Wetter Februar 2021

Schlägt der Winter im Februar 2021 zu?
Schlägt der Winter im Februar 2021 zu?

Setzt sich der Hochwinter ab der zweiten Januar-Hälfte durch, so ist oftmals auch noch der Februar davon betroffen. Ist der Hochwinter stattdessen mild, so ist auch im Februar kein richtiger Wintereinbruch mehr zu erwarten. Beeindruckende Großwetterlagen ergeben sich aber im letzten Wintermonat oftmals durch erhebliche Turbulenzen vom Polarwirbel ausgehend.

Interessant ist die Tatsache, dass die Februarmonate in den letzten 20 Jahren im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 häufiger mal zu kalt waren und gemäß der Statistik noch eine weitere Auffälligkeit aufweisen. In den letzten 10 Jahren war das Wetter im Februar in 30 Prozent der Fälle zu kalt, in 20 Prozent normal und in 50 Prozent zu warm. Erstaunlich und durchaus signifikant. Ein deutlich zu warmer Februar ist zwar wahrscheinlicher, aber keineswegs gesichert. Eine markante Bauernregel hierzu ist um Mariä Lichtmess (Anfang Februar, bzw. 40 Tage nach Weihnachten) die besagt:

Ist es zu Lichtmess mild und rein, wird es ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Bauernregel Februar

Es wird zunehmend heller

Merkt man es im Januar noch nicht so sehr, so werden die Tage im Februar spürbar heller. Dank des höheren Sonnenstandes verlängern sich die Tage mit 9 Stunden und 17 Minuten bis zum Ende auf 10 Stunden und 55 Minuten um satte 1 Stunde und 30 Minuten. Das reicht aus, um die Hasel und die Schneeglöckchen zum Blühen zu bringen (phänologische Jahreszeit im Mittel zwischen dem 22. bzw. 24. Februar).

Der Februarmonat ist ein trockener Wintermonat

Die kalte Jahreszeit hat das so an sich. Kalte Luft kann Feuchtigkeit nicht so gut speichern und wenn dann noch Hochdruckwetterlagen das Wetter bestimmen, kommt kein Niederschlag zustande. Was im Februar häufiger für etwas Niederschlag sorgt, sind die Trogwetterlagen oder diese, welche einen Wetterwechsel herbeiführen. Grundsätzlich aber herrscht weitestgehend Stillstand in der Wetterentwicklung. Land- und Wassermassen haben sich nahezu angeglichen und Turbulenzen sind weniger zu erwarten. Kommt der Polarwirbel aber in Turbulenzen, so sieht die ganze Sache wieder anders aus. Generell aber gilt der Februar als trockenster Monat im gesamten Jahr.

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Arctic Outbreak

Wo wir gerade bei Turbulenzen in Polarwirbel sind. Im Jahre 2018 ist der Februarmonat letztmalig zu kalt ausgefallen. Die 4 Jahre zuvor war der letzte Wintermonat jeweils zu warm. Verantwortlich war 2018 ein Phänomen, was sich Major-Warming oder die plötzliche Stratosphärenerwärmung nennt. Kommt das zustande, so kippt binnen Tagen das Wetter in Richtung Winter mit allen Turbulenzen, die dazugehören. Das ist u.a. auch ein Grund, warum es trotz der Klimaerhitzung noch immer zu kalte Februarmonate gibt. Denn ist das Zirkulationsmuster gestört, erholt es sich im Spätwinter nicht mehr. Kommt noch das sog. Final-Warming in Stratosphärenhöhe hinzu, kann auch der März-Winter diskutiert werden.

Der QBO-Ost

Ebenfalls begünstigend für einen Wintereinbruch im Februar ist eine negative QBO Phase. Was das ist? Alle 2,2 Jahre dreht sich die quasi-zweijährige-Schwingung von West-Ost auf Ost-West um. Geschieht das, so kommt es häufiger zu Schwingungen entlang der Polarfront (Trogwetterlagen) oder zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Hochdrucksystemen über Skandinavien und Island (gestörte Zirkulation). Sind beide Randfaktoren nicht in Sicht, so fallen die Februarmonate häufiger milder aus.

Rahmenbedingungen sprechen für einen winterlichen Februar

Die Sonnenaktivität auf einem niedrigen Niveau, ein QBO-Ost wird erwartet und auch ein Major-Warming ist wieder möglich. Die Grundlagen passen, der Winter muss sie nur noch nutzen.

