Aktuell zieht der Tiefdruckkern des vormaligen Mittelmeertiefs nach Osten ab und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen langsam auf die Rückseitige Anströmung der Luftmassen, was die Temperaturen bis einschließlich Pfingstmontag auf ein kühles Niveau und die Schneefallgrenze auf 1.000 bis 1.400 Meter absinken lässt. Hinzu kommen noch Niederschläge, welche von Samstag an zunehmend in eine leichte Schauerneigung übergehen, wie es bei "Rückseitenwetter" des Öfteren zu beobachten ist (Details s. Wetter Pfingsten).

Betrachtet man die Simulation des amerikanischen Wettermodells, so kann sich dir nördliche Grundströmung nicht lange halten, da von Westen her sich die nächsten Tiefdrucksysteme Mitteleuropa nähern und der hohe Luftdruck auf dem Atlantik weiter abgebaut werden kann. Das Azorenhoch liegt zum 18. Mai in einer von West nach Ost verlaufenden Hochdruckachse flach über den Azoren, was der atlantischen Tiefdruckrinne mehr Spielraum gibt, sich im Bereich zwischen Neufundland, Island und England zu positionieren. Daraus können zwei Wetterentwicklungen folgen. In der ersten Variante liegt über dem östlichen Europa hoher Luftdruck und blockiert die atlantische Frontalzone im Bereich zwischen Island/England, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz im Zeitraum 18./21. Mai in eine feucht-warme Anströmung der Luftmassen gelangen kann. In der zweiten Variante kann sich die atlantische Frontalzone bis England/Deutschland durchsetzen, so dass die Temperaturen zwar einen leicht positiven Verlauf gegenüber Pfingsten haben können, der Wettercharakter aber im Zeitraum 18./21. Mai als unbeständig zu bezeichnen wäre. Die zweite Variante ist zum aktuellen Stand die wahrscheinlichere Variante. Im Zeitraum zwischen dem 22./24. Mai könnte sich ein Hochdruckkeil des Azorenhochs über die Mittelmeerregion bis nach Deutschland ausweiten um zum 24./28. Mai ein autarkes Hochdrucksystem über Deutschland/Island zu initialisieren.

So bestätigt sich auch heute erneut die Variante von einer möglichen Hochdruckdominanz im letzten Mai-Drittel, wenngleich diese zum heutigen Stand noch in Frage gestellt werden kann. Warum? So ein Kaltlufteinschub bedeutet immer eine Störung des Zirkulationsmusters, welches Zeit braucht, um den "normalen" Zustand wieder herzustellen. Nicht selten kommt es vor, dass sich auch ein Wiederholungsmuster einstellt und betrachtet man die Simulation des europäischen Wettermodells, so wäre das auch nicht ganz abwegig.

Die Kontrollläufe bestätigen den Tiefpunkt der Temperaturen im Zeitraum zwischen dem 16./17. Mai, welcher mit einer Abweichung von 4/8 Grad unter dem Jahreszeit-typischen Wert liegen kann. Im Zeitraum 18./20. Mai ist ein Anstieg der Temperaturwerte auf ein Jahreszeit-typisches Niveau zu beobachten und im Zeitraum vom 20./28. Mai liegt der Durchschnittswert sogar leicht über dem langjährigen Mittelwert. So bestätigt sich auch hier der Trend der letzten Tage zu einem sich normalisierenden Temperaturniveau im letzten Mai-Drittel. Betrachtet man die Niederschlagserwartung, so ist diese im Zeitraum 20./25. Mai mäßig ausgeprägt - im Zusammenspiel mit der ansteigenden Temperaturtendenz spricht das mehrheitlich für die Variante eines Tiefdrucksystems vor Mitteleuropa (feucht-milde Luftmassen). Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Witterungstrend zum Wetter Sommer.

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