Wetter September 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter September 2019 aktuelle Wetterprognose vom 20.08.2019 - Eine Hitze-Phase kündigt sich an

  • M. Hoffmann

Die Großwetterlage befindet sich aktuell im Wandel und der Sommer wagt nochmals einen Vorstoß. Ob dieser bis zum September hinein anhalten kann, hängt noch von mehreren Faktoren ab.

Hält sich der Sommer noch bis in den September hinein?
Hält sich der Sommer noch bis in den September hinein?

Sommerlich warm wird es im Verlauf der Woche. Die Regenfälle über dem Süden lassen nach und die Temperaturen steigen an. Bis zum Sonntag können örtlich bis +30 Grad überschritten werden und auch die Nächte werden spürbar wärmer. Der Sommer wagt im August nochmals einen Versuch.

Heute aber kommt es über dem Süden zu kräftigen - teils länger andauernden - Niederschlägen, was südlich der Linie von Stuttgart und Dresden zu Niederschlagssummen von 10 bis 30 l/m² und örtlich bis 60 l/m² führen kann - das ist binnen 24 Stunden recht ordentlich und erfüllt über manchen Regionen die Unwetterkriterien. Weiter nach Norden bleibt es weitgehend trocken. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter August 2019.

Hoher Luftdruck baut sich über Deutschland auf

Tiefer Luftdruck positioniert sich in den kommenden Stunden über Island und schiebt auf seiner Vorderseite ein Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa, welches im Verlauf der Woche zunehmend kräftiger wird. Das Hoch führt mit einer im Uhrzeigersinn verlaufenden Strömung warme Luftmassen nach Deutschland, was die Werte in den sommerlich warmen Bereich ansteigen und die Niederschlagsneigung abklingen lassen kann.

Das Hoch bringt den Sommer über Deutschland zurück
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hoch bringt den Sommer über Deutschland zurück © www.meteociel.fr

Wie wird das Wetter im September?

Die obenstehende Wetterkarte zeigt das Hoch in einer recht ansehnlich stabilen Position vom östlichen Europa bis nach England reichend. Die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik ist nicht allzu hoch. Und auf dieses Hochdruckkonstrukt wird es ankommen, wenn man wissen will, wie sich das Wetter im September entwickeln wird. Denn so stabil wie das auch aussehen mag - die Trogausbildung vor England könnte eine stabile Großwetterlage schnell zunichtemachen.

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Trend geht zum Skandinavienhoch

Im Zeitraum vom 23. bis 25. August berechnet die Wettervorhersage des europäischen Vorhersage-Modells den Aufbau von hohem Luftdruck über Skandinavien. Gleichzeitig strebt ein Hochdruckkeil von den Azoren nach Norden auf.

Tiefdruckaktivität wird blockiert

Infolge daraus wird die Tiefdruckaktivität zunächst blockiert und die beiden Hochdrucksysteme gehen in Form einer Hochdruckbrücke zum 26. August eine Verbindung ein. Gleichzeitig aber wird ein schwachgradientiges Tiefdruckgebiet über der Mittelmeerregion eingeschlossen und sorgt am südlichen Hochdruckgradienten für Unruhe.

Sommerlich warm - aber nicht stabil

Die Ausgangslage für eine stabile Großwetterlage könnte nicht besser sein, doch die eingelagerte Störung sorgt mit ihrer labilen Luftschichtung für schwül-warmes Wetter, was über dem Süden und Osten zu wiederholt kräftigen Schauern und Gewittern führen kann. Die Werte aber bleiben mit +25 bis +30 Grad für die Jahreszeit zu warm.

Schwachgradientiges Wetter

Das Hochdruckgebiet beginnt Ende August zu schwächeln, doch die Tiefdruckgebiete können sich nicht wirklich durchsetzen. Und so entsteht ein Wettersumpf, der bei sommerlich warmen Werten bis in den September hinein für kräftige Schauer und Gewitter sorgen kann - örtlich unwetterartig ausfallend.

Schwachgradientig warme Großwetterlage Anfang September, welche gerne zu Schauern und Gewittern neigt
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Schwachgradientig warme Großwetterlage Anfang September, welche gerne zu Schauern und Gewittern neigt © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die auflaufende Tiefdruckfront

Nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells gelingt es dem Hoch nicht, sich über Skandinavien zu festigen. Auch der Aufbau einer stabilen Hochdruckverbindung zum Azorenhoch hat nur geringe Erfolgsaussichten.

