Sommer kalt Sommer warm Häufig­keit
März warm, April kalt, Mai warm 20 % 80 % 10
März warm 30 % 70 % 58
April warm 31 % 69 % 58
Mai warm 27 % 73 % 63
März warm, April warm 25 % 75 % 37
März warm, Mai warm 20 % 80 % 40
April warm, Mai warm 23 % 77 % 40

Was fällt auf? Bei manchen Variationen ist die Relevanz viel zu niedrig. Interessant aber ist, dass wenn die Frühlingsmonate zu warm waren - egal wie und ohne Zusammenhang, hat das häufiger einen zu warmen Sommer ergeben.

Und für das Wetter Sommer 2018?

Wie am Anfang deutlich wird, hat die Kombination aus zu kalten März und zu warmen April keine statistische Auswirkung auf das Sommerwetter. Nimmt man aber einen zu warmen Mai hinzu, so ergab sich in 66 Prozent der Fälle ein zu warmer Sommer.

Zusammenfassung

  • Datengrundlage 1917-2016, verglichen mit dem langjährigen Mittelwert 1961-1990
  • War der Mai zu kalt, so folgte eine signifikante Auswirkung auf den Sommer - die Wahrscheinlichkeit, dass der Sommer zu kalt ausfiel, war hier am höchsten.
  • War der April und der Mai zu kalt, so waren die Sommer häufiger normal bis unterkühlt.
  • War der April und der Mai zu warm, ist die Chance hoch, dass auch das Sommerwetter zu warm ausfällt.
  • Ein zu warmer März kann für einen warmen Sommer signifikant sein.
  • Umgekehrt hat aber ein zu kalter März keine statistische Auffälligkeit.
  • War der Frühling zu kalt, so ergibt sich eine leichte Mehrheit für einen zu kalten Sommer
  • War der Frühling zu warm, war auch häufig der Sommer zu warm

Anmerkung: dieser statistische Vergleich beruht ausschließlich auf Temperaturwerten der Vergangenheit (Quelle: Deutscher Wetterdienst, DWD) und berücksichtigt ausschließlich die Frühlingsmonate. Für die Statistik und die Wahrscheinlichkeit gehören aber auch noch ganz andere Faktoren, wie Niederschlag und Großwetterlagen, so dass dies nur als eine Art von Datenspielerei darstellt und wissenschaftlich keine Relevanz hat.

Diesen Anspruch hat diese Auswertung auch gar nicht, sondern geht lediglich auf eine Fragestellung der Leser ein. Haben Sie Anregungen oder Ergänzungen hierzu? Gerne können Sie uns eine E-Mail schreiben.

Ergänzung: Wetterprognose Sommer 2018 nach dem Langfristmodell

Das Langfristmodell berechnet die Sommermonate Juni 2018, Juli und August 2018 zum heutigen Stand mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm. Im Niederschlagsverhalten wird der Juni, Juli und August etwas zu trocken berechnet.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 04.05.2018

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