Deutschland, Österreich und auch die Schweiz liegen in dieser Dezember-Woche am südlichen Rand eines Tiefdruckzentrums bei Skandinavien. In raschen Abständen ziehen Tiefdrucksysteme über Deutschland hinweg und sorgen für ordentlich Niederschlag, welcher oberhalb von 500 bis 800 Meter auch in Schnee übergehen kann. Bei Niederschlagssummen bis einschließlich Freitag von 20 bis 40 l/m² über dem Westen, Süden und Norden kann es örtlich auch zu Hochwasser kommen, wobei die Schneefallgrenze den Niederschlagsdruck etwas verringert (Weitere Informationen).

Der Winter steht wieder vor der Tür

Im Zeitraum rund um das dritte Adventswochenende kommt es über Deutschland, der Schweiz und auch Österreich wieder zur Trogausbildung, bei der mit einer nördlichen Grundströmung kühlere Luftmassen nach Süden geführt werden können. So sinken die Werte vom 3. Advent von -1 bis +3 Grad bis zum 19. Dezember auf -2 bis +2 Grad über dem Süden und -1 bis +3 Grad über dem Norden ab. Schneefall ist bis in tiefere Lagen möglich und mit der Ausbreitung einer Schneedecke ist ab ca. 200 bis 400 Meter zu rechnen.

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Festigt sich der Winter kurz vor Weihnachten?

Ja, es gibt durchaus Ansätze, welche eine länger andauernde Kaltluftphase in der Vorweihnachtszeit ermöglichen können. Das amerikanische Wettermodell berechnet bspw. den Kaltluftzustrom arktischer Luftmassen vom 19. bis 22. Dezember, was zu Tageshöchstwerten von -9 bis 0 Grad führen kann. Die Betonung liegt auf kann, da diese Wetterentwicklung zum heutigen Stand äußerst fragil ist. Hervorgerufen wird die nördliche Grundströmung von einem Hochdruckkeil des Azorenhochs in Richtung Norden. Deutschland würde am östlichen Rand des gradientenschwachen Gebildes liegen können, so dass die Kälte auch die notwendige Zeit hat, um sich nach Süden auszudehnen.

Eine andere Variante berechnet das europäische Wettermodell. Nach dieser Simulation liegt das Tiefdruckzentrum in der Vorweihnachtszeit weiterhin über dem skandinavischen Raum. In Folge daraus bleibt bis kurz vor Weihnachten das wohl das nasskalte Dezemberwetter erhalten und bietet auch Optionen einer nachhaltigen Milderung.

Kontrollläufe: kühle Vorweihnachtszeit mit Schneeoptionen bis in tiefere Lagen

Das als richtigen Winter zu bezeichnen, wäre zu weit gegriffen. Vielmehr ist es typisch deutsches Dezemberwetter - oder aber auch als Frühwinter zu bezeichnen. Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich eine nasskalte Temperaturentwicklung in dieser Woche. Ab dem 15. Dezember geht der Temperaturtrend deutlich in den für die Jahreszeit zu kalten Bereich und nähert sich zum letzten Dezemberdrittel - also kurz vor Weihnachten - wieder seinem Mittelwert an. Anders formuliert sind zum heutigen Stand keine deutlich zu warmen Wetterentwicklungen zu erwarten - auch wenn das das draußen gerade nicht danach aussieht. Trotzdem sinken die Höhentemperaturen in ca. 1.300 Meter Höhe auf -4 bis -7 Grad ab, was die kurzzeitige Ausbreitung einer Schneedecke teils bis und tiefere Lagen ermöglichen kann.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 10.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Ob sich daraus weiße Weihnachten ergeben können, klären wir gegen 17:00 Uhr in der Wetterprognose zum Wetter Weihnachten 2017 mit einer neuen Schneeprognose und heute Abend erfolgt an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Wetterprognose Winter 2017/18.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 19:54 Uhr
Zickzackwetter - während über dem Süden heute bis auf 600 Meter der gesamte Schnee vom Wochenende abtaute, kam über dem Norden neuer Schnee hinzu. Das lag insbesondere an der Zugbahn des Tiefdrucksystems, was über dem Norden aus östlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland führte, während über Süddeutschland die südwestliche Grundströmung für die Schneeschmelze sorgte.

Der Winter kommt wieder
Zwar sind in den kommenden Stunden über Norddeutschland durchaus noch weitere Schneefälle zu erwarten, dolch wird es dort zum Mittwoch und Donnerstag auch milder, bevor es zum Adventswochenende wieder kälter wird. Schneefall bis in tiefere Lagen ist wieder möglich und die Ausbildung einer Schneedecke sollte ab Lagen zwischen 200 bis 400 Meter am Adventssonntag wieder in Betracht gezogen werden.

Wetterblick auf das Wetter an Weihnachten
Alles läuft nach Plan - oder doch nicht? Der Wettertrend für das Wetter an Weihnachten 2017 ist recht eindeutig, lässt zum heutigen Stand aber noch Spielraum offen. Sowohl heute Nachmittag als auch heute Abend berechnet das amerikanische Wettermodell die Verlagerung des Hochdrucksystems auf dem Atlantik in Richtung Mitteleuropa. Liegt das Hoch weiter im Süden, so wird es grüne Weihnachten geben, liegt das Hoch hingegen weiter nördlich - bspw. über Skandinavien - so kann es kalte Weihnachten geben. Ob diese dann auch weiß sein können, hängt von der Niederschlagsaktivität ab. Spielraum ist jedenfalls gegeben, da die Varianten des amerikanischen Wettermodells gegenüber den Kontrollläufen über den Weihnachtszeitraum um bis zu 10 Grad wärmer als das Temperaturmittel sind. Geht man nur vom Mittelwert aus, so wären am 24. Dezember über dem Norden und Westen +2 bis +3 Grad und über dem Süden und Osten -1 bis +1 Grad möglich.

Simulation PolarwirbelSimulation Polarwirbel amerikanisches Wettermodell zur Weihnachtszeit © www.meteociel.fr

Polarwirbel macht Sachen
Gäbe es "Mobbing beim Wetter", so passt das diesen Jahr ganz gut auf den Polarwirbel. Immer wieder wird dieser von Hochdrucksystemen "gepiesackt", was seine Entwicklung stört. Tendenzen zur Normalisierung sind durchaus zu erkennen, aber die aktuellen Berechnungen lassen auch über die Weihnachtsferien hinweg immer wieder Hochdruckeinschübe in Richtung Polregion zu, was den Polarwirbel schwächt. Bedenklich ist und bleibt für Freunde des Winterwetters aber die beachtliche Kaltluftansammlung über Kanada. Das schreit geradezu nach einer längeren Mildphase für Mitteleuropa. Lassen wir uns überraschen, was daraus alles für entstehen mag. Thema bleibt auch die Windgeschwindigkeit der zonalen Winde der 10 hPa Schicht entlang des 65 Breitengrades. Normal sind um die Weihnachtszeit Windgeschwindigkeiten von 130 km/h. Aktuell liegen die Windgeschwindigkeiten bei 25 km/h, steigen dann in den kommenden Tagen auf 72 km/h ab, sacken nachfolgend aber wieder auf 20 km/h ab. Ab einer negativen Entwicklung der Windgeschwindigkeiten spricht man von einer QBO-Ost Umkehr.

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