Aber auch das Tief kommt nur sehr schleppend nach Osten voran und so reiben sich beide Systeme gegeneinander auf.

Hitze! Welle?

Die Folge dieser Patt-Situation ist eine im Zeitraum vom 22. bis 29. August anhaltende Südanströmung, welche im Verlauf zunehmend kräftiger strukturiert ist. Die Temperaturen können ohne weiteres in einen Bereich von +26 bis +31 Grad und über manchen Regionen bis +34 Grad ansteigen. Gleichzeitig aber werden auch feuchte und labil geschichtete Luftmassen nach Mitteleuropa geführt, was die Schauer- und Gewitterneigung über Deutschland, der Schweiz und Österreich ansteigen lassen kann - örtlich auch unwetterartig ausfallend.

Wetterwechsel Anfang September

Im Zeitraum vom 1. bis 4. September gelingt der atlantischen Frontalzone der Durchbruch in Richtung Skandinavien. Das Hoch zieht sich weiter nach Süden zurück und die Grundströmung dreht auf südwestliche bis westliche Richtungen.

Mit teils kräftigen Schauern und Gewittern gehen die Werte mit +18 bis +24 Grad auf ein Jahreszeit-typisches Niveau zurück.

Die Grundströmung dreht Anfang September mehr auf westliche Richtungen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Der Spätsommer hat Anfang September kaum eine Chance © www.meteociel.fr

Wettertrend September der Kontrollläufe: Der Absturz geht zu schnell

Die Variante des amerikanischen Vorhersage-Modells wird von den Kontrollläufen nicht gestützt. Zwar normalisiert sich das Temperaturniveau Anfang September weitgehend, bleibt aber letztlich im Vergleich zum langjährigen Mittelwert im etwas zu warmen Bereich. Die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells ist als kühler Ausreißer zu bewerten.

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Eine von Süden ansteigende Niederschlagswahrscheinlichkeit

Gestützt wird von den Kontrollläufen eine Variante, welche auf ein Hochdrucksystem über Skandinavien hinausläuft und am südlichen Gradienten von Tiefdruckgebieten unterwandert und Anfang September langsam abgebaut wird. Deutlicher zeigt sich das anhand der Niederschlagsprognose, welche im Zeitraum vom 26. August bis 5. September über dem Süden und Osten ansteigt und nach Norden und Westen an Intensität verliert.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
26. August +16 bis
+31 Grad
+24 bis
+25 Grad
31. August +15 bis
+29 Grad
+20 bis
+22 Grad
4. September +10 bis
+27 Grad
+19 bis
+21 Grad
Diagramm Temperaturen September 2019 vom 20.08.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Stabil ist das alles nicht, was die Vorhersage-Modelle und auch die Kontrollläufe für den Moment bieten. Zwar ist der Aufbau des Hochdrucksystems über Mitteleuropa gesetzt und auch die sommerlich warmen Temperaturen mit einer möglichen Hitze-Periode sind sehr wahrscheinlich, doch ob die Stabilität ausreicht, um das Wetter bis in den September hinein zu beeinflussen ist infrage zu stellen.

Vielmehr deutet vieles auf einen Abwechslungsreichen Wettercharakter Anfang September hin, bei einem leicht zu warmen Temperaturniveau. Eine nachhaltige Zonalisierung aber ist erst einmal vom Tisch, ebenso wir ein meridional von Nord-nach Süd verlaufendes Strömungsmuster.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +6,07 +3,38 +2,6 237 l/m² - normal

Wetterfakten September

Der September ist der erste meteorologische Herbstmonat. Im September gibt es folgende Wettersingularitäten, welche sehr häufig eintreffen:

  • Anfang September häufig wechselhaftes, teils auch kühles Wetter
  • Vom 3. bis zum 10. September mit 74% Wahrscheinlichkeit schönes Spätsommerwetter
  • Erste Nachtfröste ab Mitte September möglich
  • Altweibersommer häufig vom 22. bis 29. September (Wahrscheinlichkeit 86 Prozent)
  • Sehr häufig hoher Luftdruck Mitte September
  • Tageslänge liegt zum Septemberbeginn bei 13 Stunden und 49 Minuten und Ende September 11 Stunden und 42 Minuten
  • Tag und Nachtgleiche ist am 22. September

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