Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 14.02.2021 - Temperaturkapriolen: Frühling, Frühsommer, Spätwinter?

| M. Hoffmann
Genie0en Sie den heutigen Wintertag - es ist für eine längere Zeit der letzte

Das Winterwetter endet mit Beginn der neuen Woche und es setzt sich eine nachhaltige Milderung durch, die bereits zum kommenden Wochenende für frühlingshaft milde Temperaturwerte sorgen können. Doch ganz wehrlos ist der Winter auch nicht, wie der Ausblick bis in den März zeigt.

Langsam, dafür stetig, setzt sich bis zur Wochenmitte die Milderung über ganz Deutschland durch und auch der Nachtfrost schwächt sich ab. Zur Wochenmitte könnte nach langer Zeit eine verbreitet frostfreie Nacht bevorstehen und am Tage pendeln sich die Temperaturen auf +4 bis +8 Grad ein, wobei diese Werte über dem Osten erst in der zweiten Wochenhälfte zu erwarten sind, während es über dem Westen schon bis +12 Grad mild werden kann.

Tauwetter mit turbulenter Übergangsphase

Der Boden ist tief gefroren und der Niederschlag wird zum Montag anfangs noch als Schnee niedergehen, doch rasch in Schneeregen und später in Regen übergehen können. Ab dem Moment der Übergangsphase von Fest zu Flüssig ist mit einer erheblichen Glättebildung zu rechnen. Besonders hoch ist die Gefahr nördlich von Baden-Württemberg und Bayern, südlich davon fehlt es meist an Niederschlag. Ab der Wochenmitte setzt sich das Tauwetter bis in die höheren Lagen durch. Mehr dazu: Wetter Februar 2021.

Mildes, windiges und unbeständiges Tauwetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: mildes, windiges und unbeständiges Tauwetter
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: stramm in Richtung Frühling

Die Milderung setzt sich durch und wird von der Wetterprognose des europäischen Wettermodells erneut bestätigt. So führt am Rückzug des Winters kein Weg vorbei, doch sind die damit verbunden Temperaturkapriolen enorm.

Warmes Hochdrucksystem - Tauwetter bis in die Hochlagen

Verantwortlich für die Milderung ist eine für den Winter ungünstige Position eines Hochdrucksystems zwischen der Mittelmeerregion und dem südlichen Skandinavien. Im Verbund mit der atlantische Frontalzone werden zum einen warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Norden geführt, andererseits füllt sich das Hoch von oben herab mit warmen Luftmassen auf. Das führt mit Werten von +2 bis +7 Grad das Tauwetter bis in die Hochlagen.

Frühlingshaft mild

In den tieferen Lagen schwindet der Frost aus dem Boden und mit den Wolken und dem Wind schwindet auch der Nachtfrost. Die Schneedecke sollte am Ende der Woche über tieferen und mittleren Lagen komplett abgetaut sein - zu markant greift das Tauwetter um sich.

Die Temperaturen steigen Tag für Tag etwas an und können bis zum 23. Februar (Di.) frühlingshaft milde +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad erreichen. So ein heftiger Temperaturumschwung ist ungewöhnlich und auch nur in dieser Konstellation so möglich. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert sind diese Werte um +8 bis +12 Grad zu warm.

Kommt Regen?

Der Februar hat - dank seiner zahlreichen und teils ergiebigen Niederschlägen - sein Soll zu 80 Prozent erfüllen können. Zum aktuellen Stand also übererfüllen können. Das ändert sich mit dem Hoch, das nicht so recht weichen will und die Tiefdrucksysteme um Deutschland herum führt. Zwar wird es immer wieder etwas Niederschlag geben können, doch die großen Mengen sind nicht zu erwarten. Hält sich das Hoch bis zum Monatsende, so könnte der Februar noch normal und unter bestimmten Voraussetzungen zu trocken ausfallen.

Das Hoch sorgt für frühlinghaft milde Temperaturbedingungen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Hoch sorgt für frühlingshaft milde Temperaturbedingungen
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Frühling, Frühsommer, Winter?

