Das Hochdrucksystem über Skandinavien kann sich mit entsprechender Position als sehr nachhaltig und dominierend für das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz auswirken.

Eein Tiefdrucksystem über Frankreich und ein Hochdrucksystem über Skandinavien halten sich in den kommenden Apriltagen in Schach, was bis zum kommenden Wochenende über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem abwechslungsreichen Wetter im April 2018 führen kann. Für Freitag, den 13. April, sind auch kräftigere Schauer und Gewitter zu erwarten, welche örtlich auch Potential für Unwetter erreichen können. Die Temperaturen bleiben aber über den gesamten Zeitraum hinweg in einem für die Jahreszeit zu warmen Bereich.

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Das Skandinavienhoch bewegt sich

Weder das Skandinavienhoch, noch das Tiefdrucksystem kann sich in den kommenden Tagen über Deutschland so recht durchsetzen und so bietet das Aprilwetter von allem etwas. Wind, Regen, Schauer, Gewitter, teils stürmische Windböen und längere sonnige Abschnitte. Zur Halbzeit des Frühlings - am 15. April - berechnet das amerikanische Wettermodell eine gravierende Veränderung der Großwetterlage.

Das Tiefdrucksystem verlagert sich mit einem Ausläufer über die Mittelmeerregion, während auf dem Atlantik ein neuer - kräftiger - Tiefdruckwirbel nachfolgt. Zwischen den beiden Tiefdrucksysteme entsteht eine Lücke, welche das Hochdrucksystem über Skandinavien ausnutzt um eine Hochdruckachse nach Süden auszubauen. Daraus entsteht zum 16. bis 18. April eine sog. Omega Struktur. Ein Tiefdrucksystem links, ein weiteres rechts und in der Mitte die Hochdruckblase von Afrika bis nach Skandinavien reichend.

Im Detail kommt es auf die exakte Hochruckposition an. Liegt diese etwas weiter westlich, können etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland, die Schweiz und Österreich strömen. Liegt das Hoch hingegen direkt über Deutschland, so wird es mit Tageswerten von +20 bis +25 Grad im Zeitraum vom 16. bis 23. April recht warm werden können. Im anderen Fall wären mit +13 bis +18 Grad für die Jahreszeit angemessene Werte zu erwarten. Da gibt es noch Spielraum.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Hochdrucksystem über Skandinavien mit Ansatz zu einer Omegawetterlage © www.meteociel.fr

Warmes Frühlingswetter

Das europäische Wettermodell berechnet bis zum kommenden Wochenende eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, bei der sich der Tiefdruckausläufer über die Mittelmeerregion verlagern kann. Gleichzeitig erhöht sich die Tiefdruckaktivität auf den Atlantik, was den hohen Luftdruck über Skandinavien im Zeitraum vom 12. bis 14. April weiter nach Osten verlagert. Deutschland, die Schweiz und auch Österreich verbleiben somit zwischen den Fronten, was am unbeständigen und zu Schauern und Gewittern neigenden Wettercharakter bis zur Monatsmitte wenig ändert.

Vom 15. bis 16. April formiert sich auf dem Atlantik ein kräftiger Tiefdruckwirbel und provoziert vom Hochdrucksystem eine Gegenreaktion in Form einer Positionsverschiebung direkt über Deutschland. In Folge daraus kann eine warme Südanströmung der Luftmassen erfolgen. Auch nach diesen Berechnungen zeigt sich im Ansatz eine Omega Struktur

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Hochdrucksystem über Deutschland mit Ansatz einer Omegawetterlage © www.meteociel.fr

Omegawetterlage?

Was ist so besonders daran? Sollte eine Omega Struktur sich tatsächlich durchsetzen können, so wäre gegenüber dem zu kalten Februar und März im April ein Ausgleichsverhalten zu erwarten, welches seinerseits wieder in eine Erhaltungsneigung übergehen und in ausgeprägter Form auch weite Teile vom Wetter im Mai 2018 beeinflussen kann.

In den Simulationen der letzten Tage war im Wettertrend ein Hochdrucksystem nördlich von Europa gegeben, fraglich ist und bleibt aber auch heute noch dessen Position. Denn verlagert sich das Hochdrucksystem etwas weiter nach Westen, so gelangt Deutschland in einen Kaltluftzustrom.

Schaut man die Kontrollläufe an, so zeigt sich bis zum 20. April ein für die Jahreszeit zu warmer Wettercharakter. Aktuell liegen die Temperaturen der vergangenen April Tage um +2,25 Grad über dem langjährigen Mittelwert im deutlich zu warmen Bereich. Daran wird sich im zweiten April Drittel wohl auch nichts ändern, was den Temperaturüberschuss auf 3 bis 5 Grad ansteigen lassen kann. Im Schwerpunkt vom 13., 16. und 17. April berechnen die Kontrollläufe eine erhöhte Niederschlagsneigung.

Für das letzte April Drittel simulieren die Kontrollläufe eine langsam ansteigende Niederschlagstendenz. Das zeugt nicht gerade von einer stabilen Hochdruckwetterlage, was ein Omegahoch zwar nicht ausschließt, aber zum aktuellen Stand doch in Frage gestellt werden kann. Das Temperaturniveau senkt sich - wie in den letzten Tagen bereits berechnet - zum Beginn der letzten April Dekade langsam ab. Deutlich zu kalte Varianten bleiben aber in der Minderheit, was einen Kaltluftausbruch im letzten April Drittel - zum aktuellen Stand - ebenfalls in Frage stellt.

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 10.04.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Ob das Wetter im April nun schön oder schlecht ist, steht uns zur Beurteilung nicht zu, da schön und schlecht eine subjektive Ansichtssache sind. Fakt aber ist, dass das Wetter im April seinen Extremen gerecht wird. Überspitzt formuliert: Der Übergang vom Winter in den Sommer binnen 10 Tagen. Das schafft wohl nur der April.

Das Langfristmodell berechnet in seiner aktuellen Wetterprognose den April mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm und es wäre nicht überraschend, wenn in den kommenden Tagen die Abweichung von bis zu +4 Grad mit auftaucht. Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
April 2018 -0,5 bis +3 Grad Trend: zu trocken
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
Juni 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 10.04.2018

Interessant aber sind die Berechnungen hinsichtlich einer zu trockenen - und damit hochdruckdominierten - Periode von April bis Juni. Nachfolgend wird im Juli und August mehr Niederschlag berechnet. Man könnte aus dieser Simulation heraus nun annehmen, dass eine weiteres Ausgleichsverhalten im Verlauf des Sommer 2018 bevorsteht.

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