Für Ende Oktober zeichnet sich über dem westlichen Europa - zwischen England, Frankreich und Spanien - der Aufbau eines Hochdrucksystems ab, welches sich bis zum 31. Oktober im Bereich zwischen der Mittelmeerregion über Frankreich, Spanien, Deutschland und England bis nach Island ausweiten kann. Somit ist Ende Oktober ein relativ ruhiger Wettercharakter durchaus wahrscheinlich. Nach teils zäher Nebelauflösung kommt tagsüber häufiger die Sonne zum Vorschein, allerdings liegt Deutschland entlang der östlichen Hochdruckgradienten, so dass mit einer nördlichen Grundströmung mäßig milde Luftmassen herangeführt werden könnten (+8/+13 Grad).

Spannend bleibt auch heute die Wetterentwicklung für Anfang November. Das Hochdrucksystem liegt westlich und orientiert sich in Richtung Norden, gleichzeitig drängt die atlantische Frontalzone in Richtung Skandinavien vor. Je nachdem, wie sich das Hochdrucksystem positioniert, können sich daraus unterschiedliche Wettervarianten ergeben.

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute zum Start in den November ein "abtropfendes" Tiefdrucksystem von Skandinavien über das östliche Europa. Zeitgleich verlagert das Hochdrucksystem seine Position vom westlichen Europa weiter nach Osten und liegt zum 3. November direkt über Deutschland. Etwas weiter westlich tropft ein weiteres Tiefdrucksystem auf dem Atlantik in Richtung Azoren ab, so dass in Summe sich daraus ein meridionales Strömungsmuster ergibt (Nord-Süd, Süd-Nord) - eine stramme Westwetterlage ist nach diesen Berechnungen weniger wahrscheinlich. Welches Wetter wäre nach dieser Simulation Anfang November zu erwarten? Hoher Luftdruck bedeutet im November häufig neblig-trübes und mäßig mildes Wetter und das wäre nach dieser Variante auch die wahrscheinlichere Option.

Interessant sind aber die Alternativen, bspw. wenn sich das Hochdrucksystem anstatt nach Osten, etwas weiter nach Westen in Richtung Island verlagern sollte. So könnte im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über Skandinavien kalte Luftmassen nach Süden geführt werden, so dass die Tageshöchstwerte teils unter die +5 Grad Marke absinken könnten und Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer in mittleren Lagen nicht auszuschließen wären.

In einer Abwandlung dieser Variante bleibt das Hochdrucksystem zwischen Island und England nahezu ortsfest, so dass mit einer nordwestlichen Grundströmung der Wettercharakter unbeständiger, windiger und auch kühler werden kann.

Trocken/mild, unbeständig/kühl, was ist Anfang November wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe stützen ein breites Entwicklungsspektrum, dessen Tendenz sich in Richtung Jahreszeit-typische bis leicht zu kühle Temperaturwerte neigt. So liegt das Temperaturspektrum am 1. November zwischen +0/+16 Grad (Mittelwert: +8/+10 Grad) und am 4. November zwischen +0/+13 (Mittelwert: +6/+8). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+7) / normal (+8/+14) / zu warm (>+15), liegen am 31. Oktober bei 35/55/10 und am 5. November bei 60/35/5 und bestätigen ebenfalls eine geringere Wahrscheinlichkeit von zu warmen Temperaturwerten Anfang November - Varianten, welche Tageswerte Anfang November nahe der 0 Grad Grenze berechnen, haben eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent.

Passend dazu zeigt das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose für das Wetter November mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert einen normalen Temperaturverlauf in November 2016. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber den Sollwerten. Deutet man den AO- und NAO-Index, so tendieren diese Anfang November in eine neutrale Richtung, wobei der AO-Index auch negative Varianten aufweist. Das lässt den Spielraum sowohl für eine milde, als auch kühle Variante offen. Zusammenfassend ist Jahreszeit-typisches Wetter Anfang November derzeit - und zum heutigen Stand - die wahrscheinlichste Entwicklung.

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