Voraussichtlich noch bis einschließlich Sonntag bleiben die frühlingshaft milden bis warmen Temperaturen erhalten. Der Grund hierfür ist eine ausgeprägt Südwestströmung, welche durch eine Tiefdruckrinne zwischen den Azoren und Skandinavien ausgelöst wird. Der Tiefdruckrinne kann es nach den gängigsten Simulationen der Wettermodelle zum Wochenende gelingen, ihren Einflussbereich auch auf Deutschland auszuweiten, so dass am Wochenende mit einer erhöhten Niederschlagsaktivität - teils auch mit Gewittern - zu rechnen ist. Zum Start in die neue Woche stabilisiert sich die Tiefdruckrinne in Form eines zentral steuernden Tiefdrucksystems zwischen Island, England und Skandinavien, so dass über Deutschland die Südwestströmung abreißen und sich ein zunächst westlich orientiertes Zirkulationsmuster einstellen kann. Auflebender Wind bei einer weiterhin hohen Niederschlagswahrscheinlichkeit und zurückgehende Temperaturen wären die Folgen daraus. Im Zeitraum 28. April bis 1. Mai simulieren sowohl das amerikanische als auch europäische Wettermodell ein Hochdrucksystem über dem westl. Russland und ein südlich positioniertes Azorenhoch, welches sich bis zum 1. Mai nach Norden in Richtung Grönland erstrecken kann. Somit kann über Mitteleuropa das Zirkulationsmuster mehr und mehr meridionalisieren (Nord-Süd - Trog Mitteleuropa), so dass der Wettercharakter zum Feiertag am 1. Mai - zum heutigen Stand - mit höherer Wahrscheinlichkeit kühl und wechselhaft ausfallen kann. Wie kühl? In den gängigsten Varianten zeigt sich in den sog. Kontrollläufen am 1. Mai ein Temperaturspektrum von +5/+20 Grad bei einem Mittelwert von +10 Grad. Es gibt sie also noch - die wärmeren Varianten. Doch wie wahrscheinlich sind diese? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+10) / normal (+10/+15) / zu warm (>+15) liegen am 1. Mai bei 65/20/15 (gestern: 30/40/30) und positionieren sich heute mehrheitlich im kühleren Bereich. Im Zeitraum 1./3. Mai gibt es in den Simulationen der Wettermodelle noch Variationen, bei der der Trog rasch nach Südosten abgelenkt werden und bereits zum 3. Mai hoher Luftdruck von Westen her nachrücken kann, so dass das Temperaturniveau wieder etwas ansteigen kann. In einer weiteren Variante zeigt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit ein verbleib der kühlen und wechselhaften Wetterphase über Deutschland im Zeitraum 1./3. Mai. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter im Frühling.

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