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as Auf und Ab beim Sommerwetter geht im Juni gerade so weiter: heute noch hochsommerlich warm, am Freitag und Samstag wieder etwas kühler, bevor es von Sonntag bis Dienstag wieder sommerlich warm werden kann. Der Wettercharakter ist insgesamt als instabil zu bezeichnen, was zu gelegentlichen Schauern und Gewittern führen kann, welche am Donnerstag und auch am Dienstag unter Umständen kräftiger ausfallen können.

Weitere Wetterentwicklung im Sommer komplex: Wettermodelle mit unterschiedlichen Berechnungen

Die kommende Entwicklung der Großwetterlage bleibt auch heute noch als komplex zu bezeichnen, insbesondere auch aus dem Grund, als dass wenige hundert Kilometer in der Positionierung der Wettersysteme über eine kalte oder hochsommerlich warme Temperaturentwicklung entscheiden können.
Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 20. bis 23. Juni den Aufbau eines Hochdrucksystems zwischen Island und England und somit westlich von Deutschland. Gleichzeitig sorgt ein schwaches Tiefdruckgebiet über dem östlichen Skandinavien im Verbund mit dem Hochdrucksystem für die Zufuhr kühlerer Luftmassen. Im Zeitraum vom 23. bis 29. Juni gibt es noch unterschiedliche Entwicklungsvarianten. Sollte sich das Hochdrucksystem weiter nach Osten verlagern können, so würde der Kaltluftstrom nach Osten abgelenkt werden und Deutschland in eine warme Südostanströmung der Luftmassen gelangen können. Statt kühl wäre der Wettercharakter als sommerlich warm zu bezeichnen. In der zweiten Variante ist das Tiefdruckgebiet zu schwach, als dass die kalten Luftmassen bis über die Mittelgebirge geführt werden könnten. In Folge dessen wäre über dem Norden mit frischen und über dem Süden mit sommerlichen Temperaturwerten zu rechnen.

Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Variante. In Summe sind aber beide Simulationen der Wettermodelle bis Ende Juni als instabil zu bezeichnen, wobei der Temperaturcharakter überwiegend sommerlich, in Teilen auch hochsommerlich warm ausfallen kann.

Kontrollläufe: nur kurz kühler

Die Kontrollläufe bestätigen die Berechnungen der letzten Tage, als dass der Zeitraum vom 20. bis 22. Juni nur kurzzeitig kühler ausfallen kann. Darüber hinaus zeigt der Temperaturtrend der Kontrollläufe wieder in Richtung gemäßigt warmer Sommer, dessen Durchschnittswerte knapp über dem langjährigen Mittelwert liegen können. So bewegt sich das Temperaturspektrum am "kühlsten" Tag am 22. Juni zwischen +14 bis +30 Grad (Mittelwert: +19 Grad über dem Norden und +22 Grad über dem Süden) und am 28. Juni zwischen +16 bis +30 Grad (Mittelwert: +22 Grad über dem Norden und +23 Grad über dem Süden). Insbesondere der Mittelwert ist gegenüber dem langjährigen Mittelwert nach dem 22. Juni als normal zu bewerten.

Diagramm Temperaturen im Juni 2017 vom 15.06.2017

Die Verhältnisse der Kontrollläufe im Juni 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Sommertrend 2017: normal bis zu warm

Betrachtet man die erste Juni Hälfte, so war diese bundesweit mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert um rund +1,3 Grad zu warm. Auch wenn es nun an 2 oder 4 Tagen etwas kühler werden kann, mit dem leicht zu warmen Temperaturtrend im letzten Juni Drittel hat der Juni 2017 insgesamt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeiten zu warm auszufallen. Das passt ganz gut in das Schema der Berechnungen des Langfristmodells, welches in seiner Wetterprognose für den Sommer 2017 die Monate Juni, Juli und August mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad als normal und im Trend mit einer Abweichung von bis +1 Grad zu warm berechnet. Daran hat sich in der heutigen Sommerprognose nichts verändert.
Wenig Veränderung gab es auch in der Niederschlagsprognose für den Sommer. So werden die Monate Juni, Juli und August zum heutigen Stand gegenüber dem Sollwert zu trocken berechnet.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 15.06.2017

Wetterentwicklung Sommer: Siebenschläferregel

Eine insbesondere für Süddeutschland häufig eintretende Wettersingularität (bis zu 70 Prozent) ist die sog. Siebenschläferregel. Allgemein macht man die Siebenschläferregel an einem Tag, den 27. Juni aus. Wie an diesem Tag die Großwetterlage ist, so soll sie die kommenden 7 Wochen anhalten können. Das ist aus statistischer Sicht nicht ganz korrekt und die Siebenschläferregel bezieht sich vielmehr auf einen Zeitraum, welcher sich vom 27. Juni bis 11. Juli erstreckt. Die Großwetterlage, welche sich in diesem Zeitraum einstellen kann, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit das Wetter für die kommenden 7 Wochen - und damit für den Sommer - maßgeblich zu beeinflussen (über dem Süden mehr, als über dem Norden). Aktuell sieht es nach einer normalen und für Deutschland typischen Entwicklung des Sommerwetters aus, was auch ganz gut zu der Wetterprognose des Langfristmodells passt.

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