Die Möglichkeit für kurzfristige Veränderungen im Verlauf des letzten April-Drittels bleiben auch heute bestehen, wenngleich die eingefahrene Großwetterlage den Takt vorgibt. So sind gegenüber dem langjährigen Mittelwert bis Ende April mit hoher Wahrscheinlichkeit zu kalte Temperaturen zu erwarten. Der Grund hierfür ist und bleibt das Hoch westlich von Europa, welches im Verbund mit tiefem Luftdruck über Skandinavien ein meridionales Strömungsmuster hervorruft und Deutschland, Österreich und auch die Schweiz in den Zustrom kalter Luftmassen bringen kann.

Was aber sind das für Veränderungen, welches das Wetter im Detail noch verändern können? Durch das meridionale Zirkulationsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) kommt es entlang der Polarfront zu sog. Wellenbewegungen. Je kräftiger diese sind, desto größer die Neigung zu Trogwetterlagen. Nun haben aber Trogwetterlagen die Eigenschaft sehr warme Luftmassen nach Norden und kalte Luftmassen nach Süden zu führen, was zu erheblichen Temperaturdifferenzen führt. Je höher die Differenz ist, desto höher die Turbulenzen beim Wetter und wer das Wetter kennt, weiß, was die Turbulenzen in der Wetterentwicklung für einen Einfluss haben können. Anders ausgedrückt: Der Trend ist klar zu kalt, die Neigung zu Veränderungen nimmt aber zu, so dass eine gesunde Skepsis hinsichtlich des zu kalten Temperaturtrends angebracht ist.

Wie aber wird das Wetter Anfang Mai? Das nächste verlängerte Wochenende steht mit dem 1. Mai bevor und viele Fragen erreichen uns derzeit per E-Mail, wie sich das Wetter wohl entwickeln wird. Zum heutigen Stand berechnet das amerikanische Wettermodell einen Hochdruckkeil von England, welcher sich in Richtung Skandinavien entwickeln kann. Das ist natürlich eine ungünstige Position für alle die sich wärmere Temperaturen und einen stabilen Wettercharakter wünschen. Warum? Deutschland liegt auf der östlichen Gradientenseite des Hochdrucksystems, was aus nordöstlichen Richtungen Anfang Mai kühle (nicht kalte) Luftmassen heranführen kann. Aber: aus dieser Position heraus können sich weitere Wetterentwicklungen ergeben, welche das Wetter im Mai nachhaltig beeinflussen können.

In der ersten Variante verlagert sich das Hochdrucksystem zum 1./3. Mai in Richtung Skandinavien und kann die Temperaturen langsam aber stetig in den frühlingshaft milden Bereich ansteigen lassen. Hochdrucksysteme über Skandinavien sind meist langlebiger und könnten den Wettercharakter im Mai nachhaltig beeinflussen. In der zweiten Variante bleibt das Hochdrucksystem mit seinem Kerngebiet westlich von Mitteleuropa, was weiterhin für die Zufuhr kalter Luftmassen sorgen kann. In der dritten Variante wird das Hoch weiter nach Süden zurückgedrängt, was der atlantischen Frontalzone mehr Spielraum gibt, ein "normales" und damit westlich orientiertes Strömungsmuster aufzubauen. In diesem Falle wäre mit einem wechselhaften Wettercharakter bei mäßig warmen Temperaturen zu erwarten.
So unwahrscheinlich wäre die dritte Variante nicht, denn häufiger folgt nach einem "gestörten Zirkulationsmuster" eine westlich orientierte Großwetterlage nach. Und zum Verlängerten Wochenende, was berechnen die Wettermodelle? Das amerikanische und auch europäische Wettermodell halten das meridionale Grundmuster auch am verlängerten Wochenende aufrecht und berechnen Temperaturwerte, welche im Bereich zwischen +6/+12 Grad liegen können. Die Wahrscheinlichkeiten, dass sich das in den kommenden Tagen noch Verändern kann, bleiben hoch, was auch der positive Temperaturtrend der Kontrollläufe - wie im nachfolgenden Diagramm - nochmals unterstreicht:
Diagramm Temperaturen Mai vom 19. April 2017

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