Ein Hochdrucksystem westlich von Europa sorgt im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über der Barentssee und dem östlichen Alpenkamm im Verlauf der Woche für die Zufuhr kühler Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen, was Schnee- und Graupelschauer bis auf mittlere Lagen herab, sowie Nachtfrost wieder zum Thema macht. Der meiste Niederschlag ist dabei südlich der Linie Stuttgart - Dresden zu erwarten, welcher oberhalb etwa 500-800 Meter auch in Schnee übergehen und insbesondere in den Alpen für einen entsprechenden Neuschneezuwachs sorgen kann. Bevor es aber kälter wird, kann es - typisch für den April - am Montag über Süddeutschland mit +13/+18 Grad, örtlich bis +20 Grad richtig warm werden.

Bis zum nächsten - dem verlängerten - Wochenende steigt die Tiefdruckaktivität nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells auf dem Atlantik an und verdrängt das bis dahin dominierende Hochdrucksystem bei Island nach Süden in Richtung der Azoren. Gleichzeitig dehnt sich das Kontinentalhoch über dem westlichen Russland weiter in Richtung Skandinavien aus, so dass zwischen den beiden Hochs eine Hochruckbrücke entstehen kann. Deutschland verbleibt dadurch noch im Zustrom kühlerer, aber zunehmend milder werdenden Luftmassen. Zum 29./30. April löst sich die Hochdruckbrücke über Mitteleuropa auf und über Skandinavien entsteht autarkes Hochdrucksystem, welches die atlantische Frontalzone daran hindert, weiter nach Osten voranzukommen. Nichtsdestotrotz gelingt es den Tiefdrucksystem am südlichen Hochdruckgradient sich bis nach Deutschland durchzusetzen, was das Wetter am 1. Mai 2017 wechselhaft und mit Temperaturen zwischen +7/+13 Grad nicht wirklich frühlingshaft mild werden lassen kann.

Anders sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Auch hier ist die Entwicklung mit einer kräftigen Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und einer Hochdruckausbildung über Skandinavien ähnlich. Im Unterschied aber zu den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, wird hier die Hochdruckachse über Skandinavien anders berechnet, was im Verbund mit den Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik zu einer warmen Vorderseitenanströmung der Luftmassen führen kann. Statt mit kühlen Temperaturen wäre demnach am 1. Mai mit Werten von bis knapp an die +20 Grad Marke zu rechnen.

Was ist Anfang Mai wahrscheinlicher, kalt oder warm? Das amerikanische Wettermodell berechnet - wie gestern - eine kühlere Variante, welche so von den Kontrollläufen nicht gestützt wird. Viel wahrscheinlicher ist die Variante des europäischen Wettermodells, bei der die Temperaturen im Bereich zwischen +15/+20 Grad liegen können. So bestätigt sich auch heute der für Anfang Mai positive Temperaturtrend und das Temperaturspektrum liegt am 1. Mai zwischen +8/+19 Grad (Mittelwert: +13/+14 Grad) und am 3. Mai zwischen +8/+23 Grad (Mittelwert: +14/+16 Grad). Zum Vergleich: am kommenden Mittwoch liegt der Mittelwert zwischen +6/+8 Grad. Wie stark der positive Temperaturtrend der Kontrollläufe aber tatsächlich ist, lässt sich im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse von zu kalt / normal / zu warm besser verdeutlichen:
Diagramm Temperaturen Mai vom 23. April 2017

Die Gemeinsamkeiten beider Wettermodelle für die ersten Mai-Tage liegt im Aufbau eines Hochdruckgebietes über Skandinavien. Was das für Auswirkungen auf den Frühling und Sommer haben kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einen neuen Wettertrend zum Sommer.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!