In den kommenden Tagen wird es spürbar kälter und die eine oder andere Schneeflocke könnte sich nach Ostern bis in tiefere Lagen verirren. Nachtfröste von +2/-7 Grad sind vom 17./19. April nicht auszuschließen und schaut man sich die aktuelle Entwicklung in den sog. Kontrollläufen an, so bestätigt sich mit einem Mittelwert am 19. April von +4/+8 Grad der für die Jahreszeit etwa um 5 bis 9 Grad zu kalte Temperaturtrend.

Darüber hinaus steigt der Temperaturtrend zwar an, jedoch gelangen aus nördlichen Richtungen immer wieder Tiefdrucksysteme nach Deutschland und könnten noch bis zum 26. April kalte Luftmassen heranführen. Im Zeitraum vom 26. April bis 1. Mai steigt der Temperaturtrend weiter an und könnte sich bereits Ende April normalisieren, was einen frühlingshaft milden Start in den Mai ermöglichen könnte. Allerdings zeigt sich in der Entwicklung der Großwetterlage bis Anfang Mai eine auflebende Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, so dass die Temperaturen zwar ansteigen könnten, der Wettercharakter aber selbst eine zunehmend unbeständige Tendenz aufweist.

Ob der Mai 2017 so schön werden kann, bleibt noch offen - Tendenz geht in Richtung wechselhaft

Langfristmodell: Mai kann zu warm ausfallen

Das Wetter im Mai gilt als "Wackelkandidat". Noch ist nicht sicher, wie sich das zu warme und trockene Wetter vom Winter und das bislang zu warme Wetter vom März und April in Form des Ausgleichsverhaltens auf den Mai auswirken wird. Die nun folgende Kälteperiode im April ist durchaus als Hinweis auf das Ausgleichsverhalten zu bewerten, welches auch den Mai mit beeinflussen kann. Das Langfristmodell berechnet zum heutigen Stand mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+1 Grad einen normalen bis leicht zu warmen Temperaturtrend bei einer negativen Niederschlagsberechnung (zu trocken). Ob das so bleibt, wird sich in den kommenden Tagen zeigen müssen. Ab dem 18 April erfolgen an dieser Stelle regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter im Mai 2017.

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Zwei Termine bieten sich im Mai für ein verlängertes Wochenende an: der 1. Mai und der 25. Mai (Vatertag, Christi Himmelfahrt) - Pfingsten fällt in diesem Jahr in den Juni. Zudem gehört der Wonnemonat zu den schönsten und zugleich auch wärmsten Frühlingsmonaten - doch ist das in diesem Jahr auch so? Schaut man sich die aktuelle Entwicklung an, so war der März geprägt von einer Rekordwärme. Noch nie war es in einem März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 so warm wie in 2017. Lange Zeit sah es nach der Simulation des Langfristmodells danach aus, als ob der April es dem März gleich machen wollte und wurde mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad zu warm berechnet. Das hat sich in den letzten Tagen verändert und lässt auch weitere Rückschlüsse für den letzten Frühlingsmonat zu. So liegt die aktuelle Abweichung für den April zwischen -0,5/+1 Grad "nur" noch im normalen bis leicht zu warmen Bereich und schaut man auf den Zeitraum um Ostern, so zeigt sich in den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle eine deutlich zu kalte Temperaturentwicklung.

Trend zum Ausgleichsverhalten

Das bringt uns zum Wettertrend für den Mai und der Theorie des Ausgleichsverhaltens. Stark vereinfacht ausgedrückt folgt einer längeren Trockenperiode eine nasse Wetterperiode nach. Ob da zwangsläufig auch die Temperaturen kühler werden, ist daraus nicht direkt abzuleiten. Man kann aber davon ausgehen, dass wenn mehr Bewölkung und Niederschlag vorherrschend sind, es auch keine Rekordtemperaturen geben kann. Das Langfristmodell berechnet zum heutigen Stand im Mai eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich mit der Tendenz leicht zu kalt auszufallen. Das wäre in der Theorie der Preis für einen zu warmen und trocken Winter und einen zu warmen Start in den Frühling - irgendwann kommt es zum Umschwung und die Wahrscheinlichkeiten liegen derzeit für den Mai günstig. Passend dazu berechnet das Langfristmodell auch eine leicht erhöhte Niederschlagsentwicklung. Die Wettersingularität, welche im Mai kalte Luftmassen herbeiführen kann, sind im Übrigen die Eisheiligen, welche oft zum Beginn des zweiten Mai-Drittels eintreten können.
Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Mai 2017 vom 9. April 2017