Die Milderung wird auch nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bestätigt und erreicht mit einer ähnlichen Großwetterlage zwischen dem 25. bis 26. Februar ihren vorläufigen Höhepunkt.

Frühlingswetter

Mit viel Sonnenschein erreichen die Temperaturen ab dem 20. Februar mit Temperaturen von +12 bis +16 Grad frühlingshaft milde Werte. Örtlich können bis +18 Grad erreicht werden.

Frühsommer?

Übersteigen die Werte die +20 Grad-Marke und orientieren sich in Richtung der +25 Grad-Marke, spricht man von frühsommerlichen Temperaturbedingungen. Das was die Amerikaner für den 25. bis 27. Februar derzeit berechnen, geht mit Werten von +14 bis +18 Grad und über dem Süden bis +21 Grad im Ansatz in diese Richtung. Auch wenn diese Wetterentwicklung extrem und im Detail so auch infrage zu stellen ist, so bestätigt die Wetterprognose doch eines: Die Milderung ist durchgreifend und der Winter hat vorerst keine Chance.

Und dann kommt der Spätwinter?

Auch diesen Wettertrend hält das amerikanische Wettermodell aufrecht. Das Hoch über Mitteleuropa verlagert sich nach dem 24. Februar weiter in Richtung Atlantik und baut zum 27. Februar ein Blockadehoch zwischen den Azoren und Grönland auf. Das Strömungsmuster beginnt zu meridionalisieren. Zum 28. Februar kippt die Hochdruckachse nach Osten ab und über Deutschland entsteht eine Ostströmung mithilfe derer kalte Kontinentalluftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt werden können. Simuliert werden am 1. März Tageshöchstwerte von -2 bis +4 Grad. Spätwinter. Mehr dazu: Wetter März 2021.

Erst ungewöhnlich warmes Wetter (li.), doch hält sich der Spätwinter im März (re.) seine Optionen noch offen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Erst ungewöhnlich warmes Wetter (li.), doch hält sich der Spätwinter im März (re.) seine Optionen noch offen
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Auf den Punkt gebracht: für die Jahreszeit zu warm mit optionalem Spätwinter

Die Wetterprognose ist einfacher geworden und seit drei Tagen stellen wir das gleiche Fazit. Es gibt keinen Zweifel mehr an der Milderung. Die einzige Frage, die sich noch stellt, ist die, wie warm es wirklich werden kann. Werte von +20 Grad wären ungewöhnlich hoch und bilden in den Kontrollläufen einen Ausreißer ab. Das gilt es also infrage zu stellen.

Wahrscheinlicher ist ein Temperaturspektrum von +4 bis +8 Grad, das im Zeitraum vom 20. bis 24. Februar sich zwischen +8 bis +12 Grad orientieren kann. Wie man es aber dreht und wendet, so kommt keine spätwinterliche Wetterlage zustande. Erst ab dem 28. Februar mehren sich die Signale, die einen spätwinterlichen Vorstoß andeuten. Schaun mer mal, was daraus wird.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
20. Februar +4 bis
+14 Grad
+8 Grad bis
+10 Grad
24. Februar +2 bis
+20 Grad
+8 bis
+11 Grad
1. März -3 bis
+13 Grad
+5 bis
+7 Grad
Diagramm Temperaturen März 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Was zu einem Märzwinter oder zu einem spätwinterlichen Geplänkel führen kann und welche Voraussetzungen hierfür gelten müssen, erläutern wir heute Abend gegen 20:30 Uhr an dieser Stelle mit einer Aktualisierung der Winterprognose

Update der Wetterprognose von 20:25 Uhr

Die Milderung wurde in den Berechnungen vom Tage erneut bestätigt und hat ihren vorläufigen Höhepunkt im Zeitraum vom 24 bis 27. Februar. Simuliert werden Tageshöchstwerte von +14 bis +18 Grad und örtlich bis +21 Grad, was erneut an den frühsommerlich warmen Bereich heranreichen kann.

Außerhalb des Hitzepeaks pendeln sich die Werte zwischen +4 bis +8 Grad und örtlich bis +14 Grad ein. Damit sind die Tageswerte vom 16. bis 27. Februar alles andere als winterlich und dem Frühling deutlich näher.

