Klassisches Herbstwetter steht in den kommenden Tagen bevor. So sorgt ein Hochdrucksystem über dem westlichen Europa in weiten Teilen von Deutschland bis einschließlich Sonntag für einen Mix aus Sonne, Wolken und Nebel, während etwa östlich der Linie Hamburg - München die Bewölkung zeitweilig auch stärker ausfallen und dort mit geringfügigen Niederschlag gerechnet werden kann. Die Temperaturen steigen verbreitet auf +8/+13 Grad und können mit entsprechender Sonnenscheindauer über dem Süden und Westen auf +10/+15 Grad, zeitweise auch auf bis +17 Grad ansteigen (Details s. Wettervorhersage Oktober).

Das Hochdrucksystem verlagert sich bis zum 30. Oktober noch etwas weiter nach Osten, was einen ruhigen und durchaus herbstlichen Wettercharakter zur Folge haben kann. Allerdings tropft nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle ein Tiefdrucksystem vom skandinavischen Raum über dem östlichen Europa ab, so dass über Ostdeutschland zeitweilig auch stärkere Bewölkung möglich ist. Zum 31. Oktober kann sich ein weiteres Tiefdrucksystem von Island her kommend weiter in Richtung Skandinavien positionieren, während das Hochdrucksystem über Mitteleuropa nach Westen zwischen den Azoren, England und Island ausweichen kann.

Für Anfang November berechnet das amerikanische Wettermodell - aufgrund dieser Konstellation - eine nordwestliche Grundströmung, bei der die Tiefdrucksysteme von Island her kommend zeitweilig das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen können. Die Temperaturen können sich weiter abkühlen und bspw. am 3. November zwischen +5/+10 Grad liegen. Niederschläge sind demnach auch zu erwarten, was die Schneefallgrenze mit den zurückgehenden Temperaturen auf etwa 800-1.200 Meter absinken lassen kann, wobei kurzweilig der eine oder andere Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf mittlere Lagen hinab nicht auszuschließen ist. In den Nächten steigt generell die Neigung zu Frost, bzw. Bodenfrost an.

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Variante, jedoch mit einem - vielleicht entscheidenden - Unterschied. So liegt nach diesen Berechnungen Anfang November ein Tiefdrucksystem über den Azoren, was das Hochdrucksystem auf dem Atlantik in eine nördlichere Position verschiebt. Somit könnte die Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, Island und Skandinavien gestört, oder gar auch blockiert werden. Das erhöht im weiteren Verlauf die Wahrscheinlichkeiten für ein meridionales Strömungsmuster, bei der es über Mitteleuropa zu einer nördlichen Anströmung der Luftmassen kommen kann (etwas kühler).

Somit bleibt die Wahrscheinlichkeit für kühlere Temperaturen Anfang November erhalten. Die Frage ist nur, wie kalt kann es tatsächlich werden und wie weit sinkt die Schneefallgrenze ab? Die Kontrollläufe haben einen klaren Trend. So sinkt der Luftdruck Anfang November von vormals 1035 hPa auf 1015 hPa ab. Das bedeutet, dass der Einfluss von Tiefdrucksystemen wohl zunehmen wird und im Zeitraum vom 1./3. November mit einer erhöhten Niederschlagsneigung zu rechnen ist. Das Temperaturspektrum der Höhentemperaturen (ca. 1.500 Meter) sinkt von +4/+7 Grad auf etwa -1/-4 Grad ab. Mit anderen Worten werden die Temperaturen in tieferen Lagen etwa um 3 bis 7 Grad kühler. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 3. November zwischen +6/+8 Grad und könnte über Süddeutschland auch +9 Grad erreichen. Insofern ist ein Wintereinbruch in den ersten November-Tagen wenig wahrscheinlich und den Lagen oberhalb etwa 800-1.200 Meter vorenthalten. Ob sich das darüber hinaus ändern kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Herbst Winter 2016/17.

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