Ein paar Fakten zum Februar

Im Schnitt gibt es im Februar 6,1 Eistage (Dauerfrost). Diese Anzahl hat in den letzten 10 Jahren stark abgenommen und liegt nun bei rund 4,2 Tagen. Die Anzahl der Frosttage (meist Nachtfrost) liegt im Februar bei rund 18,3 Tagen und an 20,6 Tagen gibt es Bodenfrost. An insgesamt 11,2 Tagen gibt es eine Schneedecke zu bewundern. Das sind allesamt statistische Werte auf die Fläche gemittelt. So ist bspw. über Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen an 8,7 Tagen eine Schneedecke zu erwarten!

Die Normwerte

Nach dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 hat der letzte Wintermonat eine durchschnittliche Temperatur von +0,4 Grad. Im Vergleich dazu hat die Referenzperiode von 1991 bis 2020 eine durchschnittliche Temperatur von +1,5 Grad. Anders formuliert ist der Februar in den letzten dreißig Jahren durch die Klimaerhitzung um +1,1 Grad wärmer geworden. Durchschnittlich sind im Februar Niederschlagssummen von 49 l/m² zu erwarten. Die Sonnenscheindauer beträgt im Schnitt 73 Stunden. Das ist nicht viel.

Wie wird das Wetter im Februar?

Ganz klar, der letzte Wintermonat ist ein Monat der Gegensätze. Von Monatsbeginn bis zur Mitte zeigt sich noch häufig der Winter, während im letzten Februardrittel schon mehrfach die +10 Grad Marke und seltener mal die +15 Grad Marke erreicht werden kann.

Schuld an den krassen Temperaturgegensätzen ist der rasch ansteigende Sonnenstand und die Natur bereitet sich zur Mitte des Monats mit den ersten Pollen schon auf den Frühling vor. Mit dem steigenden Sonnenstand nehmen auch die Temperaturunterschiede zwischen Land- und Wassermassen wieder zu, was im Laufe des Monats die Wetteraktivität ansteigen lässt. Nicht selten gibt es im Februar teils kräftige Schauer, welche die Landschaft - bei entsprechenden Temperaturen vorausgesetzt - binnen Minuten weiß werden lässt.

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Verläuft der Wintermonat normal, so liegen die Temperaturen zum Beginn häufig um den Gefrierpunkt, sinken zum zweiten Drittel nochmals in den Frostbereich ab und steigen in der letzten Dekade wieder in den positiven Bereich an.

Mit entscheidend für den Wetterverlauf im Februar 2021 wird sein, wie sich der Hochwinter im Januar 2021 wird entwickeln können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Verhalten des Polarwirbels und ob die meridional geprägten Großwetterlagen aus dem Jahre 2020 noch über den Winter anhalten können.

Schnee im Spätwinter

Gerade die Arctic Outbreaks können es im Februar ganz schön in sich haben und nicht selten führt das über den Norden von Deutschland zu katastrophalen Bedingungen. Warum? Die eisigen Luftmassen polaren Ursprungs ziehen über die relativ warme Nord- und Ostsee nach Süden und sorgen mit kräftigen Schneefällen für einen sog. Lake Effect. Weiter über dem Landesinneren lassen die Niederschläge rasch nach. Vielen von Ihnen ist vielleicht noch der Februar-Monat 1979 in Erinnerung?

Wie der Februar, so der Winter

Betrachtet man die letzten 68 Jahre, so zeigt sich wie der dritte Wintermonat den Verlauf des Winters noch nachhaltig beeinflussen kann. War der Februar zu warm, so war auch der Winter in 44 Prozent der Fälle zu warm. War er jedoch zu kalt, so zeigten sich die Winter in 27 Prozent der Fälle zu kalt.

Betrachtung der einzelnen Februar-Monate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Februar warm 7 % 44 % 35 (51 %)
Februar kalt 28 % 21 % 33 (49 %)

Der Flachlandwinter wird weniger Wahrscheinlich

Der Flachlandwinter wird somit nicht nur im Januar zunehmend seltener, sondern auch im Februar schneit es in tieferen Lagen immer seltener. Warum? Eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von +1,1 Grad bedeutet, dass die Schneefallgrenze um etwa 140 bis 170 Meter ansteigt. Bei einer durchschnittlichen Temperatur von +0,4 Grad liegt die Schneefallgrenze - rein rechnerisch - zwischen 200 und 500 Meter. Mit dem neuen Klimamittelwert von 1991 bis 2020 von +1,5 Grad liegt die Schneefallgrenze zwischen 400 und 600 Meter. Mehr zum Thema: Wann kommt Schnee?.

