Die Temperaturen haben sich im Laufe des gestrigen Samstags kräftig abgekühlt, so dass in einigen Regionen schon die ersten Schneeflocken zu beobachten waren. Das wird nach der aktuellen Wettervorhersage bis einschließlich Mittwoch auch so bleiben. Bei einer regen Schauer-, bzw. Niederschlagsaktivität sinkt die Schneefallgrenze tagsüber auf 600-1.000 Meter ab und kann in den Nächten auf bis 200-600 Meter abfallen. Je nach Intensität der Schauer sind auch Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen. Erst am Donnerstag und Freitag lässt von Süden her langsam die Schauerneigung nach und die Sonne kann wieder des Öfteren zum Vorschein kommen, was die Temperaturen zum Freitag auf +10/+15 Grad ansteigen lassen könnte (Details s. Wettervorhersage April).

Das kühle Temperaturniveau der kommenden Tagen ist für April durchaus typisch und kommt gerade im letzten April-Drittel doch häufiger vor. Dennoch liegen die Temperaturen im Schnitt etwa um 3 bis 7 Grad unter dem langjährigen Mittelwert. Wie selten ein schöner und warmer April ist, besagt auf eine etwas morbide und überspitzte Art ein französisches Sprichwort:
Wenn du drei schöne Aprilmonate erlebt hast, ist es Zeit zu sterben
Der April 2016 gehört sicherlich nicht zu den schönsten Monaten, zeigt sich aber voraussichtlich mit einem normalen Temperaturmittelwert Ende April als normal, was zeigt, dass es auch noch anders gehen kann.

Setzt sich das kühle Wetter auch noch im Mai fort? Die Zirkulation ist durch ein Blockadehoch auf dem Atlantik - wie bereits ausführlich in den letzten Tagen erklärt - "gestört". Gestört ist sie deshalb, weil das normale Zirkulationsmuster von West nach Ost unterbrochen wird. Man erkennt dies sehr schön an dem Tiefdrucksystem der kommenden Woche, welches zunächst einmal im Bereich zwischen Deutschland und Skandinavien liegt und versucht nach Osten voranzukommen, driftet aber zum Donnerstag / Freitag nach Westen (Ost-West, statt West-Ost) ab und sorgt mit einer südwestlichen Anströmung voraussichtlich für die Zufuhr milderer Luftmassen.

Wenn man also wissen möchte, ob ein Wetterwechsel Anfang Mai möglich ist, muss man das blockierende Hochdrucksystem auf dem Atlantik betrachten. Nach der aktuellen Simulation des amerikanischen Wettermodells schwächt sich dieses Anfang Mai ab und lässt ein paar Tiefdrucksysteme der Frontalzone "passieren", welche sich mit dem Tiefdrucksystem westlich von Deutschland verbinden können. In Folge dessen gewinnt die Frontalzone an Dynamik, das Höhenströmungsmuster zeigt aber weiterhin eine meridionale Struktur, so dass nach Durchgang der Tiefdrucksysteme das Hoch auf dem Atlantik wieder aufbauen und die Tiefdruckrinne unterbinden könnte. In Folge dessen bleibt das Tiefdrucksystem in der Nähe von Deutschland, Österreich und der Schweiz und es zeigt sich ein beständiges Wiederholungsmuster, wenngleich die Temperaturen bis zum 4. Mai eine langsam ansteigende Tendenz aufweisen, der Grundcharakter beim Wetter aber unbeständig bleibt.

So liegt das Temperaturspektrum am 1. Mai zwischen +5/+18 Grad (Mittelwert: +13/+14 Grad) und am 4. Mai zwischen +7/+19 Grad (Mittelwert: +14 Grad). Und wie sieht die Wetterentwicklung für den 5. Mai (Vatertag, Christi Himmelfahrt, Brückentag) aus? Die Temperaturtendenz normalisiert sich weiter, wenngleich der Mittelwert einen leicht negativen Trend aufweist. So wäre zum heutigen Stand bei Temperaturen zwischen +10/+15 Grad ein unbeständiger Wettercharakter zu erwarten. Ob sich über das "verlängerte Wochenende" etwas verändern kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend Frühling.

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