Wenig Niederschlag

Ein Hochdrucksystem legt sich über Deutschland und dominiert das Wetter über weite Strecken. Hin und wieder ist mit etwas Niederschlag zu rechnen, doch viel wird nicht herunterkommen. Bis zum 28. Februar werden Niederschlagssummen von 2 bis 15 l/m² simuliert. Über den Küsten von Nord- und Ostsee, sowie den Alpenregionen können 20 bis 30 l/m² möglich sein. In Summe aber ist das zu wenig und ein Resultat der Hochdruckdominanz.

Woher kommt die Wärme?

Die Wetterlage ist speziell. Normalerweise könnte so ein Hoch mit Kern über Mitteleuropa den Schnee mit einem negativen Taupunktwert konservieren, doch hierfür liegt das Hoch zu weit südlich und baut zudem noch eine Hochdruckachse über die Mittelmeerregion auf. Im Verbund mit der atlantische Frontalzone gelangen auf diesen Weg sehr warme Luftmassen nach Deutschland, was die Werte selbst in einer Höhe von 1.400 Meter auf bis +10 Grad ansteigen lassen kann. Tauwetter bis in die Hochlagen.

Fast schon frühsommerlich warm
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Fast schon frühsommerlich warm
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Der Spätwinter im März?

Das mit dem Winter wird in der letzten Februar-Dekade wohl nichts mehr. Darin sind sich auch die Kontrollläufe weitgehend einig. Damit aber die ungewöhnlich warme Temperaturentwicklung ein Ende findet, muss sich das Hoch verlagern und tut es das in Richtung Island oder Skandinavien, so bekommt der Spätwinter im März seine Chance.

Dazu notwendig sind aber auch Veränderungen innerhalb des Polarwirbels und schaut man diesen sich Ende Februar einmal genauer an, so fallen zwei Dinge auf. Zum einen keilt das Hoch nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells tatsächlich nach Norden auf und positioniert sich zwischen England, Island und Skandinavien, zum anderen aber strebt das Hoch weit in den Polarwirbel hinein. Gleichzeitig strebt ein weiterer Hochdruckkeil von den Aleuten aus in den Polarwirbel.

Polarwirbelsplit mit spätwinterlichen Folgen für Deutschland?

Spätwinterliche Wetterausbrüche können sich bis zum Ende der ersten April-Dekade hinziehen und werden meist von Polarwirbelsplits verursacht. Das liegt u.a. daran, dass der Polarwirbel so langsam seinem winterlichen Finale (Final Warming im April) entgegenstrebt und mit den steigenden Sonnenstand zu instabilen Verhältnissen neigt.

Solche kurzen und knackigen Winterausbrüche sind im März üblich. Fragt sich nur, ob das 2021 der Fall sein wird? Betrachtet man den Mittelwert aller Kontrollläufe so zeigt sich die Hochdruckposition zwischen Island, Skandinavien und England weitgehend bestätigt. Man sollte also auch einen nachhaltigen Ausbruch des Frühlings nicht allzu viel setzen.

Der Spätwinter ist nicht vom Tisch
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell (li.) und dem Mittelwert aller Kontrollläufe (re.) Anfang März: Der Spätwinter ist nicht vom Tisch
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Zusammenfassung:

Ungewöhnlich mild werden die Tage bis zum 27. Februar. Der Mittelwert der Kontrollläufe liegt phasenweise um +5 bis +12 Grad über dem, was im Februar sonst so üblich wäre. Bestätigt wird der sich zum März normalisierende Temperaturtrend, was in der Schlussfolgerung aber zu einem nasskalten Temperaturcharakter führen wird. Die Wetterprognose der Amerikaner gehört mit Abstand zu den kältesten Varianten der Kontrollläufe. Auffällig aber ist, dass eine zunehmende Anzahl den Spätwinter im März stützt. Ganz abschreiben sollte man den Winter also noch nicht!

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,7 +2,3 +1,3 546,5 l/m² - zu trocken

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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