Die Abweichung der Temperaturen der Februar-Monate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Februar-Monate Tem­peratur Ab­weichung
2011-2020 +1,6 Grad +1,2 Grad
2001-2010 +1,4 Grad +1,0 Grad
1991-2000 +1,5 Grad +1,1 Grad
1981-1990 -0,1 Grad -0,5 Grad
1971-1980 +1,1 Grad +0,7 Grad
1961-1970 +0,1 Grad -0,3 Grad

Was fällt auf? In den letzten drei Jahrzehnten waren die Februar-Monate teils deutlich zu warm. Davor eher normal. Man braucht kein Wetterexperte zu sein, wenn man einen zu warmen Februar 2021 voraussagt. Die wärmsten Februarmonate gab es 1990, 1995, 1996, 2000, 2002, 2007, 2008, 2014, 2019 und 2020. Darunter war 1990 auch der wärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, welcher mit einer Durchschnittstemperatur von +5,74 Grad etwa um +5,3 Grad zu warm ausfiel. Der zweitwärmste Februarmonat stammte aus dem Jahre 2002 mit einer Abweichung von +4,6 Grad. Die wärmste jemals gemessene Temperatur stammt aber aus dem Jahre 1900, als über der Sternwarte in Jena +23,1 Grad gemessen wurden.

Die wärmsten Februar-Monate dieser Dekade

In Klammer die Abweichung.

Die kältesten Februar-Monate der aktuellen Dekade:

In Klammer die Abweichung zum Mittelwert.

Statistische Auffälligkeiten

  • Hochwinter im Januar führt nicht selten zu einer hochwinterlichen Wetterphase zum Monatsbeginn
  • Polarwirbel wird zunehmend instabil
  • Wenn ein Major Warming auftritt, dann häufiger im letzten Wintermonat
  • Gestörter Polarwirbel führt zu Turbulenzen
  • Kältere Trogwetterlagen zur Februarmitte wahrscheinlicher
  • Der Februar ist aus statistischer Sicht mit einer der trockensten Monate im gesamten Jahr
  • Ende des Monats steigen die Temperaturen nicht selten über die +10 Grad Marke an
  • Sonnenstand steigt weiter an und die Sonnenscheindauer erhöht sich von rund 9 auf 11 Stunden

Langfristprognose - Wettertrend Februar 2021

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Vorhersagen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Wettertrend Februar nach dem Langfristmodell CFSv2: deutlich zu warm

Geht es nach der Langfristprognose des CFSv2 Modells, so soll das Wetter im Februar 2021 mit einer Abweichung von +1,5 bis +2,5 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 deutlich zu warm ausfallen (1991-2020: +0,4 bis +1,4 Grad). In der Niederschlagsprognose wird der letzte Wintermonat zu nass und über dem Westen deutlich zu nass berechnet. Wie seit Wochen zuvor berechnet das CFSv2 Modell für den Februar 2021 eine anhaltende Westwindzirkulation, welches es dem Winter schwer machen sollte, sich durchzusetzen.

Wetterprognose nach der NASA: Der Februar-Monat soll zu warm ausfallen

Wenig winterlich sieht die Februar-Prognose nach dem Modell der NASA aus. Die Temperaturabweichung beträgt gegenüber dem vieljährigen Mittelwert verbreitet +1 bis +2 Grad und kann örtlich bis +3 Grad betragen. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem Sollwert unauffällig und im Trend leicht negativ zu bewerten (etwas zu trocken). Eine reine Westwetterlage ist demnach weniger wahrscheinlich, klingt eher nach einer Südwestwetterlage.

Wettertrend europäisches Langfristmodell: Spätwinter im Februar wenig wahrscheinlich

Mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad berechnet auch die europäische Langfristprognose den Februar deutlich zu warm. Die Niederschlagsprognose ist etwas erhöht. Die Großwetterlage sollte demnach zwischen West und Südwest schwanken können.

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter Februar 2021 erfolgen in Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle ab Mitte Januar 2021.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,38 +0,87 -0,28 647 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Februar

Statistische Wetterwerte für Februar

Das Wetter zeigt sich im letzten Wintermonat abwechslungsreich. Von kräftigen Schneeschauern bis hin zu frühlingshaften Temperaturen ist alles möglich.

  • Je nachdem, ob sich das Winterhoch im Januar noch halten kann, zeigt sich der Februar ebenfalls hochwinterlich mit reichlich Schnee.
  • Troglagen sind relativ häufig anzutreffen (65%)
  • Zwischen dem 15. und 24. Februar zeigt sich sehr häufig eine Kälteperiode (70%)
  • Im Anschluss wird es häufiger wieder milder

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