Die Simulationen der Wettermodelle waren heute Morgen, wie auch heute Nachmittag als wenig winterlich zu bewerten. So ist nach der nasskalten Episode vom 21. bis 25. Januar mit einer deutlichen Milderung zu rechnen, welche darüber hinaus langsam wieder in den nasskalten Bereich absinken kann. Mit winterlichen Wetterverhältnissen hat das zunächst einmal wenig etwas gemeinsam (Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose Winter). Was muss sich also verändern, damit im Februar 2018 noch so etwas wie Winter erwartet werden kann?

Winter im Februar: Die Veränderung muss von Norden kommen

Schaut man auf die Temperaturbilanz des Winters, so war der Dezember 2017 mit +1,8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Der Januar 2018 war bisweilen etwa um +3,8 Grad zu warm und die weiteren Aussichten lassen schon erahnen, dass sich daran nicht mehr allzu viel verändern wird. Da wundert es auch nicht, dass das Langfristmodell in seiner aktuellen Wetterprognose das Wetter im Februar 2018 mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm simuliert. Ob das so kommen mag, bleibt noch abzuwarten. Aber der Februar müsste um mehr als 3 Grad zu kalt auszufallen, um den Winter 2017/18 überhaupt noch irgendwie in die normale Richtung zu bringen. Und danach sieht es derzeit nicht aus.

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Dabei ist der Februar - zumindest in der Theorie - ein Wettermonat, bei dem der Polarwirbel gerne einmal in kräftige Turbulenzen geraten kann. Sei das mit einem Major-Warming oder einem Polarwirbelsplit, welche zum Winterende häufiger mal auftreten können. Aber auch das sibirische Hoch wagt sich im Januar und Februar gerne einmal weiter nach Westen vor und initialisiert über dem skandinavischen Raum ein Hochdrucksystem. Letztlich bleibt auch das Azorenhoch noch zu erwähnen, welches sich bei einem instabilen Polarwirbel gerne auch mal auf den Atlantik als Blockadehoch positioniert und über Mitteleuropa ein meridionales Strömungsmuster herbeiführen kann. Wie auch immer, die Veränderungen müssen weiter nördlich von Mitteleuropa stattfinden, oder zumindest von dort herrühren. Ist da etwas in Aussicht?

Polarwirbel neigt zum Februarbeginn zur Instabilität

Zum wiederholten Male neigt in diesem Winter der Polarwirbel zur Instabilität. Brachte das im Dezember noch häufiger mal Trogwetterlagen, so sind die Hochdruckachsen durch den Polarwirbel in letzter Zeit - für Winterfreunde - eher suboptimal. Das mag sich in den kommenden Stunden und Tagen sicherlich noch mehrfach in die eine oder andere Richtung verändern, aber so lange das Hoch östlich von Europa liegt, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür, als dass die Tiefdrucksysteme auf das Hoch auflaufen und mildere Luftmassen nach Deutschland führen können. Ganz gut lässt sich das anhand der Modellierung des amerikanischen Wettermodells darstellen.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Betrachtung der Randfaktoren Anfang Februar

Dabei bleiben die weiteren Randfaktoren, wie der AO- und NAO-Index weiterhin so konstituiert, als dass West bis nasskalte Nordwestwetterlagen wahrscheinlicher als andere Varianten sind. Mit anderen Worten: Weder winterlich noch richtig warm.

Ein weiterer Randfaktor ist das Major-Warming in Stratosphärenhöhe, welcher den Polarwirbel stark beeinflussen kann. Zwar wird die Vorstufe - ein Minor-Warming - berechnet, jedoch ohne sich weiter in Richtung Major-Warming weiterentwickeln zu können. Insofern - zum aktuellen Stand - keine Beeinflussung und damit keine Wetterwirksamkeit.

Polarwirbelberechnung Februar

Minor-Warming nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Dass der Polarwirbel weiterhin nicht vor einem Zusammenbruch steht, zeigen auch die zonalen Winde in ca. 30 km Höhe entlang des 65. Breitengrades. Dort bleiben die Windgeschwindigkeiten Anfang Februar mit rund 100 km/h positiv zu bewerten. Erst im Falle einer Negativumkehr würde dieser Randfaktor für Winterfreunde interessant werden können.

Februarwetter: Zusammenfassung

Der Winter macht im Januar wohl weiterhin eine Pause und mehr wie nasskaltes Wetter wird - zum heutigen Stand - in tieferen Lagen wohl nicht zu erwarten sein. Optionen auf richtige Winterkälte sind und bleiben aber vorhanden. Ob sich in den Berechnungen heute Abend etwas verändert hat, klären wir gegen 20:00 Uhr in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.

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