Temperaturverhalten der letzten 20 Jahre Auffällig im Klimadiagramm ist nach den zu warmen Wintern der letzten Jahre eine Tendenz zu kühleren, aber immer noch zu warmen Temperaturen im Mai, lediglich 2016 wurde dieser Trend durchbrochen, aber man erinnert sich sicherlich noch gut an die durchwachsenen und Phasenweise deutlich zu kalten Pfingstferien. Ob sich diese Entwicklung sich in 2017 fortsetzen wird, bleibt aber zum heutigen Stand noch abzuwarten. Ab Mitte April erfolgen an dieser Stelle regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter im Mai 2017.
Klimadiagramm Mai Deutschland.png

Der Frühling startet nach den turbulenten Umstellungsmonaten März und April meist erst im Mai durch, wobei die Eisheiligen - welche häufiger im Zeitraum vom 11. bis 15. Mai auftreten können - nochmals für eine Abkühlung der Temperaturen sorgen können. Nicht selten sind dann auch noch einmal Nachtfröste möglich.

Die Statistik

Dazu sind zum heutigen Stand drei Ansätze aus der Statistik, des Langfristmodells und der der Erhaltungsneigung, bzw. Ausgleichsverhaltens zu betrachten. Beginnend mit der Statistik. Sehr häufig treten im Zeitraum vom 8. bis 18. Mai die Eisheiligen ein, welche mit Hilfe von Trogwetterlagen die Temperaturen nochmals richtig abkühlen lassen können. Zuvor wurde eine höhere Wahrscheinlichkeit von Hochdruckwetterlagen beobachtet, welche den Mai schon zum "Wonnemonat" machen können. Nach den Eisheiligen geht die Großwetterlage dann von Frühling in den Sommer über, was nicht selten im letzten Mai-Drittel schon Temperaturen von bis zu +30 Grad und mehr zur Folge haben kann.

Ausgleichsverhalten verantwortlich für einen durchwachenen Mai? Was spricht gegen die Statistik? Auffällig war in den letzten Jahren nach einem zu warmen und zu trockenen Winter durchwachsene Monate im Frühling, bei denen der Mai häufiger zu warm, aber auch deutlich zu nass ausfiel. Das bringt uns zur Erhaltungsneigung und dem Ausgleichsverhalten. Stark vereinfacht ausgedrückt folgt einer längeren trockenen Periode eine länger nasse Phase nach. Fällt die nasse Phase in den Mai, so wären mit stärkerer Bewölkung und weniger Sonnenschein auch nicht so hohe Temperaturen zu erwarten. Man erinnere sich nur an dem Mai 2016, als die Eisheiligen tiefere Temperaturen zur Folge hatten, wie an Weihnachten 2015.

Langfristmodell stützt eine wechselhafte Wetterphase

Schaut man sich das Langfristmodell an, so berechnet dies zum heutigen Stand eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich gegenüber dem Sollwert eine positive Entwicklung - der Mai 2017 soll also nach diesen Berechnungen zu nass ausfallen. So passt das Langfristmodell der der Theorie des Ausgleichsverhalten zum heutigen Stand ganz gut überein. Andere Langfristmodelle berechnen das mit einem ähnlichen Trend: normal bis leicht zu kühl bei einer leicht erhöhten Niederschlagserwartung. Schaut man auch hier auf die Statistik zurück, so zeigt sich der Mai in den letzten 10 Jahren häufiger durchwachsen und wenig konstant. Ab Mitte April erfolgen an dieser Stelle regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter im Mai 2017.