Sehr viele Anfragen erhalten wir in letzter Zeit über die Schneesituation an Weihnachten, bzw. über die Weihnachtsferien 2017. Hervorgerufen werden die besorgten Anfragen aufgrund der letzten Jahre, wo der geplante Skiurlaub abgesagt, oder zumindest als Wanderurlaub umfunktioniert wurde. Besonders gravierend war die Situation in den letzten Weihnachtsferien, als selbst oberhalb etwa 2.000 Meter bis kurz vor und nach den Weihnachtsfeiertagen noch kein Schnee lag, wie auf dem nachfolgenden Bild gut sichtbar.

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Das Wetter wird dieses Mal anders werden

Nein, zum heutigen Stand lässt sich noch nicht sagen, ob die kommende Weihnachtszeit grün oder weiß ausfallen wird, aber im Hinblick auf die Skiregionen werden in 2017 mit dem aktuell kräftigen Neuschneezuwachs ganz andere Grundvoraussetzungen geschafften. So liegen bis auf mittlere Lagen herab zwischen 2 bis 15 cm Schnee. Die werden zwar in den kommenden Tagen abtauen können, doch schon zum kommenden Dezemberwochenende steht schon der nächste Wintereinbruch bevor, welcher bis auf tiefere Lagen herab für Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer und ab den mittleren Lagen für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen kann - mehr Details hierzu in der aktuellen Wettervorhersage Dezember 2017. Für die höheren Lagen - ab ca. 800 Meter - bedeutet das aber auch die Ausbreitung einer stabilen Schneegrundlage. Die Skiregionen dürfen sich also freuen.

Grüne Weihnachten 2016
Weihnachten war 2016 in vielen Skigebieten trostlos grün bis braun. © davos.cam

Dezember hat das Potential zu kalt auszufallen

Die Trogwetterlage erneuert sich nach den jüngsten Berechnungen der Wettermodelle zum 8. Dezember und wird voraussichtlich bis zum 15. Dezember anhalten können. Sollte das passieren, so ist von einer gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalten ersten Dezemberhälfte auszugehen.

Und ab hier wird es spannend für das Weihnachtswetter

Grün oder weiße Weihnachten? Die Frage lässt sich relativ einfach beantworten. Bleibt es nach dem 15. Dezember bei einer Erhaltungsneigung, so steigen die Chancen auf ein weißes Weihnachtsfest deutlich an. Kippt das System, kommt es zum Ausgleichsverhalten und die Wahrscheinlichkeiten von grünen Weihnachten nehmen im gravierenden Ausmaß zu.

Und die Wettermodelle, was berechnen die für ein Weihnachtswetter 2017?

Das amerikanische Wettermodell reicht mit seinen Berechnungen gerade einmal bis zum 20. Dezember. Und hier zeigt sich in der Simulation von heute Nachmittag eine Einwinterung über ganz Deutschland. Zudem liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz im gradientenschwachen Bereich, was ein kippen der Großwetterlage wenig wahrscheinlich macht. Anders formuliert: sollten sich die Simulationen des amerikanischen Wettermodells so einstellen, so wäre weiße Weihnachten absolut diskutierbar - aber eben noch nicht gesichert. Warum? Alle sechs Stunden werden die Wettermodelle mit neuen Daten gefüttert und werden sicherlich noch mehrmals hin und her schwenken. Doch so langsam zeichnet sich für das Weihnachtswetter ein vorsichtiger Wettertrend ab.

Weihnachtsprognosen sind unsicher

Um die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zu verifizieren genügt ein kurzer Blick auf die sog. Kontrollläufe und hier bestätigt sich die oben angemahnte Skepsis. Die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells stellt zum 20. Dezember die kälteste Variante dar. Die Kontrollläufe sind insgesamt um 10 Grad wärmer und liegen im Jahreszeit typischen Bereich. Welche Temperaturen wären zu erwarten? 0 Grad über dem Süden und +2 Grad über dem Norden. Würde sich die simulierte Variante des amerikanischen Wettermodells einstellen, so wären Tageshöchstwerte von -6 bis -9 Grad zu erwarten.

Ein Fürsprecher der weißen Weihnacht ist der Polarwirbel

Dass dieses Jahr alles anders verläuft wie in den Vorjahren, liegt hauptsächlich am instabilen Polarwirbel, welcher in 2017 nicht so recht in Gang kommen will. Zum wiederholten Male berechnen die Wettermodelle Ansätze eines sog. QBO-Ost. Was ist das? Die quasi-zweijährige-Schwingung und kehrt im Schnitt etwa alle 2,2 Jahre periodisch wieder. Aber die letzte QBO-Umkehr wäre letzten Winter fällig gewesen - kam aber nicht - das passierte erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen. Nun gibt es aber erste Signale, dass sich der QBO auf Ost umstellen könnte. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten.

Polarwirbel wenig stabilGestörter Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Sollte sich der QBO aber auf Ost umstellen können, so wäre eine weitere Schwächung des Polarwirbels zu erwarten - bis hin zum Polarwirbelsplit. Schaut man sich die aktuellen Simulationen des Polarwirbels an, so erkennt - in beiden Wettermodellen - Tendenzen eines Polarwirbelsplitts ab der zweiten Dezemberhälfte. Aber auch das ist noch nicht mit einer schneereichen Weihnachtszeit gleichzusetzen, es erhöht aber die Chancen hierauf enorm. Thats it, so viel zum aktuellen Stand der Entwicklungen.

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose zum Winter 2017/18.

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